Das Display von Marquardt  hat eine gute Sonnenablesbarkeit. Die Bedieneinheit besteht aus einem progressiven Design.

Das Display von Marquardt hat eine gute Sonnenablesbarkeit. Die Bedieneinheit besteht aus einem progressiven Design. Marquardt

Auf der Grundlage des Automotive-Standards hat Marquardt einen modularen Systembaukasten für E-Bike-Hersteller entwickelt, womit die Produzenten verschiedene Kombinations- und Integrationsmöglichkeiten haben. Zu den Komponenten gehören Akkus mit den dazugehörigen Ladegeräten, eine Displayfamilie und Bedieneinheiten für den Fahrradlenker mit integrierter Bluetooth-Funktionalität. BLE (Bluetooth Low Energy) ermöglicht dabei den Datenaustausch zwischen Smartphone, den Marquardt-Displays und der Motor- beziehungsweise Batteriesteuerung.

Auf die Frage hin, mit welchen Einkaufsverbänden Marquardt schon Verträge abgeschlossen hat, erklärte Ulrich Schumacher, Leiter Unternehmenskommunikation bei Marquardt, gegenüber all-electronics.de: „Wir führen mit zahlreichen OEMs intensive Gespräche und haben erste Verträge abgeschlossen. Wir liefern zum Beispiel an Brose unsere Displays und Komplettsysteme an Pedalpower und die ZEG (Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG)“. Damit stellt Marquardt in Zukunft nicht nur eigene Motoren für E-Bikes her, sondern beliefert auch andere Hersteller mit seinen Komponenten.

Im Konfigurationsbeispiel E-Mountainbike sind die Komponenten von Marquardt farblich markiert: Allradantrieb (rot), Steuergerät (grün), Akku (blau), Display (gelb), Bedieneinheit (orange), Sensor (dunkelblau).

Im Konfigurationsbeispiel E-Mountainbike sind die Komponenten von Marquardt farblich markiert: Allradantrieb (rot), Steuergerät (grün), Akku (blau), Display (gelb), Bedieneinheit (orange), Sensor (dunkelblau). Marquardt

Das Programm beinhaltet auch Motoren mit entsprechender Steuerung. Die einzelnen Produkte sind so aufeinander abgestimmt, dass Hersteller die passende Konfiguration für jeden Fahrradtyp wählen können. Mit einer Analyse- und Servicesoftware sollen Händler geschult und die zeitnahe Versorgung mit E-Bike-Ersatzteilen sicher gestellt sein.

Marquardt plant die Herstellung von Nabenmotoren, Mittelmotoren und Allradatrieben. „Wir planen auch ein System für S-Pedelecs“, berichtet der Kommunikationschef. S-Pedelecs  – oder die schnellen E-Bikes – bieten eine Motorleistung von maximal 500 W und ermöglichen rein elektrisch das Fahren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Daher sind S-Pedelecs in Deutschland rechtlich gesehen keine Fahrräder mehr. Sie gehören vielmehr zu den Kleinkrafträdern und benötigen ein Versicherungskennzeichen. Von Systemen mit Rekuperation sieht Marquardt ab.

Laut Schumacher ist auch eine Diebstahlsicherung in Planung. Beim Preisniveau hält sich das Unternehmen vorerst bedeckt: „Die Preise variieren je nach Antriebsart, sie sind auf Marktniveau“, erklärte Schumacher gegenüber der Redaktion.

Die ersten E-Bikes mit Marquardt-Antrieben sollen ab dem Modelljahr 2017 in den Läden stehen.