Die Maschinenbauer übertreffen dieses Jahr sowohl beim Umsatz als auch der Produktion das Rekordjahr 2008.

Die Maschinenbauer übertreffen dieses Jahr sowohl beim Umsatz als auch der Produktion das Rekordjahr 2008.Dragan Trifunovic – Fotolia.com

„Für die ersten zehn Monate des Jahres liegt die reale Produktion von Maschinen- und Anlagen in Deutschland 1 % über dem Vorjahr. Wir sind insofern sehr optimistisch, unsere Prognose zu erreichen“, erklärte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes am Donnerstag in Frankfurt. „Unterm Strich konnten wir 2014 sowohl beim Umsatz mit 212 Milliarden Euro als auch in der Produktion mit 199 Milliarden Euro die bisherigen Rekordmarken von 2008 übertreffen“, so Festge.

Exporte liegen leicht über Vorjahresniveau

In den ersten neun Monaten des Jahres lagen die Exporte mit 112,6 Milliarden Euro knapp über dem Vorjahreswert von 112,1 Milliarden Euro. Nominal ein Plus von 0,5 %. Positiv verlaufen die großen Märkte: Die EU-Partnerländer verzeichneten ein Plus von 5 %, China von 2 %. Der US-Markt wuchs um 6 %. Die Märkte in Südostasien wuchsen um 9 %. Afrika ist im Plus mit den Regionen Nord (11 %) und West (7 %). Der Nahe und Mittlere Osten expandierte mit insgesamt 4 % und profitiert insbesondere vom wieder anziehenden Iran-Geschäft (plus 20 %).

Eine schwächere Nachfrage spüren die Maschinenbauer in einigen großen Schwellenländern und EU-Nachbarstaaten. Australien, Brasilien, Südkorea, Indien, Südafrika und die Türkei liegen jeweils zweistellig unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Die Lieferungen in die Ukraine brachen um ein Drittel ein, die Ausfuhr nach Russland ging um 16 % zurück. „Dies lag sicher nicht nur an den Sanktionen, sondern auch am stark gefallenen Rubel-Kurs und den gesunkenen Erdölerlösen“, sagte Festge.

Auch der heimische Markt ist auf Wachstumskurs. „In den ersten zehn Monaten liegt der Inlandsumsatz drei Prozent über dem Vorjahreswert“, berichtete der VDMA-Präsident. Auch die deutschen Importe von Maschinen legten in den ersten drei Quartalen um knapp 5 % zu auf 44,3 Milliarden Euro. Rund 27 Milliarden Euro kamen aus den EU-Partnerländern.

Die Zahl der Beschäftigten hatte im Mai erstmals wieder die Eine-Million-Marke erreicht. Das war zuletzt 1993 der Fall. Im Oktober arbeiteten insgesamt 1.011.000 Menschen im Maschinenbau. Das sind 1,7 % oder 16.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Festge nannte als Gründe für den Aufbau – angesichts des moderaten Produktionswachstums – vor allem die gewaltigen Herausforderungen Industrie 4.0, Rente mit 63, demografischer Wandel.

Ausblick 2015: Produktionsprognose von plus 2 % bestätigt

Für 2015 bleiben die deutschen Maschinenbauer bei ihrer Produktionsprognose von plus 2 %. Der Produktionswert könnte 2015 mit 205 Milliarden Euro erstmals die Schwelle von 200 Milliarden Euro überschreiten. „Unser bisheriger Auftragseingang hat dafür eine Basis gelegt. In den ersten zehn Monaten übertraf er sein Vorjahresniveau preisbereinigt um 2 %“, berichtete der VDMA-Präsident.

Es gebe allerdings nach wie vor unkalkulierbare Risiken, wie die Russland/Ukraine-Krise oder die nur schleppend in Gang kommenden Reformen in Frankreich und Italien. Chancen sehen die Maschinenbauer vor allem im Re-Industrialisierungsprozess in den USA. Auch die niedrigen Rohstoffpreise stimulierten die Weltwirtschaft. Zusätzlich helfe der gesunkene Außenwert des Euro. „Der überbewertete Euro hat in der Vergangenheit Marge gekostet und auch das eine oder andere Geschäft verhindert. Freilich gilt nach wie vor, dass für die Maschinenbauer eine gute Nachfrage wichtiger ist als ein niedriger Wechselkurs“, erklärte Festge.