„Nach einem mageren Produktionsplus von real 0,1 Prozent auf rund 203 Milliarden Euro im vergangenen Jahr haben wir für dieses Jahr einen Anstieg der realen Produktion um 1 Prozent prognostiziert“, sagte der VDMA-Präsident Carl Martin Welcker zum Auftakt der Hannover Messe. Redaktion IEE

„Nach einem mageren Produktionsplus von real 0,1 Prozent auf rund 203 Milliarden Euro im vergangenen Jahr haben wir für dieses Jahr einen Anstieg der realen Produktion um 1 Prozent prognostiziert“, sagte der VDMA-Präsident Carl Martin Welcker zum Auftakt der Hannover Messe. Redaktion IEE

„Der Fokus der Projekte und Beispiele liegt in den Unternehmen bisher bei der eigenen Produktion beziehungsweise der digitalen Veredelung der eigenen Produkte“, erklärte Welcker weiter. Den kleinen und mittleren Unternehmen empfahl Welcker, sich das Thema Industrie 4.0 über Pilotinitiativen zu erschließen. Die horizontale Wertschöpfung, also die Vernetzung über die Unternehmensgrenzen hinweg, müsse nun folgen. Für die Zukunft des Maschinenbaus gelte: „Unternehmen müssen auf zwei Strategien setzen, den Verkauf von hochtechnologischen Maschinen und Anlagen, sowie die Nutzung der zugehörigen Daten als digitale Services für die Zukunft.“

Welcker formulierte dazu vier Kernthesen: 1. Industrie 4.0 müsse stärker in der Unternehmensstrategie verankert werden. 2. Qualifiziertes Personal sei entscheidend. 3. Datenbasierte Services und vernetzte Produkte ermöglichten neue Geschäftsmodelle und 4. Die Finanzierung von Industrie-4.0-Projekten müsse frühzeitig gesichert werden.

OPC UA als Schnittstelle favorsisiert

Als Schnittstelle für die Industrie-4.0-Kommunikation favorisiert der Verband das OPC-UA-Protokoll. Der VDMA hat dazu den „Leitfaden Industrie 4.0 – Kommunikation mit OPC UA“ entwickelt. Er macht den Firmen deutlich, welche Maßnahmen sie treffen müssen, um eine Interoperabilität in der Fabrik sicherzustellen. Auf diese Weise werden zum Beispiel Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) und die vorausschauende Instandhaltung (Predicitve Maintenance) mit einer einheitlichen Schnittstelle herstellerunabhängig möglich gemacht. Hierzu (zur vorausschauenden Instandhaltung) hat der Verband eine entsprechende Studie erstellt und Ergebnisse daraus jetzt veröffentlicht.

Unterstützung bei Netzwerksicherheit

„Die Absicherung digitaler Geschäftsprozesse ist eine zentrale Herausforderung für die gesamte Industrie und damit auch für den Verband“, betonte Welcker. Daher habe der Verband das Competence Center Industrial Security gegründet um seinen Mitgliedern dabei zu helfen, sich sicher in der Industrie 4.0-Welt zu bewegen. Dazu werden zum Beispiel digitale Lernkurse und Seminare zu Industrie 4.0-Security entwickelt und angeboten.

Positive Geschäftsprognose für Maschinenbau

Der VDMA-Präsident bekräftigte die Produktionsprognose des Verbands für 2017: Es werde ein reales Produktionsplus von 1 Prozent erwartet. „Sollte sich die gegenwärtig herrschende gute Stimmung, so wie wir sie in zahlreichen Frühindikatoren ablesen können, fortsetzen und bewahrheiten, könnte es sogar besser kommen als von uns prognostiziert. Aber es gibt keine Garantie dafür, denn den Chancen stehen auch viele Risiken gegenüber, die uns wieder bremsen können“, sagte Welcker.

Positive Impulse könnten in diesem Jahr sowohl vom Inland als auch aus dem Ausland kommen. Viele deutsche Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren mit Investitionen zurückgehalten, weil es zahlreiche Risikofaktoren für die Weltkonjunktur gegeben habe. Diese Risiken hätten zwar nicht abgenommen, aber die Investitionsvorhaben könnten immer öfter „einfach nicht länger aufgeschoben werden“, erklärte Welcker.