Die Maschinenexporte bleiben rückläufig. Ein starkes zweites Halbjahr soll das Minus wieder reinholen.

Die Maschinenexporte bleiben rückläufig. Ein starkes zweites Halbjahr soll das Minus wieder reinholen.Schaeffler Gruppe

„Nahezu alle wichtigen Absatzregionen und Absatzmärkte entwickelten sich rückläufig“, erklärt Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA. Die Maschinenimporte betrugen im gleichen Beobachtungszeitraum 27,5 Milliarden Euro und verfehlten das Vorjahresergebnis um 7,8 %. Der Außenhandelsbilanzsaldo der Maschinenbauer betrug damit im ersten Halbjahr plus 46 Milliarden Euro.

Die Exporte in die Hauptabsatzregion Europa verfehlten das Vorjahresniveau um 3,3 %. Die Lieferungen in die EU-28 gingen dabei um 5,2 % auf knapp 30 Milliarden zurück, die in die Euro-Länder um 4,7 % auf 18,5 Milliarden Euro. Plusraten gab es in Europa im Geschäft mit der Türkei (+2,4 %) und der Schweiz (+3,6 %). Russland verfehlte nur geringfügig den Vorjahreswert (-0,2 %).

Die Exporte in die Volksrepublik China, dem mit einem Exportanteil von 11 % wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Maschinenbauer, blieben mit minus 4,2 % im negativen Bereich. Die Maschinenausfuhr nach Indien schrumpfte um 15,6 % auf 1,4 Milliarden Euro. In Südkorea – mittlerweile für die deutschen Maschinenbauer bedeutender als Indien – konnten Maschinen und Anlagen für 1,7 Milliarden Euro verkauft werden. Das ist ein Plus von 13,3 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2012. In Asien in Summe blieben die Exporte um 4 % unter dem Vorjahresniveau.

Nach drei Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten legten die Maschinenlieferungen in die USA (zweitwichtigste Absatzmarkt, Exportanteil 9,4 %) eine Verschnaufpause ein und blieben um 2,5 % unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraum. Da die Exporte nach Kanada aber zweistellig wuchsen und auch Mittelamerika mit einem Plus von 7 % das Halbjahr abschloss, verfehlten die Lieferungen nach Amerika insgesamt den Wert des Halbjahres 2012 nur um 2 %.

Mit einem Anteil von 3 % an der deutschen Maschinenausfuhr spielt Afrika nur eine untergeordnete Rolle. Das Liefervolumen war mit 2,1 Milliarden Euro 14,6 % höher als im Vorjahr. Maßgeblich ist dies auf die hohe Zuwachsrate im Exportgeschäft mit Nordafrika zurückzuführen, das im Vorjahr einen krisenbedingt niedrigen Vergleichswert erreichte.

Die Minusrate des zweiten Quartals 2013 ist mit 2,2 % bereits  niedriger als im ersten Quartal, die noch minus 5,8 % betrug. Für die zweite Jahreshälfte wird mit weiter rückläufigen Minusraten gerechnet. „Die konjunkturellen Frühindikatoren deuten ein insgesamt besseres gesamtwirtschaftliches Umfeld an. Dies dürfte endlich auch zu mehr Investitionen führen. Für das Jahr 2013 in Summe sollte daher das Exportvolumen des Vorjahres – wenn auch knapp – erreicht werden“, prognostiziert Dr. Ralph Wiechers.