Das softwaregestützte Tool Flexnote zeigt Mängel und Optimierungsvorschläge in der Produktion transparent, schnell und zielgerichtet an.

Das softwaregestützte Tool Flexnote zeigt Mängel und Optimierungsvorschläge in der Produktion transparent, schnell und zielgerichtet an. Rainer Bez/Fraunhofer IPA

Bei dem Tool handelt es sich um eine Kombination aus einem mobilen Endgerät und einer Cloud-Applikation. Sobald ein Mitarbeiter in der Produktion eine Schwachstelle, etwa eine Leckage oder ein fehlerhaftes Bauteil entdeckt, nimmt er mit einem Smartphone oder Tablet ein Bild des betroffenen Bereichs auf. Gleichzeitig kann er den Fehler in der Aufnahme markieren und schriftlich oder mündlich eine Nachricht dazu verfassen sowie weitere Menüpunkte zur Kategorisierung auswählen. Da er sich zuvor mit dem Endgerät an der Maschine anmelden muss, wird auch deren Position ermittelt. Die gesamte Meldung – der Anwender, das markierte Bild, die Nachricht und der Standpunkt – werden gebündelt gespeichert. „Dabei kommt der Augmented-Reality-Ansatz zum Tragen“, erläutert Marcus Defranceski, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Das bedeutet, digitale Informationen und  Live-Bild überlagern sich und werden positionsgetreu an der Maschine eingeblendet.

Informationen zur Fehlerbehebung bündeln

Im nächsten Schritt wird die Beobachtung automatisiert weitergegeben. Sowohl der Mitarbeiter selbst als auch der Maschinenverantwortliche erhalten eine Nachricht. Auf der Maschine ist sichtbar hinterlegt, welche Feststellungen bereits erfasst wurden. Zuletzt wird die Meldung in einem zentralen IT-System gespeichert, zum Beispiel auf einem Server des Unternehmens oder in einer externen Cloud. Die Maschinenbetreuer erhalten eine Auflistung, welchen Meldungen sie nachgehen müssen und Mitarbeiter sehen, welche Mängel bereits aufgenommen wurden. So soll die Gefahr von Mehrfachmeldungen sinken sowie das Risiko, dass Informationen beim falschen Ansprechpartner landen. Und noch einen Vorteil hat das Tool: „Da die Meldungen im zentralen IT-System hinterlegt sind, lassen sich sämtliche Erfahrungen über ein Objekt weitergeben. Dadurch ist es möglich, Zusammenhänge bei Fehlern zu ermitteln und standortunabhängig Erfahrungen von einer Anlage auf eine andere zu übertragen“, sagt Defranceski.

Flexnote kann entkoppelt von der IT-Infrastruktur des Unternehmens laufen. Dadurch erhalten Nutzer keinen Zugriff auf sensible Unternehmensdaten.  Maschinen- und Anlagen brauchen nicht erst angebunden werden. Die IPA-Wissenschaftler haben bereits einen Prototypen realisiert. Ab Oktober 2016 soll die Innovation industriell umgesetzt werden.