Die Bedienung rückt an die Maschine: Hier in der Kabine einer Pulverbeschichtungsanlage – gut geschützt durch ein Gehäuse.

Die Bedienung rückt an die Maschine: Hier in der Kabine einer Pulverbeschichtungsanlage – gut geschützt durch ein Gehäuse.Lohmeier

„Die Dezentralisierung von Steuerungseinheiten im modernen Anlagenbau schreitet weiter voran und erfordert eine passende Unterbringung der Automatisierungstechnik und Leistungselektronik“, so Markus Nerge, Marketing-Leiter beim Gehäusespezialisten Lohmeier. Für die industriegerechte Kapselung von HMI-Komponenten, also Panel-PCs und industriellen TFT-Monitoren, sind Bedien- und Steuergehäuse die nächstliegende Lösung. Die Lohmeier-Produktserien BAE und BAV sind auf die Anforderungen der modernen Panel-PCs und Touchscreens zugeschnitten. So lassen sich die Einheiten auf der Frontplatte im Gehäuse befestigen und eine optionale Montageplatte im Inneren bietet Installationsraum für Klemmen oder Verkabelung.

Wo aus Kostengründen keine industrietauglichen TFT-Monitore zum Einsatz kommen können, ermöglichen die Gehäuse auch den Einbau handelsüblicher Büro-Flachbildschirme. Diese lassen sich hinter einer Scheibe aus Sicherheitsglas und mit einer speziellen Halterung im Gehäuse am Vesa-75- oder Vesa-100-konformen Lochbild aufhängen. Die BAV-Typen haben eine frontseitige, die BAE-Modelle eine rückseitige Tür und erfüllen die Schutzart IP55. Beide bieten somit eine gute Zugänglichkeit bei der Installation, im Servicefall und im täglichen Betrieb. Verfügbar sind Gehäuse mit Abmessungen zwischen 400 mal 300 mal 210 mm und 600 mal 600 mal 300 mm.

Wenn es außerdem darum geht, Elektronik mit höheren Verlustleistungen zu schützen, reicht die Eigenkonvektion der Stahlblechgehäuse manchmal nicht aus. Für solche Anwendungen fertigt der Gehäusespezialist mit den CC-3000-Steuergehäusen individuelle Lösungen aus Aluminium, die den Einsatz einer kostspieligen aktiven Klimatisierung vermeiden können. Durch die günstigere Eigenkonvektion des Materials und optimal ausgelegte Abmessungen wird bereits ein Großteil der Wärme nach außen befördert.

Ein Bediengehäuse mit Tragarm kann der Bediener einfach in die richtige Position schwenken. Das macht die Maschinenbedienung ergonomischer.

Ein Bediengehäuse mit Tragarm kann der Bediener einfach in die richtige Position schwenken. Das macht die Maschinenbedienung ergonomischer.Lohmeier

Ergonomischer Zugriff mit Tragarm

Für eine möglichst effektive und ergonomische Bedienung von Maschinen und Anlagen lassen sich die Bediengehäuse mit einem Tragarm an oder aufgeständert vor der Maschine montieren. Tragarmsysteme kommen zum Einsatz, wenn die Maschinenbedienung, die direkt an der Anlage erfolgen soll, im Steuergehäuse gekapselt ist. Die Steuerung einer Pulverbeschichtungskabine kann zum Beispiel über ein mit in der Kabine platziertes, geständertes Bediengehäuse erfolgen, sodass der Bediener die notwendigen Programmeinstellungen in unmittelbarer Nähe hat. Die eigentlichen Schaltschränke stehen dabei in den Randbereichen der Anlage. Der Tragarm erlaubt ein Mitführen sowie ein Wegschwenken der Steuerung. Außerdem lassen sich die Bedienelemente durch Neigungskomponenten auf die unterschiedlichen Größen der Anlagenbediener einstellen.

Das System CS-3000 ist zur einfachen Integration von Steuergehäusen und der darin befindlichen HMI-Hardware konzipiert – Anwender sparen hierdurch Zeit und Kosten. Das System umfasst beliebig kombinierbare Komponenten für einen flexiblen Aufbau, zum Beispiel Aluminiumrohre und Gelenke. Es bietet Schutzart IP65 und eignet sich für die Ein-Mann-Montage. Rohrbefestigungsschrauben ermöglichen eine stufenlose Justage. Eine Nachjustage ist jederzeit ohne Demontieren des kompletten Tragarms möglich. Aufgrund der standardgemäßen Universalbearbeitung an den Gehäusen lassen sie sich auch mit Tragsystemen anderer Hersteller kombinieren. Die Gehäuse lassen sich dadurch einfach integrieren – wenn nötig auch als Austauschgeräte in bereits bestehenden Maschinen und Anlagen. Eine Wandmontage oder die direkte Befestigung am Maschinenkörper sind ebenfalls möglich.

Die PC-Schränke bieten Schutz vor unbefugtem Zugriff und Verschmutzung.

Die PC-Schränke bieten Schutz vor unbefugtem Zugriff und Verschmutzung.Lohmeier

Stabile Workstations für anspruchsvolle Umgebungen

Die Automobilindustrie ist aufgrund ihrer komplexen Produktionsanlagen ein typisches Anwendungsgebiet für dezentrale Automatisierungslösungen aller Art – aber gerade hier stellt die Umgebung häufig besondere Herausforderungen an die Bediengehäuse. Die für den Einsatz in solchen dezentralen Anlagen konzipierte Industrial Workstation der Baureihe WS ist eine Kombination aus Bediengehäuse und Kleinschaltschrank. Sie besteht aus einem stabilen Stahlblechunterschrank, der mit einem Steuergehäuse aus Stahlblech oder einem modularen Aluminiumgehäuse kombiniert wird. Hierbei kann das oben aufgesetzte Bediengehäuse entweder als schlanke Visualisierungslösung genutzt werden, während der PC im Unterschrank sitzt. Oder es kommt oben ein Panel-PC zum Einsatz, während der untere Schrank auf der Montageplatte zusätzlichen Platz für Verdrahtungen, Absicherungen und Leistungselektronik oder Mess-, Prüf- und Betriebsmittel unterbringt. Die IP55-Workstations sind gegen mechanische Fremdeinwirkung und staub- oder emulsionshaltige Luft geschützt. Die Workstations stehen häufig vor dem Schutzzaun und dienen zum Steuern oder Einstellen einer Anlage.

Die Workstation ist eine Kombination aus Bediengehäuse und Kleinschaltschrank. Sie besteht aus einem stabilen Stahlblechunterschrank, der mit einem Steuergehäuse aus Stahlblech oder einem modularen Aluminiumgehäuse kombiniert wird.

Die Workstation ist eine Kombination aus Bediengehäuse und Kleinschaltschrank. Sie besteht aus einem stabilen Stahlblechunterschrank, der mit einem Steuergehäuse aus Stahlblech oder einem modularen Aluminiumgehäuse kombiniert wird.Lohmeier

Stand-alone-Schutz für PC und Peripheriegeräte

Die neue PC-Schrank-Generation von Lohmeier ist als eigenständige Lösung konzipiert, die ebenfalls zum Schutz von Standard- oder Einschub-PCs, Monitoren und Peripherie-Komponenten in anspruchsvollen Umgebungen dient. Die PC-Schränke sind in zwei unterschiedlichen Tiefen erhältlich, 550 und 750 mm. Das obere Monitorgehäuse ist mit einer Sichttür aus bruchfestem Makrolon ausgestattet und lässt sich nur bei geöffneter Tastaturklapplade entriegeln. Diese wird auf Wunsch abschließbar ausgeführt und enthält eine ausziehbare Maus- und Tastaturablage sowie einen Gelenkarm zur sicheren Kabelführung. Da das Tastaturfach ein in sich gekapseltes Gehäuse ist, bleibt auch bei geöffneter Lade die Schutzart IP54 bestehen. Zwei USB-Schnittstellen für Tastatur und Maus sind ebenfalls integriert.

Der untere Bereich der PC-Schränke ist für Automatisierungsbauteile vorgesehen: Einschübe oder Gleitschienen für PC und USV sind ebenso vorhanden wie ausreichend Platz auf der Montageplatte für Kabelkanäle, Hutschienen, Klemmen und die Verdrahtung. Weitere Ausstattungsoptionen sind Sockel oder Rollensockel in unterschiedlichen Höhen sowie Klimatisierungsmöglichkeiten in der Tür, den Seitenwänden oder auf dem Dach. Wird das Kühlgerät auf dem Dach platziert, sorgen flache Luftführungskanäle dafür, dass die kalte Luft an der Tastaturschublade und den Zwischenböden vorbei nach unten gelangt, um die leistungsintensiven Komponenten ausreichend zu kühlen.

SPS IPC Drives 2014
Halle 5, Stand 340