In seiner prämierten Arbeit beschäftigt sich Dr.-Ing. Tobias Wartzek mit kontaktlosem medizinischem Monitoring, das Patienten eine nahezu unmerkliche und automatische Überwachung der Vitalparameter ermöglicht.

In seiner prämierten Arbeit beschäftigt sich Dr.-Ing. Tobias Wartzek mit kontaktlosem medizinischem Monitoring, das Patienten eine nahezu unmerkliche und automatische Überwachung der Vitalparameter ermöglicht.VDE

Etablierte Messtechniken benötigen in der Regel eine Vorbereitungszeit, eine Verkabelung am Patienten sowie Expertenwissen zur Bedienung des Gerätes. Dies ist im Krankenhaus aufgrund von Personalmangel oder in der häuslichen Versorgung wegen fehlender fachlicher Kompetenz oftmals kaum zu bewerkstelligen. Tobias Wartzek betrachtet am Beispiel der kontaktlosen kapazitiven Messung des Elektrokardiogramms (EKG) und der Atmung daher die gesamte Messkette von den Sensoren bis hin zur Signalverarbeitung und -anzeige mit dem Ziel, valide Messwerte der Herz- und Atemrate zu erhalten.

Eine große Herausforderung bei der kontaktlosen Messung sind Störungen. Der Autor geht in seiner Arbeit explizit darauf ein, wie ein Monitoring-System diese erkennt und reduziert. Die Belastbarkeit seiner entwickelten Lösungsvorschläge demonstriert er sowohl an künstlichen Signalen als auch an realen Messdaten von Freiwilligen. Zudem zeigt Wartzek wie durch eine Fusion mehrerer Sensoren eine Erhöhung der zeitlichen Abdeckung des Monitorings möglich ist und sich dabei gleichzeitig die Störungen verringern. Als Anwendungsbereich schlägt der Autor das intelligente Krankenbett in Bereichen niedriger Überwachungsstufe vor, um so die Patientensicherheit deutlich zu erhöhen.

Den Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik hat Dr. med. Hans Haindl gestiftet, der als öffentlich bestellter Sachverständiger für Medizinprodukte auf mehr als 20 Jahre Schadensbegutachtung an Medizinprodukten zurückblicken kann. Der mit insgesamt 6500 Euro dotierte jährlich ausgeschriebene Preis richtet sich an den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs in Forschungseinrichtungen, Kliniken und in der Industrie.