Wissenschaftler des Fraunhofer IAO befragten Unternehmen zum Stand der Mensch-Roboter-Kollaboration.

Wissenschaftler des Fraunhofer IAO befragten Unternehmen zum Stand der Mensch-Roboter-Kollaboration. Fraunhofer IAO

Bei der Mensch-Roboter-Kooperation beziehungsweise -Kollaboration (MRK) arbeiten Roboter direkt mit dem Menschen zusammen, ohne dass ein Schutzzaun sie trennt. Die Arbeitsbereiche überlappen sich. Nun wollten die Fraunhofer-Wissenschaftler klären, ob der Installationsaufwand tatsächlich so gering ist und die neuen Roboter sicher sind. Im Rahmen der Studie ‚Fit4LBR‘ führten die Wissenschaftler persönliche Gespräche mit 18 Unternehmen und nutzten die Ergebnisse aus sieben Veröffentlichungen. Bei der Auswahl achteten sie darauf, dass die Applikation in Serie eingesetzt oder die Roboter bereits in mehreren Unternehmen im Einsatz sind.

Das Ergebnis: In allen persönlichen Gesprächen bestätigten die Unternehmen, dass die Technologie funktioniert. Unsicher waren die Befragten jedoch noch, was beispielsweise Normen und Richtlinien der Arbeitssicherheit betrifft. Zudem ist der Aufwand für den schutzzaunlosen Einsatz laut Umfrage deutlich höher als anfangs erwartet. Darüber hinaus arbeiten Mensch und Roboter demnach überwiegend in Koexistenz nebeneinander, kollaborative Anwendungsfälle in laufender Produktion gibt es bisher kaum. Damit sich die Anschaffungskosten eines Leichtbaurobotors lohnen, gilt es, den neuen Arbeitskollegen gut auszulasten.

Und die Befragten waren sich einig: „Trotz Hemmnissen einfach anfangen“. Studienleiter Manfred Bender vom Fraunhofer IAO meint, dass es dabei besonders wichtig sei, eine Applikation auszuwählen, die funktioniert. „Die Applikation darf nicht zu komplex sein und sollte einfache Anforderungen an die Materialbereitstellung haben“, so Bender. Für einen gesicherten Montagebetrieb sollten spitze oder scharfe Teile zudem außen vor gelassen werden.