Hans Steiner, der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter der Datetec-Gruppe.

Hans Steiner, der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter der Datetec-Gruppe.Datatec

Herr Steiner, wie stellt sich für Sie das Land Baden-Württemberg dar?

Der heterogene Mittelstand in Baden-Württemberg macht den wirtschaftlichen Erfolg und die wirtschaftliche Stärke des Landes aus. Und viele dieser mittelständischen Firmen haben Weltruf und bringen damit eine Internationalität ins „Ländle“. So ist die Struktur geprägt einerseits von einer innovativen Forschungslandschaft, andererseits durch eine moderne Infrastruktur und durch die innovativen und robusten Mittelstandsfirmen. Nach wie vor ist in Baden Württemberg der Automobilbereich mit den entsprechenden Zulieferfirmen als auch der Maschinenbau dominierend – übrigens auch in den Patentanmeldungen.

Gerade im Automobil und im Maschinenbau – aber auch im Bereich der Sensorik und allgemeinen Elektrotechnik sowie der Medizintechnik – werden heute wesentlich mehr komplexe elektronische Module eingesetzt, die es einerseits zu entwickeln und andererseits während und am Ende des Produktionsprozess zu testen gilt. Gerade dieses prädestiniert die Ansiedlung von dataTec in dieser Region und wir profitieren hiervon. Zugegeben: Bei der Gründung der Firma waren diese strategischen Überlegungen nicht ausschlaggebend – sondern sie lagen einfach auf der Hand – ich hatte hier in Reutlingen gewohnt. Im nachhinein betrachtet ist dieses aber ein glücklicher Zufall in dieser Region dataTec gegründet zu haben, da vor allem die noch vor 20 Jahren aktiven Distributoren in den Randgebieten der Republik heute nicht mehr existieren.

Hätte eine Gründung von dataTec auch in anderen Bundesländern geklappt?

Für die Beantwortung dieser Frage gilt es zu differenzieren. Es ist eine wesentliche Voraussetzung, dass die Gründung in einem innovativen Umfeld bzw. in einer innovativen Region erfolgt. Aus diesem Blickwinkel hätte eine Gründung in NRW oder Bayern sicher auch zum Erfolg geführt. Bei anderen Bundesländern hätte ich meine Zweifel. Eine innovative Region ist zwar wichtig, jedoch ohne Fleiß können Sie auch in der besten Region nicht gewinnen. Aber ich freue mich hier in Reutlingen zu sein und bin froh, dass sich dataTec sehr gut entwickelt und Marktanteile gewinnt. Nicht zuletzt waren auch dies Entscheidungsgründe für Agilent, Hameg und andere unserer Lieferanten, den Vertrieb ihrer Produkte in unsere Hände zu legen. Und da bin ich, zusammen mit dem insgesamt 96-köpfigen dataTec-Team, auch stolz drauf.

Was sind die Ziele für die Zukunft?

Strategisches Ziel: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich die Strategie des Unternehmens und die damit einhergehenden geschäftspolitischen Ereignisse nicht offen legen kann. Jedoch sind wir daran interessiert, mit entsprechenden Herstellern von messtechnischen Geräten in der Elektronik-Banche zu kooperieren. Voraussetzung ist, dass sowohl für den Kunden, dem Lieferanten und dataTec ein Mehrwert entsteht. Andernfalls ist eine Kooperation zum Scheitern verurteilt.

Umsatzziel: Diese Frage nach dem Umsatzziel kommt zum richtigen Zeitpunkt. Unser Geschäftsjahr geht vom 1. Juli bis zum 30. Juni des darauffolgenden Jahres was bedeutet, dass wir auf das Geschäftsjahresende zusteuern. Ich kann Ihnen eine ziemlich genaue Punktlandung zu unseren Zielen für dieses Geschäftsjahr vermelden. Wir werden die € 38 Mio. erreichen.

Optimierungs-Ziel: Ständig sind wir mit unseren Lieferanten bemüht die Prozesse so eng und effektiv zu gestalten, dass ein Kunde möglichst schnell und günstig das von ihm gewünschte Produkt erhält. Ebenso wollen wir ihn zeitnah und knapp von Neuheiten und möglichen Veränderungen informieren. Auch das sehen wir als unsere Aufgabe an und wir wollen uns hier verbessern und vor allem fair bleiben. Erst diese Verzahnung garantiert auch dem Kunden, dass er an vorderster Front bleibt und ihn in die Lage versetzt seine Ziele zu erreichen.