Obwohl im Auto bereits viele Aufgaben direkt innerhalb von Mikrocontrollern berechnet werden, sind dennoch derart viele Einzel-Speicherbausteine erforderlich, dass Tom Eby, Vice President der für Automotive-Anwendungen verantwortlichen Embedded Solutions Group bei Micron Technology, den Gesamtmarkt für Automotive-Speicherbausteine auf etwa eine Milliarde US-Dollar schätzt.

Giorgio Scuro, Dr. Reinhard Weigl und Tom Eby  (v. l. n. r.): Die Automotive-Kunden umfassend unterstützen – durch lokalen Support sowie durch Speicher mit 10 Jahren Garantie in punkto Fit, Form und Function.

Giorgio Scuro, Dr. Reinhard Weigl und Tom Eby (v. l. n. r.): Die Automotive-Kunden umfassend unterstützen – durch lokalen Support sowie durch Speicher mit 10 Jahren Garantie in punkto Fit, Form und Function.Alfred Vollmer

Allein Micron hat nach Angaben von Giorgio Scuro, Automotive Division General Manager im Bereich von Microns Embedded Solutions Group, im Jahr 2012 über 120 Millionen Speicherbausteine an Automotive-Kunden geliefert. Er betont, dass 2013 Speicherbausteine im Wert von durchschnittlich 12,4 US-Dollar in jedem Auto verbaut sind, wobei das Spektrum von unter 2 US-Dollar in ganz einfachen Autos bis zu über 100 US-Dollar in Premium-Fahrzeugen reicht. „Unsere Speicher kommen sogar in Getriebesteuerungen zum Einsatz, denn sie sind für den Temperaturbereich von -40 bis +150 °C für den Automotive-Markt qualifiziert“, ergänzt Giorgio Scuro.

„Wir sehen einen Trend, Supercomputer-Architekturen zu nehmen und diese Technologien angepasst ins Auto zu bringen“, berichtet Tom Eby. „Diese Automotive-Supercomputer kommen dann primär im Bereich ADAS zum Einsatz – und zwar zur Radar- und Bildsignal-Verarbeitung. Hierfür werden in Zukunft sehr viele Speicherbausteine benötigt, und Micron hat sich bereits darauf eingestellt.“

Mit seinem PLP (Product Longevity Program) genannten Programm zur Sicherstellung der Langzeit-Lieferbarkeit sieht sich Micron bestens im Automotive-Sektor positioniert, denn immerhin gibt das Unternehmen Tom Eby zufolge „zehn Jahre Garantie in punkto Fit, Form und Function“ (kompakter kann man es nicht ausdrücken) sowie eine zweijährige Übergangszeit, wenn Shrinks anstehen, so dass genug Zeit für eine erneute Qualifizierung bleibt. Dr. Reinhard Weigl, Senior Director of Systems Engineering & Architecture ESG bei Micron in Ismaning in München bringt einen zusätzlichen Aspekt ins Gespräch: „Micron agiert mittlerweile als externe verlängerte Werkbank seiner Kunden. Wir unterstützen in den Bereichen Systems Engineering und Architektur.“ Hierzu bringen die Kunden ihre Plattform zu Micron, um sie dann gemeinsam (weiter) zu entwickeln. „So lernen wir auch die Art und Weise kennen, wie die Kunden unsere Produkte einsetzen“, betont Dr. Weigl. „Es ist äußerst wichtig für uns und unsere Kunden, dass wir diese Anwendungen vollständig verstehen, denn so bekommen wir auch Inputs für neue Designs. Wir können dann zukünftige Technologien zu einem frühen Zeitpunkt derart beeinflussen, dass sie in Zukunft exakt zu den Anwendungen passen.“ Derzeit definiere Micron Produkte, die 2018 in Serienproduktion gehen werden.

Um dabei den passenden Support zu ­liefern verfügt Micron über ein gut ausgestattetes Labor in Ismaning bei München, das sich fast ausschließlich mit Auto­mo­tive-Designs beschäftigt. Alle Versuchsaufbauten befinden sich dabei auf fahrbaren Tischen, und „wenn der Kunde kommt, dann wird alles ins Customer-Lab geschoben, so dass der Kunde wirklich nur sein eigenes Design zu sehen bekommt“, hebt Dr. Weigl hervor.

Er sieht einen weiteren Anreiz, warum Micron-Kunden mit ihren Designs ins Labor nach Ismaning kommen sollen: „Wir sind bei der Labor- und Messtechnik besser aufgestellt als so mancher unserer Partner.“ So stehen dort beispielsweise mehrere 20-GHz-Oszilloskope oder diverse Stromversorgungen mit extrem niedrigem Innenwiderstand, die innerhalb von wenigen Nanosekunden die Spannung von 0 auf 30 V erhöhen können, so dass sich viele Wellenformen programmieren lassen.