Um induktiv bzw. elektromagnetisch ablesbare Sensoren wie etwa SmartCards herzustellen, sind spulen- oder antennenartige Gebilde aus recht dünnen Kupferlackdrähtchen mit Durchmessern von 0,03 bis 0,05 mm in geeigneter zwei- oder gar dreidimensionaler Form zu verlegen und zu fixieren. Das Abziehen von 0,03 mm Drähtchen ab kg-Vorratsspulen ist bereits für sich selbst betrachtet ein Problem erster Güte, diese dann auch noch ohne Drahtrisse auf Kunststoffblättern zu verlegen und zu fixieren stellt deutliche technologischen Hürden.


Die vielgerühmte, höchstpräzise Feinstmechanik hilft hier leider nicht mehr weiter. Die Materialtoleranzen von A3 Kunststoffblatt, Feinstdrähten und Chip-Package setzen der Mikromechanik rasch Grenzen und den Einrichtmechaniker in Dauerstress. Die Lösung liegt nun nicht in einer Hochpräzision, sondern im Gegenteil, Toleranzen sind beinahe erwünscht. Jede physikalisch / geometrisch relevante Prozessgrösse wird in Echtzeit sensorisch erfasst, softwaremässig ausgewertet und sofort als Stellgrössen der Mechatronik (=Antrieb + Mechanik) aufgezwungen. Die Anlage schwimmt sozusagen mit den Toleranzen einfach mit. Das zu verlegende Drahtmuster wird per CAD gezeichnet und direkt auf die Drahtverlegeanlageüberspielt.


Ohne grössere manuelle mechanische Eingriffe kann die Anlage nach dem automatischen Abfragen der verfügbaren Ist-Größen sofort mittels vier robotergeführten Verlegeköpfen das geforderte „Gebilde“ simultan in vierfacher Ausführung auf eine, A2 Platte fixieren. Dies inklusive dem vollautomatischem Aufkleben und Einlegen des Rechnerchips, dessen Kontaktierung mit dem Draht -und der Kartengrobprüfung. Die bisher üblichen Produktionsraten von 30 bis 50 Karten pro Stunde werden nun drastisch auf 1200 bis 1500 Stück angehoben. Mehrere Anlagen laufen bereits mit hoher Verfügbarkeit.