Mit der Größe eines Autoradios präsentieren sich heute 100-W-Transceiver wie der hier gezeigte IC-706.

Mit der Größe eines Autoradios präsentieren sich heute 100-W-Transceiver wie der hier gezeigte IC-706.Siegfried W. Best

Allein der Größenvergleich eines 100-W-KW-Senders früherer Jahre mit einem modernen 100-W-KW-Transceiver zeigt den Fortschritt in der Hochfrequenztechnik und in der Elektronik allgemein. Vergleicht man das Volumen des bekannten SK010 der 70er Jahre von Rohde & Schwarz mit einem modernen Transceiver heutiger Tage, ergibt sich ein Verhältnis von 1:116. Und beim Gewicht stehen 104 kg rund 2,5 kg gegenüber. Bei diesem Vergleich ist zudem zu berücksichtigen, dass der hier als High Tech Toy vorgestellte Transceiver Icom IC-706 erstens ein Dual-Band-Transceiver ist, also auf zwei sehr unterschiedlichen Bändern sendet (auf den Afu-KW-Bändern und auf dem 2-m-Band) und zweitens auch einen Dual-Band-Empfänger eben für diese Bänder enthält.

Blockschaltbild des Dual-Band-Senders.

Blockschaltbild des Dual-Band-Senders.Icom

Einen Überblick über die Funktionsweise des Senders gibt das Blockdiagramm in Bild 2. Bild 3 zeigt das Blockdiagramm des Empfängers. Den gedrängten Aufbau von Empfänger und Sender sowie die Lage der wesentlichen Bauelemente kann man in Bild 4 erkennen.

FM-Modulation mittels Varactordiode

Bild 2 zeigt den für den KW-Teil (AM) und den 2-m-Teil weitgehend identischen Signalverlauf des Senders. Ausgehend vom Mikrofonverstärker (AMP, bestimmt auch den Kompressionspegel) gelangt das NF-Signal zur Mischstufe, einem Balancemodulator, für die Generierung der ersten Sende-ZF durch Mischung mit der BFO-Frequenz. Für den AM/FM-Betrieb ist ein Begrenzerverstärker (IDC) vorgesehen. Die FM-Modulation erfolgt im Oszillator Q40 mittels Varactordiode. AM/RTTY/FM und SSB-Signale durchlaufen das erste Quarzfilter (9,0115 MHz), um zur nächsten Mischstufe (IC5) zu gelangen, der auch das LO-Signal von 60 MHz zugeführt wird. In der nachfolgenden Mischstufe (IC3, ein Balancemischer) wird eine 69-MHz-ZF erzeugt, die dem Hochpassfilter-Board (HPF) zugeführt wird. IC3 und IC5 werden sowohl für den Sender als auch für den Empfänger verwendet. Im HPF erfolgt je nach Betriebsart die notwendige Filterung über sechs Hochpassfilter bei KW beziehungsweise für das 6-m-Band mittels 50-MHz-Tiefpassfilter (BPF). Für 2-m-Betrieb mit FM kommt ein 144-MHz-Bandpassfilter zum Einsatz.

Blockschaltbild des Dual-Band-Empfängers.

Blockschaltbild des Dual-Band-Empfängers.Icom

Dem Filterteil folgt ein Verstärker (IC1), der schließlich über weitere Vorverstärker und Treiber (Q16, Q2) die Endstufen ansteuert: Für AM den Leistungsverstärker Q18, Q19, dessen Ausgang stabile 100 W über ein Tiefpassfilter (HF/50 MHz) zur KW-Sendeantenne liefert. Bei FM gelangt das Signal von Q2/Q16 mit 10 W ebenfalls über ein Tiefpassfilter (hier für 144 MHz) zur 2-m-Sendeantenne.

Der KW-Empfängerteil, der hier wie auch der 2-m-Empfänger der Vollständigkeit halber auch erklärt wird, geht von 0,03 bis 60 MHz und ist als Doppelsuper aufgebaut mit einer ersten ZF von 69,0115 MHz und einer zweiten ZF von 9,0115 MHz (Bild 3). Das Antennensignal gelangt über einen Tiefpassfilter (LPF) und ein Dämpfungsglied (ATT) sowie einen Hochpassfilter zum schaltbaren Vorverstärker (macht 15 dB) auf dem HPF-Board (HPF) zum ersten Mischer. Diesem folgt das Quarzfilter der ersten ZF. Nach dem zweiten Mischer, dem eine LO-Frequenz von 60 MHz zugeführt wird, durchläuft das ZF-Signal das Noiseblankergate, auf den das Quarzfilter der zweiten ZF folgt. Der Noiseblanker bewirkt in der zweiten ZF die Unterdrückung von impulsartigen Störsignalen. Der Produktdetektor schließlich liefert die NF aus SSB-Signalen. Die Demodulation von AM und FM erfolgt in getrennten Demodulatoren.

Innenansicht des 100-W-Transceivers IC-706. Oben die Hauptplatine mit den Empfangsfunktionen. Unten unter anderem die HF/VHF-Leistungsendstufe, PLL-DDS-Schaltkreise für die Frequenzerzeugung und die NF-Stufe.

Innenansicht des 100-W-Transceivers IC-706. Oben die Hauptplatine mit den Empfangsfunktionen. Unten unter anderem die HF/VHF-Leistungsendstufe, PLL-DDS-Schaltkreise für die Frequenzerzeugung und die NF-Stufe.Icom

Impulsartige Störsignale werden unterdrückt

Der 2-m-Empfänger hat am Antenneneingang ein Bandpassfilter, gefolgt von einem Vorverstärker, dessen Ausgang im HPF-Board in den Signalweg des KW-Teils gelangt. Schmalband-FM-Signale folgen dem KW-Teil, WFM-Signale gelangen zu einem 70,7-MHz-Bandpass. Der weitere Signalweg entspricht dem KW-Teil bis auf die Demodulation, die in einem getrennten FM-Quadraturdetektor erfolgt. Über NF-Verstärker gelangt das Signal schließlich in den eingebauten Lautsprecher und die Anschlussbuchse für einen externen Lautsprecher.

Der IC-706 von Icom ist ein bei Funkamateuren sehr beliebtes Gerät, da es ein Dual-Band für KW ist und das 2-m-Band und im KW-Teil auch das 6-m-Band erfasst. Das Gerät, das es nur noch in Second-Hand-Shops gibt, hat inzwischen Nachfolger gefunden, die mit digitaler Signalverarbeitung arbeiten, so zum Beispiel den IC-7000. Über die neuesten Transceiver von Icom kann man sich bei Boger electronics einen Überblick verschaffen. Boger ist ein unabhängiger deutscher Anbieter von kompletten Funküberwachungs- und Funkaufklärungssystemen im HF-/VHF-/UHF-Frequenzbereich.

Die wesentlichen Daten des IC-706

Sender

Für die Amateurfunkbänder 160 m, 80 m, 40 m, 30 m, 20 m, 17 m, 12 m, 10 m und 6 m sowie 2 m

Betriebsarten SSB, CW, AM, FM und RTTY

Ausgangsleistung in den KW-Bändern

SSB, CW, FM RTTY: 5 bis 100 W

AM: 2 bis 40 W

Ausgangsleistung 2-m-Band (144 MHz)

SSB, CW, FM, RTTY: 1 bis 10 W

AM: 1 bis 4 W

Empfänger

Betriebsarten SSB, CW, AM, FM, WFM und RTTY

Durchgehend von 30 kHz bis 200 MHz

Empfindlichkeit

SSB/CW:

AM

FM

WFM 76 bis 108 MHz < 10 µV, 12 dB SINAD