Die SpiderPLC löst das Problem mit unterschiedlichen Software-Versionen beim SPS programmieren, da die Steuerung ihr Engineering Tool an Bord hat.

Die SpiderPLC löst das Problem mit unterschiedlichen Software-Versionen beim SPS programmieren, da die Steuerung ihr Engineering Tool an Bord hat. iniNet Solutions

Alles, was Anwender brauchen ist ein Tablet, ein Smartphone oder einen PC mit HTML5-fähigem Browser sowie eine Steuerung mit der SpiderPLC. Diese besteht aus einem SPS-Laufzeitsystem, einem Web-Server sowie einer Web-Applikation für die Visualisierung und Programmierung der SPS. Somit liegt die notwendige Software für die Programmierung und den Betrieb von einfachen SPS-Projekten inklusive HMI-Engineering auf der embedded Steuerung.

Durch die Browserprogrammierung fällt die Installation der Programmiersoftware auf dem PC weg, was bei manchen Tools mehrere Stunden dauern kann. Ein weiteres Problem kennen SPS-Programmierer, wenn sie auf eine Anlage kommen und das Programm der SPS mit einer anderen Software-Version als der auf dem Laptop erstellt worden ist. Dann brauchen sie die richtige Version und natürlich sollte auch das Original-Projekt der SPS im Gepäck sein, um die gesamte Dokumentation zur Verfügung zu haben. Ebenfalls braucht es Parameter für die Online-Verbindung und das Debugging. All diese Redundanzen von Informationen auf dem PC und der SPS entfallen bei dem Konzept von iniNet.

Da die gesamte Software für das Design der Bedieneroberflächen und Programmierung der Applikation auf dem embedded-Webserver vorgehalten wird, braucht es keine separaten PCs mit Engineering-Tools mehr.

Da die gesamte Software für das Design der Bedieneroberflächen und Programmierung der Applikation auf dem embedded-Webserver vorgehalten wird, braucht es keine separaten PCs mit Engineering-Tools mehr. iniNet Solutions

Anwender können die Programmierumgebung auf ein bestehendes Gerät sowie Microcontroller und Echtzeitbetriebssysteme portieren, wobei die gesamte Funktionalität in einem embedded Web-Server integriert ist. Diesen und die Runtime gibt es für die Betriebssysteme: Windows 7/8/10, Windows CE (WEC), Linux, Raspian oder Android. Außerdem kann die Runtime auch auf kleine Echtzeitbetriebssysteme portiert werden, zum Beispiel für Cortex M3/M4 Microcontroller.

Programmieren per FUP

Visu-Elemente können zum Debugging direkt in die Funktionspläne der SpiderPLC mit integriert werden.

Visu-Elemente können zum Debugging direkt in die Funktionspläne der SpiderPLC mit integriert werden. iniNet Solutions

Da es auf der SPS nur ein Programm gibt, muss kein Projekt geöffnet werden. Dieses Programm kann aus beliebig vielen Seiten bestehen, die sich editieren lassen. Für verschiedene Aufgabenstellungen gibt es Galerien mit Funktionsbausteinen, wobei Anwender diese Bausteine selektieren, verschieben und miteinander verbinden können. FUP ist für einfache Aufgabenstellungen am besten geeignet, da es durch die rein grafische Programmierung weitgehend selbsterklärend ist. Außerdem können Gerätehersteller eigene, komplexere Algorithmen für Anwender in einem Funktionsbaustein kapseln. In Zukunft sollen solche gekapselten Bausteine in weiteren Hochsprachen, wie Python, PHP oder .net entwickelt und durch die SoftSPS extern aufgerufen werden können. Der Anwender erhält je nach Funktion des Gerätes seine spezifischen Funktionsbausteine zur Programmierung im Browser.

Für die Konfiguration öffnen sich die Einstellungen, welche genau die auf der SPS vorhandenen I/Os und Variablen zur Auswahl anbieten. Nach dem Kompilieren ersetzt das aktuelle Programm das alte im laufenden Prozess – und das innerhalb eines Sekundenbruchteils mit einem Klick. Daher ist ein Anhalten der SPS nicht notwendig. Der konfigurierbare Online-Debugger zeigt alle Seiten des Programms an und visualisiert live die Prozesswerte. Um das Debugging zu vereinfachen, können Anwender in den Funktionsplan-Seiten Visualisierungselemente wie Buttons, Texte oder Editierfelder einfügen.

Geräte smart machen

Außer für Low-Cost-Steuerungen eignet sich das Engineering-Tool auch zur Integration in bestehende Automatisierungsgeräte, wie Datenlogger, Regler, intelligente Sensoren, Antriebe und Gateways. Oftmals trifft man beim Einsatz solcher Geräte im Projektgeschäft auf Kundenwünsche, welche die bestehende Gerätefirmware nicht mehr abdeckt. Die Erstellung einer projektspezifischen Firmware ist aber meist zu aufwendig und bezüglich Software-Wartung, kaum zu beherrschen. Gerade in solchen Fällen können einfache SPS-Programmierfunktionen die Flexibilität erhöhen.

SpiderPLC ist in C geschrieben und dadurch leicht zu portieren, es braucht lediglich eine Anbindung an die Prozessvariablen des Kundengerätes über ein C/C++ API. Die Idee dahinter: Die ‚Firmware‘ beziehungsweise die zentralen Funktionen des Gerätes sind in einer Hochsprache geschrieben und werden vom Gerätehersteller implementiert. Dies kann C/C++ oder aber auch IEC61131 sein. SpiderPLC ist eine einfache Programmiermöglichkeit für die Anwender der Geräte im Feld, eröffnet also eine zweite Programmierebene.

HMI-Editor inklusive

Die Programmierung und das Editieren des HMI können per Webserver weltweit via Tablet oder Smartphone erfolgen.

Die Programmierung und das Editieren des HMI können per Webserver weltweit via Tablet oder Smartphone erfolgen. iniNet Solutions

Neben der Programmierung per Funktionsplan gibt es einen HMI-Editor mit einer Galerie von HMI-Objekten für einfache HTML5-fähige Visualisierungen. Da alle Tools zum Baukastensystem SpiderControl gehören, lassen sich die Elemente der Steuerung und des Web-HMI Editors wie in einem Lego-Baukasten kombinieren.

Elemente des SpiderPLC-Editors, also dessen GUI sowie die verfügbaren Bibliotheken der Funktionbaustein- und HMI-Objekte, werden mit dem PC-basierten Spider Control PC-HMI-Editor gezeichnet. Ob einfaches Textfeld oder komplexes Macro: Anwender können jedes gewünschte Objekt am PC grafisch entwerfen, gruppieren und die im Web-HMI für die Konfiguration notwendigen Parameter markieren. Ein OEM-Kunde ist somit in der Lage, mit dem PC-HMI-Editor die Eigenschaften und Funktionen des Web Editors zu programmieren. Das User-Interface des Editors kann damit der Corporate Identity des OEM-Kunden angepasst werden und die Funktions- und HMI-Objekte lassen sich auf ein Produkt abstimmen sowie einfach erweitern.

Zur OEM-Integration in die Kundenplattform steht ein DataServer im Sourcecode als Development-Kit zur Verfügung. Dieser Datenserver implementiert und beschreibt die für den SpiderPLC-Prozess sichtbaren Variablen sowie I/O‘s und ermöglicht ihm eine Schreib- und Lesefunktion. SpiderPLC lässt sich online in der Cloud testen. Außerdem stehen Images zur Installation auf verschiedenen Zielsystemen zum Download bereit.

SPS IPC Drives 2017: Halle 6, Stand 117