"Wir eliminieren mit unserer Lösung die physikalischen ­Limitierungen von ­ketten-basierten Antriebs­systemen." Dr. Jürgen Weinhofer

„Wir eliminieren mit unserer Lösung die physikalischen ­Limitierungen von ­ketten-basierten Antriebs­systemen.“ Dr. Jürgen WeinhoferRockwell Automation

Herr Weinhofer, wie funktioniert das Motion-System von Jacobs Automation konkret?

Das iTrak-System ist eine Servoantriebslösung mit bewegten Magneten. Das ermöglicht es, mehrere sogenannte Mover auf einem Bahnabschnitt unabhängig zu bewegen. Diese linearen und gekrümmten Abschnitte lassen sich in unterschiedlichen Konfigurationen zusammenfügen.

Sind die Antriebe, wie letzten Sommer angekündigt, inzwischen in die Steuerungs- und Antriebswelt von Rockwell Automation integriert, und wie?

Die unabhängigen Mover werden wie alle anderen Antriebe in unserer Software-Umgebung Studio 5000 programmiert. Somit sind die Einheiten vollständig in unsere Logix-Steuerungs­familie integriert.

Welche Eckdaten und Leistung erreicht das Antriebssystem?

Das System erfüllt Anwendungsanforderungen mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 5 m/s, einer maximalen Kraft von 600 N und einer Spitzenleistung von bis zu 20 kW.

Die Antriebslösung iTrak besteht aus feststehenden Modulen für den Aufbau der Streckenführung und beweglichen Movern, die entsprechend dem Layout horizontal wie auch vertikal auf den Schienen angetrieben werden.

Die Antriebslösung iTrak besteht aus feststehenden Modulen für den Aufbau der Streckenführung und beweglichen Movern, die entsprechend dem Layout horizontal wie auch vertikal auf den Schienen angetrieben werden.Rockwell Automation

Ist die Lösung auch in Deutschland und Europa verfügbar?

Ja, die Lösung ist weltweit im Einsatz. Aktuell haben wir neben Nordamerika und Asien auch eine Anzahl von Kunden in Deutschland, Italien und England.

Die Ähnlichkeit mit anderen Mover-Konzepten ist nicht zu leugnen. Worin unterscheidet sich denn Ihr System?

Die iTrak-Lösung differenziert sich im Speziellen hinsichtlich der verfügbaren Motorgrößen von 40 bis 600 N und den mechanisch kundenspezifischen Ausführungen. Zudem ist es global verfügbar und bietet aufgrund der patentierten Technologien Sicherheit.

Was ist an dem Antriebssystem patentiert?

Die iTrak-Lösung integriert einige Innovationen, etwa der Einsatz von Absolutwertgebern in einer sich bewegenden Magnetlösung, Soft-ID-Technologien für die Verfolgung der Mover-Position durch das System oder die spritzwassergeschützten Designelemente in einem Bahnsystem mit Magneten. Diese speziellen Eigenschaften sind patentiert.

Technik im Detail

iTrak – das System

Die Antriebslösung iTrak besteht aus feststehenden Modulen für den Aufbau der Streckenführung und beweglichen Movern, die entsprechend dem Layout horizontal wie auch vertikal auf den Schienen angetrieben werden. Die feststehenden Teile gibt es in verschiedenen Längen und Kurvenradien. Die Module kapseln die Spulen der mehrphasigen Motoren samt den zugehörigen Servoantrieben und Positionssensoren. Lediglich die Stromversorgung und die Kommunikationsleitung (Ethernet/IP) zur kombinierten Leistungs- und Steuerungseinheit sind anzuschließen. Durch unterschiedliche Ansteuerung der Spulen in den Modulen entsteht das kontinuierliche Magnetfeld für den Vortrieb der Mover auf der Strecke, beispielsweise mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf einzelnen Streckenabschnitten. Die High-Speed-Variante schafft dabei laut Online-Spezifikation Geschwindigkeiten größer 2 m/s.

Wo sehen Sie die Einsatzgebiete des Bahnantriebssystems?

Die iTrak-Lösung ist eine Alternative für alle Maschinen, die derzeit aufgrund der kettenbasierten Mechanismen in Bezug auf Geschwindigkeit und damit hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit beschränkt sind. Wir eliminieren mit unserer Lösung die physikalische Limitierung von Ketten. Mehr noch: Die unabhängige Ansteuerung der Mover erhöht die Flexibilität der Maschinen und bietet dem Maschinenbauer neue Gestaltungsmöglichkeiten. Wir sehen für iTrak ein enormes Potenzial in allen Bereichen von Verpackungsmaschinen sowie der Materialfluss- und Montagetechnik. Das Interesse der Anwender an unserem System bestätigt unsere Einschätzung.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die weiteren Entwicklungsschritte sind sowohl die Portfolio-­Erweiterung bezüglich Produktdimension und -vielfalt als auch eine weitere Vereinfachung der Architektur. Wir glauben daran, dass sich diese Technologie künftig so einfach in eine Maschine integrieren lässt wie heute ein klassischer Servomotor.