Von der zentralen Leitstelle aus dirigieren die Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn jetzt den öffentlichen Nahverkehr in der Hansestadt.

Von der zentralen Leitstelle aus dirigieren die Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn jetzt den öffentlichen Nahverkehr in der Hansestadt.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit eröffnet die Hamburger Hochbahn AG, Deutschlands zweitgrößtes Nahverkehrsunternehmen, Anfang 2008 ihre neue Betriebszentrale. Von einer zentralen Verkehrsleitstelle aus lassen sich jetzt die U-Bahnlinien U2 und U3 steuern und überwachen. Möglich macht dies Technik von Mitsubishi Electric, wie die IEE-Redaktion bei einer Pressekonferenz in der Hansestadt erfuhr.

Die Modernisierung hatte zum Ziel, die Steuerung des gesamten Betriebsablaufs durch weitgehende Automatisierung effizienter, sicherer und zuverlässiger zu gestalten. Außerdem sollten die Betriebs- und Personalkosten gesenkt sowie die Fahrgastinformation und -sicherheit verbessert werden. Weiterhin erwartete die Hochbahn erweiterte Funktionen für Fernzugriff und -wartung sowie kurze Kommunikationswege und einen einheitlichen Informationsstand des Bedienpersonals.

130 SPSen im Einsatz

Mit der Realisierung der System- und Leittechnik wurde das Unternehmen Funkwerk IT beauftragt. Das rechnergestützte, durchgängig vernetzte Steuerungs- und Betriebsführungssystem umfasst 250 Rechner sowie 34 Arbeitsplätze in der Betriebszentrale, den Streckenzentralen und den technischen Serviceeinrichtungen. Es verwaltet etwa 100000 über das gesamte Streckennetz verteilte Datenpunkte. Eine zentrale Überwachung des Zugverkehrs mit einer einheitlichen Bedienoberfläche für alle Systeme und Aufgaben ermöglicht die Kontrolle und die Steuerung der technischen Anlagen auf den Haltestellen.

Das Betriebsleitsystem stützt sich auf 130 modulare speicherprogrammierbare Steuerungen der Melsec System Q-Serie. Diese übernehmen sowohl die Erfassung der Daten für Haltestellen- und Schaltwartenfunktionen als auch die Fahrzeugidentifikation. Die Entscheidung für die Steuerungen von Mitsubishi Electric fiel laut Jochen Logemann von Funkwerk IT aufgrund der kleinen Bauform. Wichtig sind auch die plus- und minusschaltenden Digitalmodule mit 32 I/Os, da in dem Netz nach den alten Vorgaben der Energieversorgung der Null-Leiter zu schalten ist. Weitere Punkte sind das große Modulangebot, die einfache Verdrahtung über Kabelstecker sowie die unkomplizierte Programmierung und Inbetriebnahme.

Vier Steuerungen auf einer Plattform

Auf der Pressekonferenz stellte Mitsubishi Electric außerdem sein integriertes Steuerungskonzept für die Fertigungsindustrie, die iQ-Plattform, vor. Darin sind vier unterschiedliche Steuerungstypen vereint – SPS, CNC, Motion Control und Robotersteuerung. Die Komplettlösung, soll eine maßgeschneiderte Automatisierung von Einzelanlagen sowie komplexen Fertigungslinien ermöglichen. Für die verschiedenen Steuerungsdisziplinen wurden neue Mikroprozessormodule entwickelt. Diese tauschen über den Hochgeschwindigkeitsbus zyklisch Daten aus und greifen dabei auf einen gemeinsamen Speicher mit einer Kapazität von 14000 Worten zu. Die Kommunikation über den Rückwandbus erfolgt synchron zu den Berechnungszyklen der Prozessoren mit einer Zykluszeit von 0,88 ms. Im Vergleich zum Standard System Q ist dies eine Verbesserung um den Faktor 3,5. Die laut Mitsubishi schnellste SPS am Markt bietet eine Bitverarbeitung von 9,5 ns, eine Fließkommaverarbeitung von 75 ns und einen PC-Mixwert von 60 Anweisungen pro µs. Programmiert wird die Steuerung mit dem überarbeiteten Softwarepaket GX Developer 2. Die neue Version unterstützt auch den internationalen Programmierstandard IEC 61131-3