Mit Beckhoff, B&R und SEW-Eurodrive zeigten gleich drei Hersteller modulare Mehrachs Servo-Systeme auf der SPS/IPC/DRIVES: AX5000, Acoposmulti und Moviaxis. Bei diesen Lösungen ist die Motion-Intelligenz von den Servo-Endstufen getrennt. Leistungsmäßig lassen sich Achskonstellationen mit über 200 kW Spitzenleistung realisieren, verteilt auf acht und mehr Achsen. Gerade hier ist man mit teilweise bis zu zehn verschiedenen Endstufen von 2 A bis 100 A flexibel. Bei dieser Packungsdichte im Schaltschrank gewinnt natürlich die Kühlung an Bedeutung. Hier reicht das Spektrum von der klassischen Konvektion über Durchsteck-Kühler bis hin zu Cold Plates mit Wasser- oder Öl-Kühlung.


Alle Systeme haben je nach Leistungsbedarf verschiedene Einspeisemodule, die den Endstufen über einen gemeinsamen Spannungszwischenkreis die notwendige Energie liefern. Der Spannungszwischenkreis wird über anreihbare Modulträger oder intelligente Steckerkonzepte durchgeschleift. Analog verhält es sich mit dem Systembus. Hier favorisieren Beckhoff und B&R natürlich die Echtzeit-Lösungen von ETG bzw. EPSG – Ethercat bzw. Ethernet Powerlink. SEW-Eurodrive – unter diesem Gesichtspunkt neutral – hat sich für Ethercat als internen Systembus entschieden, wie schon Baumüller bei seinen Servoachsen b maxx. Hinsichtlich Kommunikation wird man nicht nur bei SEW die Kopfsteuerungen auch mit Profinet ausrüsten. Diese Option ist langfristig für jeden ein Muss, der sein System bei den Automobil-Herstellern platzieren will. Generell: Wer seine Servotechnik auch als Komponente im Markt etablieren will, muss in Sachen Kommunikation offen sein.


Ein Muss ist mittlerweile auch die Integration von Safety-Funktionen – ganz besonders bei Servo-Achsen. Hier haben alle Anbieter entsprechende Lösungen parat. Einfachere Funktionen sind teilweise direkt integriert, komplexere wie sicherer Halt, sichere Wiederanlaufsperre, sicher reduzierte Geschwindigkeit oder sichere absolute Position dagegen als Zusatzmodule. Mit den drei Neuen erfahren Anbieter wie Bosch Rexroth und Siemens nun weitere Konkurrenz. Aber auch in Lohr am Main und Nürnberg dürften die Entwickler nicht untätig gewesen sein.