Ein übersichtliches und detailliertes Motormanagement hilft Kosten bei Beschaffung, Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb zu sparen.

Ein übersichtliches und detailliertes Motormanagement hilft Kosten bei Beschaffung, Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb zu sparen. Eaton

Mit dem intelligenten Motor Control Center (iMCC) als Volleinschub präsentiert Eaton eine einfache Kommunikationslösung für das Motormanagement. In den Einschüben des iMCC ersetzt Smartwire-DT die komplette Steuerverdrahtung zu Bedienelementen, Schaltgeräten oder I/O-Baugruppen. Vor allem aber löst es die Verdrahtung zur übergeordneten Steuerung ab. Außerdem liefern Schaltgeräte, wie der elektronische Motorschutzschalter PKE, detaillierte Betriebs- und Diagnoseinformationen, die sich über die herkömmliche Steuerverdrahtung nicht übertragen lassen. Für den Datenaustausch zwischen Smartwire-DT und der übergeordneten Steuerung stehen verschiedene Gateways für CANopen, Profibus DP, Profinet, Ethernet IP oder Modbus TCP zur Verfügung. Das bietet Flexibilität beim Design des gesamten Kommunikationssystems.

Die Schaltanlagen beherbergen das intelligente Motormanagement.

Die Schaltanlagen beherbergen das intelligente Motormanagement. Eaton

So können die Control Center mit den Motorschutzschaltern nicht nur digitale Signale zum Schalten oder Erfassen von Schaltstellungen oder Statusinformationen, sondern auch analoge Werte wie die thermische Belastung des Motors und die aktuellen Motorströme melden. Es lassen sich detailliertere Informationen wie Überlastvorwarnung und differenzierte ‚Ausgelöst‘-Meldungen aus den Einschüben zur übergeordneten Steuerung übermitteln. Diese erweiterten Diagnose-Informationen über die Betriebszustände der Motoren ermöglichen eine vorausschauende Wartung. So sind Anlagenbetreiber in die Lage, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Betriebssicherheit zu verbessern und Stillstandszeiten von Anlagen zu verkürzen.

Einschübe unter Spannung tauschen

Integriert ist das Control Center samt Smartwire-DT in die Schaltanlagen xEnergy. In einem xEnergy-XW-Einschubfeld lassen sich, je nach Anlaufart und -leistung, 75 bis 450 mm hohe Einschübe oder 600 oder 750 mm hohe Spezialmodule installieren. Jeder Einschub hat ein Sperrsystem, das ihn gegen unbeabsichtigtes Ein- oder Herausschieben absichert.

Die Einschübe brauchen weniger Verdrahtung, sind übersichtlicher und damit leichter zu installieren.

Die Einschübe brauchen weniger Verdrahtung, sind übersichtlicher und damit leichter zu installieren. Eaton

Derzeit ist es möglich, Einschübe und Module bis 250 kW per Smartwire-DT in die Schaltanlage einzubauen. Mit speziellen Verteilermodulen – zum Beispiel dem Leistungsadapter SWD4-FFR-PF1-1/-ST1-1 – sind bei einem Tausch der Einschübe keine Veränderungen an den Anschlüssen notwendig. Die Module ermöglichen es, einzelne Smartwire-DT-Verbindung zu trennen. Dabei bleiben andere Einschübe im Feld weiter aktiv, da jeder von ihnen individuell über ein Spannungsversorgungs-Modul an das Kommunikationssystem angeschlossen ist. Die Einschübe lassen sich so binnen weniger Sekunden warten und unter Spannung austauschen. Das Resultat: Anlagen-Stillstände und fachliche Anforderungen an das Wartungspersonal sinken. Drei eindeutige Stellungsanzeigen für die Zustände ‚Betrieb‘, ‚Test‘ und ‘spannungsfrei‘ erhöhen dabei die Wartungssicherheit.

In einem Einschubfeld lassen sich, je nach Anlaufart und -leistung, 75 bis 450 mm hohe Einschübe oder 600 oder 750 mm hohe Spezialmodule installieren.

In einem Einschubfeld lassen sich, je nach Anlaufart und -leistung, 75 bis 450 mm hohe Einschübe oder 600 oder 750 mm hohe Spezialmodule installieren. Eaton

Die Einschübe gibt es in zwei Ausführungen: als Basismodell mit dem thermomagnetischem Schutzschalter PKZ und als erweiterte Version mit dem kommunikativen Motorschutzschalter PKE. Momentan sind folgende Einschübe verfügbar: Direktstarter (0,06 bis 160 kW), Wendestarter (0,06 bis 110 kW), Stern-Dreieckstarter (5,5 bis 75 kW) und Energieabgang 3/4p (16/20 bis 400A).

Schaltschrankbauer profitieren von der einfachen Montage sowie einer geringeren, platzsparenden Verdrahtung für den Einschub. Der Zeitaufwand für Installation, Inbetriebnahme und Wartung ist niedriger. Gleichzeitig ist die Raumnutzung im Einschub besser und die Materialkosten sinken. Der Wegfall überflüssiger Hardware-Komponenten beschleunigt und vereinfacht auch Projektierung und Inbetriebnahme des Schaltschranks. Außerdem sind die Einschübe innen übersichtlicher aufgebaut und so besser vor etwaigen Verdrahtungsfehlern geschützt.

Die kostenlose Software SWD-Assist unterstützt den Anwender bei Planung, Entwurf und Inbetriebnahme. Hier: Konfiguration für zwei Einschübe mit Wendekreis.

Die kostenlose Software SWD-Assist unterstützt den Anwender bei Planung, Entwurf und Inbetriebnahme. Hier: Konfiguration für zwei Einschübe mit Wendekreis. Eaton

Software-Assistent hilft bei Design und Diagnose

Die kostenlose Software SWD-Assist unterstützt den Anwender bei Planung, Entwurf und Inbetriebnahme von Smartwire-DT in den Einschüben. Sie hilft bei der Auswahl der passenden Elemente und bei der Überwachung hinsichtlich eines eventuellen Überschreitens der zulässigen Belastung oder der Bandlänge im Hinblick auf Spannungsabfälle. Auch das Ermitteln benötigter Ausrüstung, zum Beispiel eines Abschlusswiderstands, vereinfacht die Software. Der Benutzer kann eine Bestellliste erzeugen und die Dokumente ausdrucken. Mit der Online-Funktion steht, nach Verbindung mit dem Master der Anlage, eine erweiterte Diagnostik des gesamten Systems zur Verfügung. Auch Aufbau und Test sind komfortabel, da alle Daten über eine Feldbusschnittstelle anstatt über herkömmliche Steuerleitungen übertragen werden. Mit der Software kann der Anwender auch komplette Tests einzelner Einschübe vornehmen – auch ohne eine SPS.

Schaltanlagen im Detail

Zuverlässige Energieverteilung

xEnergy ist ein frei kombinierbares Energieverteilersystem, das speziell für den Infrastrukturbereich in Gebäuden und Industrieanlagen für Ströme bis 5.000 A entwickelt wurde. Das System umfasst sowohl den Schaltschrank, die Einbausystemtechnik, Schalt- und Schutzgeräte als auch entsprechende Planungs- und Kalkulations-Tools. Die kompletten Einheiten sind gemäß IEC/EN 61439 bauartgeprüft. Innerhalb des Schaltanlagensystems gibt es fünf Basistypen: XP (Power,  Leistungsfelder), XF (Fixed,  Felder in Fixeinbautechnik), XR (Removable, Felder in Stecktechnik), XG (General, Felder zur universellen Verwendung) und XW (Withdrawable,  Felder in Volleinschubtechnik).

Die xEnergy-XW-MCC-Einschübe dienen der Antriebssteuerung bei Schaltkreisen bis 250 kW mit direktem Anlauf (DOL), Wendeanlauf (FR) oder Stern-Dreieck (SD) sowie für lineare Verbraucher bis 630 A. Die Schaltschrank-Felder sind unterteilt in einen Kassetten- (Breite: 600 mm) und einen Kabelbereich (Breite: 400 oder 600 mm). Da die Höhe der Einschübe 1.875 mm beträgt, ist es möglich, in einem Schaltschrank-Feld bis zu 25 Einschübe einzusetzen. Die Verteilschienen sind für Ströme bis 2.000 A ausgelegt. Der maximale Kurzschlussstrom beträgt 80 kA (1 s). Die Haupt- und Verteilschienen sind vollständig von den anderen Leistungsfeldern im Schaltschrank getrennt. Selbstschließende Schutter schützen den Anwender davor, mit den elektrischen Komponenten unter Spannung in Kontakt zu kommen.

Hannover Messe 2014
Halle 11, Stand C69