Der Einsatz von Robotern wird weiter zunehmen. Die Automobilbranche ist weiter der wichtigste Einsatzmarkt. Die meisten Roboter gehen nach China.

Der Einsatz von Robotern wird weiter zunehmen. Die Automobilbranche ist weiter der wichtigste Einsatzmarkt. Die meisten Roboter gehen nach China.Nataliya Hora – Fotolia.com

„Die Nachfrage nach Industrierobotern wird weiterhin stark steigen. Zwischen 2015 und 2017 gehen wir von einem jährlichen Wachstum von circa 12 % im Bereich Roboterinstallationen aus“, erklärte Baroncelli. Ein großes Auftragsvolumen für industrielle Roboter kommt weiterhin aus der Automobilbranche. Seit 2010  steigen die Investitionen in diesem Sektor auch ohne nennenswerte zyklische Effekte an. Diese Entwicklung wird auch 2014 und darüber hinaus anhalten. In einzelnen Märkten könnten sich die Roboterlieferungen in die Automobilindustrie jedoch verlangsamen.

In einem Spezialbericht über zukünftige Herausforderungen der Robotik in der Automobilindustrie sieht Dr. Stefan Markus Baginski, BMW, noch immer ein weites Feld an Möglichkeiten zur Verwendung weiterer Roboter im Automobilsektor. Die Entwicklungsmöglichkeiten von PLCs und Robotersteuerungen seien noch nicht voll ausgeschöpft: „Vor allem wenn wir uns einmal ansehen, wie stark mobile Geräte mit dem Telefonnetz, sozialen Netzwerken und Cloud-Diensten verbunden sind. Dies auf eine ganze Armee von Robotern zu übertragen, ist eine der Herausforderungen für die Zukunft. Stellen Sie sich vor, wie viel Energie, Wartungsaufwand, Platz und Hardware wir sparen könnten, wenn zum Beispiel Robotersteuerungen einfach ein Cloud-Dienst wären, an den alle Roboter angeschlossen sind, um ihr jeweiliges Programm am Laufen zu halten.“

Baginski glaubt, dass dies auch Auswirkungen auf ein anderes wichtiges Thema hat, nämlich die notwendigen Bemühungen zu lernen, wie man einen Roboter programmiert und benutzt. Dies erfordert noch immer umfangreiches Training und Fachwissen. Jeder Roboterhersteller verwendet beispielsweise seine eigene Programmiersprache. Baginski sieht eine Chance in den ersten Entwicklungen offener Standards. Eine  höher entwickelte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter, die direkte Interaktion erlaubt, steckt noch in den Kinderschuhen, und hier eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Verwendung von Robotern im Automobilbau.

2014 starkes Wachstum in Asien

Ein Wachstumsschub von etwa 21 % wird 2014 für Asien, besonders China und Taiwan, Korea und die meisten anderen südasiatischen Märkte erwartet. Roboterverkäufe nach Amerika werden 2014 bedingt durch den höheren Bedarf in Nordamerika und Brasilien um 11 % ansteigen. Robotikanwendungen in Europa werden voraussichtlich um 6 % steigen. Bbesonders für den deutschen Markt wird weiteres Wachstum erwartet. Für 2014 wird davon ausgegangen, dass Verkäufe in andere westeuropäische Länder aufgrund schlechterer wirtschaftlicher Bedingungen stagnieren, in anderen aber ansteigen.

Verkäufe von Industrierobotern werden in den kommenden Jahren in China erheblich an Schwung gewinnen. Für das Jahr 2014 wird ein Anstieg der Verkäufe auf 50.000 Roboter erwartet. Zwischen 2015 und 2017 ist ein durchschnittliches Jahreswachstum von 25 % auf rund 100.000 Einheiten im Jahre 2017 möglich. Bis 2017 werden in chinesischen Firmen über 400.000 Industrieroboter installiert sein. Der chinesische Markt verzeichnet auch eine steigende Zahl an chinesischen Roboterlieferanten. Der Wettbewerb zwischen ausländischen und chinesischen Roboterherstellern wird sich dementsprechend voraussichtlich weiter verschärfen.

Zwischen 2015 und 2017 wird der Absatz von Robotern in Amerika und Europa voraussichtlich um etwa 6 % und in Asien/Australien um 16 % im Jahresdurchschnitt zunehmen. Für Ende 2017 wird erwartet, dass weltweit ungefähr zwei Millionen Industrieroboter installiert sind.

Neue und alte Märkte

Die Elektro-/Elektronikindustrie investiert verstärkt in Produktionsautomatisierung sowie Umrüstung auf neue Produktionsprozesse. In anderen Industrien ist ein weiterer Zuwachs an Robotikaufträgen ebenfalls wahrscheinlich. Dies gilt besonders für die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Pharmaindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie den Metall- und Maschinensektor.

Das Wachstum der Elektromobilität und der Bedarf an stationärer Energiespeicherung zum Zwischenspeichern volatiler erneuerbarer Energien im Stromnetz hat einen neuen Markt geschaffen: hochleistungsfähige Batterien. Ihre Herstellung ist komplexer als die gewöhnlicher marktüblicher Batterien. Höchste Präzision und Qualität sowie ein Produktivitätsanstieg sind auch hier der Schlüssel zum Erfolg, und dies bedeutet Automatisierung und folglich Roboter. Im Bereich Elektromobilität stehen Batteriewechselstationen anstelle von Ladestationen zur Debatte. Dies könnte für Roboter ein weiterer attraktiver Zukunftsmarkt sein.