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Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer ist seit dem 1. Januar 2007 Vorstandsvorsitzender des VDE.
Die aktuellen Teilnehmer von Invent a Chip 2011.

Die Bilanz nach zehn Jahren Invent a Chip lässt sich sehen: Rund 2.900 Jugendliche haben im Jubiläumsjahr am weltweit einmaligen Nachwuchswettbewerb für junge Chipdesigner teilgenommen und damit einen neuen Rekord gesetzt. Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: „Das ist ein satter Zuwachs um 32 Prozent. Es zeigt uns, dass Jugendliche Spaß an Technik haben und etwas Eigenständiges entwickeln möchten.“ Der VDE und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) richten den weltweit einzigartigen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 aus. In diesem Jahr steht die Elektromobilität als Zukunftsthema im Mittelpunkt. Die Jury hat jetzt alle Vorschläge für neue Mikrochips gesichtet und zwölf Schülerteams für die Praxisphase von Invent a Chip ausgewählt. In einem dreitägigen Workshop am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Leibniz Universität Hannover wurden sie von Experten im Chipdesign fit gemacht. Austausch und Kontakte mit Gleichaltrigen und den Experten standen dabei hoch im Kurs. „Zukunft gestalten, dieser Anspruch ist ein Ansporn für alle, die sich mit neuen Technologien und Entwicklungen auseinandersetzen“, so Hans Heinz Zimmer.

Dass Chipdesign keine trockene Materie, sondern ein spannendes Projekt ist, zeigt die hohe Quote von Mädchen, die teilnehmen. Sie liegt erneut bei 30 Prozent. Carolina Reichel (18) und Lena Schmitt (18) aus Kuelsheim gehören diesmal dazu. Sie arbeiten an einem Ampel-Alarm-System. Es soll die Nutzung von Rollstühlen und Rollatoren im Straßenverkehr mittels Chip erleichtern. Ein automatischer Unfallnotruf schwebt hingegen Marco Lotzkat (18) und Alexander Engel (16) aus Brilon vor: „Man liest öfter in der Zeitung, dass Unfälle, die nachts geschehen sind, erst am Morgen darauf entdeckt werden. Dabei sind die Unfallopfer oft eingeklemmt und selber nicht in der Lage, den Notarzt zu rufen.“ Frühzeitig soll auch der Chip von Johannes Schepper (19), Hendrik Schöps (18) und Laurin Schmidt (18) aus Siegen zukünftig Autofahrer vor schnell fahrenden Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei warnen. Colin de Vrieze (18) aus Wuppertal plant eine Steuerungseinheit zur Optimierung der Energieversorgung von Elektromobilen durch Induktion: „Der Chip dient größtenteils der effizienten Nutzung von Energie, was sicherlich ein wichtiger Aspekt der grünen Zukunft der Elektromobilität ist.“ Rebecca Hamacher (16) aus Dormagen möchte einen chipbasierten Windel-Wächter programmieren. Er soll die Versorgung pflegebedürftiger Personen optimieren. Für die Überwachung von Solaranlagen hat Jannik Springer (16) aus Rheinbach eine Lösung parat: „Strom und Spannung einer jeden Solarzelle könnten überwacht und so defekte Solarzellen aufgespürt werden. Ein in sehr großen Mengen hergestellter Chip könnte eine billige und auch leicht nachrüstbare Überwachung garantieren.“ Vom Sekundenschlaf über Ideen für das Auto der Zukunft oder Formen des Energiesparens im Pkw – mittels Mikrochip scheint fast alles möglich.

Die besten Entwürfe wird der VDE im Rahmen des Mikrosystemtechnik-Kongresses am 10. Oktober 2011 in Darmstadt der Öffentlichkeit präsentieren. Dann winken den Siegern neben attraktiven Geldpreisen auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und vielfältige Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie die Präsentation der eigenen Projekte auf Messen. Eine der ersten Preisträgerinnen aus dem Jahr 2002 hat von Invent a Chip sehr profitiert. „Der Wettbewerb war entscheidend bei meiner Studienwahl. Er kam genau zum richtigen Zeitpunkt, so dass ich mich für ein Studium der Elektrotechnik entschieden habe“, sagt Melanie Krengel. Sie entwickelte im Rahmen des Wettbewerbes ein Armband zur Verhinderung des plötzlichen Kindstodes.