Nanotechnologie aus Linz

Nahezu unvorstellbar kleine Strukturen von einem Millionstel Millimeter (=1 Nanometer) werden in der Nanotechnologie erzeugt und erforscht. Strukturen mit derartigen Abmessungenen eröffnen durch neue physikalische und chemische Eigenschaften ungeahnte Perspektiven der technologischen Entwicklung, erlauben aber auch, Bauelemente und Sensoren immer weiter zu miniaturisieren. An der Linzer Universität hat auf diesem Forschungsgebiet in den letzten Jahren eine deutliche Schwerpunktsetzung stattgefunden. In der Physik und in der Physikalischen Chemie wurden sehr erfolgreich fachübergreifende Kompetenzen bei den Nanotechnologien entwickelt.
Im Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik werden Halbleiterstrukturen kleinster Dimensionen hergestellt und analysiert. Jüngstes Beispiel ist das Erzeugen von nur wenigen Nanometer großen „Quantenpunkten“, die man für neuartige Speicherelemente oder Sensoren einsetzen kann. In der Abteilung für Oberflächen- und Atomphysik werden dünne Filme und Oberflächen auf atomarer Skala charakterisiert und mit definierten physikalischen und chemischen Eigenschaften hergestellt. Anwendbar sind die gewonnenen Ergebnisse beispielsweise bei der Herstellung effizienter Katalysatoren. In der Abteilung für Angewandte Physik wird Laserlicht zur Abscheidung und Strukturierung dünner Filme eingesetzt. Das Materialspektrum reicht dabei von organischen Polymeren, wie sie auch in der Physikalischen Chemie untersucht werden, zu keramischen Hochtemperatursupraleitern. Am Institut für Biophysik wurden Methoden entwickelt, die erstmals die direkte Beobachtung biologischer Prozesse auf molekularer Ebene erlauben und damit völlig neue Möglichkeiten bei der Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe erschließen. Ergänzt werden diese überwiegend experimentellen Arbeiten durch das Institut für Theoretische Physik, das sich unter anderem mit Transport und Dynamik in und um Nanostrukturen befasst.

Bildtext:
REM-Aufnahme von Quantenpunkten auf einer AlGaAs-GaAs-Heterostruktur. Die Punkte wurden durch holographische Lithographie und Reaktives Ionenätzen hergestellt. Die Periode des Punktfeldes liegt bei 830 nm.