Die CANopen-Anwendungsschicht wurde inzwischen ohne Gegenstimmung als europäische Norm (EN 50325-4) angenommen, muss aber noch ratifiziert werden.


Die vor kurzem herausgegebene Version 4.02 der CANopen-Anwendungsschicht (DS 301) entspricht weitgehend der europäischen CANopen-Norm, enthält aber darüber hin- ausgehend Funktionen, die nicht in die Norm eingeflossen sind. Dazu zählen insbesondere Funktionen, die bisher in der CiA-Spezifikation DS 302 enthalten waren. Das komplette überarbeitete Rahmenwerk über CANopen-Manager und programmierbare CANopen-Geräte wurde ebenfalls überarbeitet und ist unter der Bezeichnung DS 302 Version 3.1.2 beim CiA-Büro in Erlangen erhältlich. Es definiert unter anderem das Hochfahren von CANopen-Geräten und die CANopen-Manager-Funktionen, zu denen der SDO-Manager sowie der Konfigurationsmanager gehören.


Die CAN-Vereinigung hat auch einige Geräteprofile überarbeitet. Im Geräteprofil für generische Ein-/Ausgabe-Module (DS 401) wurden die bekannten Fehler korrigiert und der Anhang über Joysticks ergänzt. Das Geräteprofil für Sensoren und Regler (DS 404) ist als Version 1.2 verfügbar. Die europäische Vereinigung der Kunststoffmaschinen. Hersteller empfiehlt dieses Geräteprofil für den Einsatz in Spritzgussmaschinen. Die Version 3.0 des Geräteprofiles für Encoder (DS 406) ist nun kompatibel zur europäischen CANopen-Norm. Dies gilt auch für die anderen CANopen-Geräteprofile. Demnächst sollen auch die überarbeiteten Geräteprofile für Antriebe (DSP 402) und für Hydraulikkompenten (DSP 408) her- ausgegeben werden. Das Geräteprofil für Mensch/Maschine-Schnittstellen (DSP 403) wurde zurückgezogen und soll komplett neu definiert werden. Es ist geplant, ein virtuelles Terminal zu spezifizieren ähnlich dem, das in der ISO-Norm 11783 beschrieben ist. Das Schnittstellen- und Geräteprofil für IEC 61133-3 programmierbare Steuerungen wurde unverändert in den DS-Status übernommen (DS 405). Nach den CiA-Regeln ist ein Draft-Standard (DS) mindestens ein Jahr gültig. Fehlerkorrekturen sind zwar möglich (Errata), aber Funktionserweiterungen sind nicht erlaubt.


CiA veröffentlichte im Juni das erste CANopen-Anwendungsprofil. CANopen-Anwendungsprofile beschreiben eine komplette Anwendung. Die Spezifikation DSP 407 beschreibt eine minimale und eine typische Konfiguration eines Passagierinformationssystems. Erste Implementierungen sind bereits in Finnland und in Berlin in der Entwicklung. Das Anwendungsprofil wird auch zur europäischen Normung (prEN 13149) eingereicht. Die Datenformate basieren teilweise auf der IBIS-Spezifikation. In CiA-Arbeitskreisen sind weitere Anwendungsprofile (Aufzugssteuerungen und elektronische Türsteuerungen) in Entwicklung.


Sämtliche CANopen-Spezifikationen sind auf einer CD erhältlich und können beim CiA- Büro für ein Jahr abonniert werden. Mitglieder können die Spezifikationen kostenfrei von der CiA-Webseite (www.can-cia.org) herunterladen. Ältere Versionen von CANopen- Spezifikationen sind teilweise auch für Nicht-Mitglieder von der Webseite kostenlos herunterladbar.