Ein Spritzbrenner trägt eine Hartstoffschicht auf ein Werkzeug auf, das für die Herstellung einer B-Säule aus Blech für die Automobilindustrie verwendet wird.

Ein Spritzbrenner trägt eine Hartstoffschicht auf ein Werkzeug auf, das für die Herstellung einer B-Säule aus Blech für die Automobilindustrie verwendet wird. TU Dortmund

„Für die Herstellung des bislang sehr teuren Werkzeugs greifen wir auf einen günstigen und einfachen Grundwerkstoff zurück“, erläutert Dr. Ingor Baumann, Oberingenieur im Bereich Werkstofftechnologie. Die Wissenschaftler funktionalisieren dann dessen Oberfläche, indem sie sie mit hochfesten Materialien beschichten. Beim thermischen Spritzen wird mithilfe eines speziellen Brenners ein Zusatzwerkstoff an- oder aufgeschmolzen. Die Spritzpartikel verankern sich auf der Oberfläche und bilden dort eine geschlossene Schicht, die das Werkzeug fester und verschleißbeständiger macht.

Was die Industrie laut den Wissenschaftlern bislang von dieser Idee abgehalten hat, sind die komplexen Oberflächen moderner Umformwerkzeuge. Dazu muss der Roboter, der den Spritzbrenner führt, flexible Bewegungen ausführen können. In der Industrie beschränke sich die Beschichtung mittels thermischer Spritzverfahren jedoch noch vielfach auf einfache, ebene oder rotationssymmetrische Werkzeuge und Bauteile. Derzeit entwickeln die Wissenschaftler Projekte, um die Ergebnisse in die Praxis umzusetzen.