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Es lief alles rund: „Die richtigen Themen, gestiegene Internationalität und hochzufriedene Aussteller – bei dieser Messe stimmte einfach alles“, sagte Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe, zum Abschluss der Veranstaltung am 27. April. Für die 5.000 Aussteller geht die Arbeit jetzt richtig los.

Drei wesentliche Botschaften gingen von der Hannover Messe 2012 mit ihrem Leitthema Greentelligence aus: Grüne Technologien sind weltweit Geschäftsmodell und Wachstumstreiber. Die Industrie hat hier marktreife Lösungen für die nachhaltige Produktion präsentiert und schreibt mit grünen Technologien schwarze Zahlen. Deutlich mehr als 190.000 Besucher kamen zur Messe. „Es stand immer außer Frage, dass wir die Besucherzahl der Vulkan-Messe 2010 übertreffen werden. Dass wir aber mit der Besucherzahl der Messe 2012 das Boom-Niveau von 2008 erreichen und dazu noch die Internationalität der Veranstaltung steigern, belegt die Stärke der Veranstaltung“, sagte von Fritsch. 50.000 Besucher kamen aus dem Ausland und damit ein Drittel mehr als 2008. Davon kamen rund 20.000 Besucher aus dem außereuropäischen Ausland.

Das diesjährige Partnerland China zeigte unter dem Motto ‚Green + Intelligence‘ Lösungen für ein nachhaltiges Wachstum. Die Volksrepublik präsentierte sich als wichtiger Markt- und Technologietreiber und nutzte die Messe für die bislang größte Industrie-Präsentation außerhalb der eigenen Grenzen. 500 Unternehmen beteiligten sich in allen Bereichen.

ZVEI positiv gestimmt

Auch die Erwartungen der deutschen Elektroindustrie wurden übertroffen. ZVEI-Präsident Friedhelm Loh verwies auf eine Befragung der Verbandsmitglieder zum Abschluss der Messe. Danach haben nahezu alle Aussteller angegeben, zufrieden zu sein. Es seien teilweise mehr Besucher als jemals zuvor gekommen und die Qualität der Gespräche sei gut gewesen. Die Wahl Chinas zum diesjährigen Partnerland der Messe habe ihr neue, wichtige Impulse gegeben, gerade auch als größter internationaler Messe für Energieeffizienz-Technologien. Das Motto der Messe Greentelligence habe sich als aktuell erwiesen. Nicht umsonst gingen laut einer Konjunkturumfrage des ZVEI 93 % der Mitgliedsunternehmen von weiter steigenden Erlösen in 2012 aus, betonte Loh. Ein Hindernis sieht er jedoch in den fehlenden Fachkräften. Mit zahlreichen Veranstaltungen hat der ZVEI in diesem Jahr seinen Auftritt ausgeweitet. Dazu gehörte die Präsentation des europäischen Manifests Electra II von Orgalime, der europäischen Dachorganisation der Metall- und Elektroindustrie, der deutsch-chinesische Energiegipfel, das Forum Life Needs Power und die Efficiency Arena.

Messe im Detail

Live aus Hannover
Auch in diesem Jahr twitterte die Redaktion der IEE vom Messemontag bis -mittwoch live von der Hannover Messe. Ein deutliches Techniktrend-thema – neben der allgegenwärtigen Energieeffizienz – zeigte sich in unseren Kurznachrichten aber nicht. Dafür gab es einen deutlichen wirtschaftlichen Trend. Allen Maschinenbauern und Automatisierern geht es durchweg gut. Sie meldeten sehr positive Zahlen für 2011 und auch für 2012 schauen die meisten optimistisch in die Zukunft – wenn auch der ein oder andere etwas verhalten optimistisch. Die Euro- und Schuldenkrise war kaum ein Thema. Fast schien es so als hätten die Unternehmen das stetige Beeugen des Finanzmarktes hinter sich gelassen. Das Partnerland China war dafür deutlich öfter ein Thema und auch präsenter als im letzten Jahr die Franzosen. Geschäftsführer und Mitarbeiter aus der Volksrepublik waren bei vielen Unternehmen zu Gast und berichteten über Märkte und Entwicklungen in ihrem Heimatland. Auch auf den Gängen sah man ganz subjektiv geschätzt noch einen Tick mehr Asiaten als im letzten Jahr. International war die Hannover Messe somit auf jeden Fall.

Mit Blick auf die Hannover Messe 2013 zeigte sich von Fritsch zuversichtlich: „Mehr als 600 Unternehmen haben sich bereits jetzt für die Messe 2013 angemeldet. Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr das gesamte Messegelände in Hannover auslasten werden.“ Die Hannover Messe 2013 öffnet am 8. April ihr Tore und dauert bis zum 12. April.

Mehr Produktivität und Effizienz durch stärkeres Vernetzen

Der Siemens-Auftritt auf der Messe stand im Zeichen der wachsenden Vernetzung in der industriellen Produktion. In der Automatisierungs- und Antriebstechnik setzt das Unternehmen auf Produkte, Systeme und Dienstleistungen, die mittels Software-basierter Integration entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenwirken können. Mit einer derartigen ‚Closed-Loop-Integration‘ wären die Kunden in der Lage, nicht nur die Einführung neuer Produkte zu beschleunigen, sondern auch deren Produktionsprozesse kosten- und energieeffizient zu organisieren. Mit kompletten Antriebssystemen, die von der Steuerung über Motoren bis hin zur Getriebetechnik in die Kundenanlagen integriert werden können, lassen sich die Effizienzwerte laut den Nürnberger in energieintensiven Branchen wie der Chemie oder der Metall- und Papierverarbeitung um bis zu 70 % erhöhen. Beispielhaft wurde mit Simogear die neue Getriebemotorenreihe vorgestellt, die sich, wie das gesamte Antriebsportfolio, effizient mit dem Totally Integrated Automation Portal (TIA Portal) in die Anlagen einplanen lässt.

Die Getriebemotorenreihe umfasst die Bauarten Stirnrad-, Flach-, Kegelstirnrad- sowie Schnecken-Getriebemotoren. Die Markteinführung wird stufenweise in einem Leistungsbereich zwischen 0,09 kW und 200 kW und einem Abtriebsmoment bis 50.000 Nm erfolgen. Aufgrund zusätzlicher Baugrößen bietet man nun das komplette Bauartenportfolio für Getriebemotoren an.

Das modulare Antriebssystem Sinamics S120 verfügt ab sofort über die neue Funktion Safety-Integrated SLP (Safely Limited Position). Sie ermöglicht das Überwachen von Bereichsgrenzen in Positionieranwendungen, Handlingsystemen und weiteren Motion-Control-Anwendungen ohne Einsatz zusätzlicher Hardware-Endschalter. Schäden an Mensch und Maschine werden somit verhindert.

Anlagensteuerung und Leittechnik vereint

Auf seiner Pressekonferenz gab Schneider Electric bekannt, dass die Integrierte Plantstruxure-Software im Laufe des Jahres erhältlich ist. Dabei werden die Programme Unity Pro für die Anlagensteuerung und Vijeo Citect für die Leittechnik in einem Modul vereint. Beide Lösungen sind aber weiterhin als Stand-Alone-Version erhältlich. Darüber hinaus wird die Plantstruxure-Software mit erweiterten Funktionen für die Projektierung von Anlagenprozessen ausgestattet. Ingenieure können mit der neuen Lösung komplette Anwendungen ihrer Produktion in einem System modellieren. Ferner setzt Schneider Electric auf eine einfachere Bedienung, um Entwicklungszeiten weiter zu verkürzen. Für eine schnellere Programmierung werden Templates häufig benötigter Applikationen einfach in der Bibliothek abgelegt und mit Informationen wie Dokumentationen und Handbüchern versehen. Sie müssen später dann nur abgerufen und nicht erneut erstellt werden. Die Netzwerkstrukturen, Feldsysteme und Steuerungen der einzelnen Ebenen sind im Editor grafisch strukturiert. Damit wird die Topologie der Anlage transparenter.

Lösungen für die Zukunft

So überschrieb Phoenix Contact seinen Messeauftritt. Unter diesem Motto stellt das Unternehmen seine systemischen Angebote für spezifische Aufgabenstellungen vor: Lösungen für Energie-Effizienz, urbane Infrastrukturen (Straßen, Verkehr, Tunnel), Elektromobilität sowie Windenergie.

Mit der neuen Steuerung RFC 460R PN 3TX lässt sich ein redundantes Steuerungssystem für Profinet aufbauen. Anlagenstillstände können so verringert und Gefahren vermieden werden – beispielsweise in Tunneln oder auf Flughäfen. Zum Aufbau eines ausfallsicheren Automatisierungssystems werden zwei Profinet-Steuerungen vom Typ RFC 460R eingesetzt. Eine Steuerung übernimmt die Prozessführung. Im Fehlerfall springt die zweite Steuerung unterbrechungsfrei ein und der unterlagerte Prozess sowie die Leitebene werden weiter bedient.

Prinzip vertauscht

Ein neues Antriebssystem XTS (Extended Transport System) stellte Beckhoff vor. Es bietet neue Freiheiten für den Maschinenbau. XTS kombiniert die Vorteile zweier bewährter Antriebsprinzipien: Rotations- und Linearsysteme. Das Ergebnis ist ein Antriebssystem, dass das bisherige Linearmotor-Prinzip vertauscht. Der Motor ist zusammen mit Leistungselektronik und Wegerfassung vollständig integriert. Ein oder mehrere kabellose Mover können auf einer nahezu beliebigen und flexiblen Streckenkonfiguration dynamisch bis zu 4 m/s bewegt werden. Das System ist einfach und modular konfigurierbar: Die Motormodule bilden eine Einheit mit den Movern und Führungsschienen. Sie enthalten die elektromagnetischen Spulen und alle weiteren aktiven Funktionalitäten, die für den Betrieb des Systems notwendig sind. Lediglich die Spannungsversorgung und eine Ethercat-Verbindung werden benötigt. Die Motormodule enthalten keine bewegten Teile und unterliegen keinem Verschleiß.

Klein, extrem leicht und flach

Das sind die Merkmale der Miniatur-Linearachse SLN-27 von Igus, die auf der Messe vorgestellt wurde. Konzipiert für einfache Handlingaufgaben, steht sie mit oder ohne Schrittmotor zur Verfügung. Mit den kompakten Abmessungen – 22 mm Höhe und 28 mm Breite – eignet sich die Linearachse vor allem für beengte Platzverhältnisse.

Auf der Messe zeigte Pilz wie intelligente Automatisierungslösungen Maschinen und Anlagen sicher und produktiver machen. Zu den Neuheiten gehörten das Sicherheits-Schaltgerät Pnozcompact und Erweiterungen im Automatisierungssystem PSS 4000. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der Editor PAS STL (Structured Text Language). Mit PAS STL nach EN/IEC 61131-3 steht nun der Editor Strukturierter Text sowohl für Standard- als auch für Sicherheitsaufgaben zur Verfügung.