Jozef Cornu, Chairman bei MEDEA+

Jozef Cornu, Chairman bei MEDEA+

Jozef Cornu ist neuer Chairman des F&E-Programms MEDEA+. Er tritt damit die Nachfolge von Arthur van der Poel an. Nach Abschluss seines Ingenieur-Studiums der Mechanik und Elektronik an der katholischen Universität Leuven/Belgien promovierte der 1994 geborene Jozef Cornu in Ottawa/Kanada.

Von BBC (jetzt: ABB) in der Schweiz über ITT/Bell Telephone sowie Mietec in Belgien führte ihn sein Weg zu Alcatel. Seit 2000 ist er Mitglied des Aufsichtsrats von Alcatel S. A. sowie seit kurzem Mitglied des Aufsichtsrats bei Alcatel-Lucent. Die gleiche Position hat er auch bei der KBC-Gruppe, Agfa-Gevaert, Barco und Arinso inne. Seit 2005 ist Jozef Cornu Chairman der IST Advisory Group der Europäischen Komission.

Bei MEDEA+ handelt es sich um ein von der Industrie initiiertes paneuropäisches Programm zur länderübergreifenden Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikroelektronik, das im Rahmen der Initiative EUREKA (E!2365) die technologische und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas auf diesem Sektor sichern soll. MEDEA+ ging aus MEDEA und das wiederum aus JESSI hervor – und ohne JESSI sowie seine Nachfolge-Initiativen hätte Europa definitiv völlig den Anschluss in der Halbeiterei verloren. Nur durch MEDEA(+) konnte beispielsweise der Stepper-Hersteller ASML von einer eher mäßigen Position zum absoluten technologischen Weltmarktführer aufsteigen. So erklärte ein ASML-Vertreter beim letzten MEDEA+-Forum unumwunden, dass der Erfolg seines Unternehmens nur durch die Zusammenarbeit mit diversen europäischen Spezialisten bzw. spezialisierten Unternehmen möglich geworden war.

Innerhalb der letzten Jahre veränderte sich der Schwerpunkt von MEDEA/MEDEA+ zusehends von der Prozess- bzw. Equipment-Seite in Richtung Design, Software und Applikation, die mittlerweile über 50% ausmachen dürften. Im Rahmen von MEDEA+-Projekten sind über 2500 Ingenieure in 380 Firmen/Universitäten/Forschungsinstituten aus 22 Ländern involviert, wobei auch der Mittelstand eine wichtige Position einnimmt, während den PPPs (Public Private Partnerships) eine besonders leistungsfähige Rolle zugesprochen wird – vor allem zur Verringerung der Kosten. Parallel zu MEDEA+ etablieren sich derzeit die SRAs (Strategic Research Agendas) in den Bereichen Nanoelektronik (Projektname ENIAC, Chairman ist der Infineon-CEO Dr. Wolfgang Ziebart) und Embedded-Systeme (ARTEMIS), wobei das ENIAC-Büro sich praktisch im MEDEA+-Büro befindet und dessen Infrastruktur mitnutzt. (av)