National Instruments hat zum Beginn der NI Week 2007 in Austin/Tx die Version 8.5 von LabVIEW vorgestellt. Die neueste Version der grafischen Systemdesignplattform für Mess-, Prüf-, Steuer- und Regelanwendungen sowie die Entwicklung von Embedded-Systemen, sorgt bietet jetzt automatische Thread-Skalierung auf der Basis der gesamten verfügbaren Anzahl an Prozessorkernen, verbesserte thread-sichere Treiber sowie deterministisches, echtzeitfähiges Multithreading.

Gleichzeitig ist auch eine neue Version des NI Modulation Toolkit für LabVIEW verfügbar. Wird die Version 4.0 z.B. zusammen mit der modularen Messgeräteplattform PXI Express eingesetzt, lassen sich Anwendungen erstellen, die das Testen drahtloser Geräte mithilfe von Standardprotokollen wie GPS und DAB sowie das Testen der elektromagnetischen Verträglichkeit ermöglichen.

Außerdem kann man LabVIEW 8.5 zusammen mit FPGA-basierten Systemen einsetzen und prozessorintensive Tests von Telekommunikationsgeräten durchführen. Mithilfe des LabVIEW FPGA Module lässt sich eine FPGA-fähige Prozessorkarte von National Instruments so programmiert werden, dass sie tausende von Berechnungen parallel ausführt, um z.B. das HF-System für den Test des Digital-Video-Broadcasting-Protokolls zu modulieren.

Damit deterministische und äußerst zuverlässige Systeme eingesetzt werden können, erweitert LabVIEW 8.5 auch die Leistung von Multicore-Anwendungen auf echtzeitfähige Embedded-Systeme und stellt dazu symmetrisches Multiprocessing mit LabVIEW Real-Time bereit. Damit lassen sich Programmcodeabschnitte manuell spezifischen Prozessorkernen zuweisen, um Echtzeitsysteme genau abzustimmen oder zeitkritische Codeabschnitte auf einem dedizierten Core auszuführen.

Zur Fehlerbehebung und Codeoptimierung bei der Entwicklung von echtzeitfähigen Multicore-Systemen steht jetzt das Real-Time Execution Trace Toolkit 2.0 zur Verfügung. Es ermöglicht die Darstellung des Timing-Verhältnisses zwischen Codeabschnitten und den einzelnen Threads und Prozessorkernen, auf denen der Programmcode ausgeführt wird.

Statecharts (Zustandsdiagramme) werden oft für den Entwurf von Zustandsmaschinen verwendet, die das Verhalten von Echtzeit- und Embedded-Systemen modellieren. Ereignisse und Reaktionen können so für den Entwurf digitaler Kommunikationsprotokolle, Maschinensteuerungseinheiten und Anwendungen zum Schutz von Systemen dargestellt werden. Beim Einsatz des neuen LabVIEW Statechart Module können Anwender Kommunikationsprotokolle wie z.B. SPI oder I2C entwerfen und implementieren.

Zusätzliche Funktionen von LabVIEW 8.5 für Prüfapplikationen umfassen:

  • Werkzeuge zur Verwaltung von Projektdateien und Zusammenführung grafischen Programmcodes für die Entwicklung im Team,
  • Low-Level-Speicherverwaltung zur Leistungsverbesserung,
  • bessere Möglichkeiten zur Analyse und Signalverarbeitung, darunter BLAS-Bibliotheken für die Ausführung linearer Algebra,
  • verbesserte Kantenerkennung in der Bildverarbeitung und optimierte Algorithmen für verschiedene Demodulatoren und Schemata zur Kanalcodierung,
  • optimierte Unterstützung von M-File-Scripts.

In der Ausgabe 8/9 der elektronik industrie werden wir Sie über weitere Neuheiten von der NI Week 2007 informieren.(jj)