Bildungsministerin Johanna Wanka bei der Eröffnungsfeier der Hannover Messe 2015.

Bildungsministerin Johanna Wanka bei der Eröffnungsfeier der Hannover Messe 2015. Deutsche Messe

Ausgewählt wurden die Nominierten von einer Jury unter dem Vorsitz von Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Bildungsministerin Johanna Wanka wird das Gewinnerunternehmen bekannt geben, dessen Vertreter den Preis in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama erhalten.

Für den „internationalen Oscar für Ingenieure“ kamen in diesem Jahr „erstmals 40 % Bewerbungen aus dem Ausland“, erläutert Wahlster. Darunter vermehrt Firmen aus dem Partnerland USA. Die meisten Einreichungen beschäftigten sich laut Wahlster mit den Megathemen Industrie 4.0 und Energiesystemen der Zukunft.

Die Nominierten des Hermes Award 2016

Ein-Kanal-Schutzschalter EasyB

Ein-Kanal-Schutzschalter EasyB Block Transformatoren

Block Transformatoren-Elektronik GmbH, Verden: Das nominierte Produkt EasyB ist ein Ein-Kanal-Schutzschaltersystem, das Steuerspannungen bedarfsgerecht bis zu einem Gesamtstrom von 80 A absichern kann. Die Kanäle adressieren sich beim Einschalten automatisch. Damit entfällt ein zusätzlicher Arbeitsschritt zur manuellen Adressvergabe. Alle Funktionsbausteine und elektrischen Verbindungsstellen sind in einem Basisgehäuse vorhanden. Die Parametrisierung des Systems erfolgt über den Leitrechner, Änderungen sind jederzeit möglich. EasyB reagiert bereits auf 5 % Überstrom und begrenzt den Ausgangsstrom auf diesen Pegel.

Lamp System CPT6060

Lamp System CPT6060 DDM Systems

DDM Systems, Atlanta, USA: Das Spin-off-Unternehmen der Georgia-Tech-Hochschule hat sich mit einem additiven Fertigungsverfahren für Keramik beworben. Das nominierte Produkt Lamp System CPT6060 ermöglicht es, den Prozess des Feingießens um sieben von zwölf Prozessschritten zu verkürzen. Die Jury überzeugte die Zahl von über zwei Millionen parallelen UV-Lichtstrahlen bei der Photopolymerisation und der damit erzeugten Genauigkeit von 10 µm bei Abmessungen der Keramikformen bis zu 600 x 600 x 450 mm. Das nominierte Produkt erzeugt im 3D-Druckverfahren  integralentkernte Schalenformen direkt aus digitalen Datensätzen. Damit sind Rapid Prototyping und Serienfertigung in einer Anlage möglich. Mit dem Hightech-Verfahren lassen sich laut Unternehmen bisherige Herstellungskosten um 60 % reduzieren.

Modulare Industrie-4.0-Plattform Mica.

Modulare Industrie-4.0-Plattform Mica. Harting

Harting IT Software, Espelkamp: Das nominierte Produkt Mica ist eine offene und modulare Plattform aus eingebetteter Hardware und Software für Industrie 4.0. Durch eine Kombination etablierter Linux-Technologien wird die Virtualisierung von Feldgeräten möglich. Auch vom Anwender ergänzbare Hardwarekomponenten kommunizieren per USB, und Mica kann über Power over Ethernet betrieben werden. Jedes Mica hat einen TPM-Chip und unterstützt SSL und VPN, sodass eine sichere Authentifizierung und Kommunikation für die Module unterstützt wird. Der Jury gefiel das Konzept der leichtgewichtigen Virtualisierung durch Linux-Container, das durch die Plattform auf einem kompakten Feldgerät realisiert wird. Mit der Lösung können bereits existierende Maschinen und Anlagen mit Intelligenz versehen werden, sodass eine Migration bestehender Fabriken zu Smart Factories möglich wird. Damit wird vielen mittelständischen Unternehmen der Eintritt in die Industrie-4.0-Welt ermöglicht.

Die Anlage HGas produziert Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse.

Die Anlage HGas produziert Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse. ITM Power

ITM Power, South Yorkshire, Großbritannien: Bei dem nominierten Projekt handelt es sich um eine kompakte Anlage zur bedarfsorientierten und flexiblen Produktion von Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse (Power-to-Gas). Dabei wird Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff beziehungsweise Methan umgewandelt und kann dann entweder zum Betanken entsprechender Fahrzeuge verwendet oder aber als Methan in das Erdgasnetz eingespeist werden. Durch das kompakte Design kann die Anlage verbrauchernah aufgestellt werden. Entscheidend für die Jury waren neben einem Eigendruck von 80 bar, die kompakten Abmessungen sowie der hohe Systemwirkungsgrad von 72 % und eine kurze Anfahrtzeit von unter einer Sekunde. Das Projekt leistet damit sowohl einen Beitrag zur Stabilisierung der Netze als auch zur wasserstoffbasierten Elektromobilität.

Vakuum- und Druckschalter VSi

Vakuum- und Druckschalter VSi J. Schmalz

J. Schmalz GmbH, Glatten: VSi ist ein Vakuum- und Druckschalter, der erstmals sowohl mit der IO-Link-Technologie als auch mit der NFC-Technologie ausgestattet ist.  Anwender können mithilfe von mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones alle wichtigen Daten ablesen und einstellen. Damit lassen sich Produktionsprozesse vor Ort optimieren oder effizienter gestalten. Fehler werden schneller auffindbar. Der modulare Schalter ist eine Industrie-4.0-fähige Komponente und trägt bei zu Predictive Maintenance sowie zur Visualisierung wichtiger Prozessdaten auf einem kabellos verbundenen Comsumer-Gerät.