Gerüchte über einen Verkauf von Freescale gab es schon länger, aber jetzt ist es konkret: Freescale schlüpft unter das Dach von NXP, so dass ein neuer Halbleiterhersteller NXP entsteht, der einen Jahresumsatz von über 10 Milliarden US-Dollar macht.

Schon in der zweiten Jahreshälfte soll die Transaktion abgeschlossen sein, bei der NXP 1 Milliarde US-$ flüssige Mittel und für eine Milliarde US-$ neue NXP-Aktien einbringt. Summa summarum werden die derzeitigen Freescale-Eigner dann etwa 32 Prozent des neuen Unternehmens NXPs halten.

Rich Clemmer (CEO von NXP, links) und Grew Lowe (CEO von Freescale). Clemmer bleibt CEO von NXP.

Rich Clemmer (CEO von NXP, links) und Grew Lowe (CEO von Freescale). Clemmer bleibt CEO von NXP.NXP/Freescale

Automotive, MCUs, Security

Durch den Kauf von Freescale wird NXP zur klaren Nummer Eins bei Halbleitern für die Automobilbranche, und Infineon erhält einen sehr starken Konkurrenten, der nicht nur bei Sicherheitslösungen (NXP) sondern auch bei den Mikrocontrollern (Freescale) eine Top-Position im Automotive-Geschäft inne hat. Gleichzeitig wird NXP damit nach eigenen Angaben zur Nummer 1 der General-Purpose-MCU-Lieferanten, was die Konkurrenzsituation unter anderem mit Renesas verschärfen dürfte.

NXP erhofft sich durch die als Merger bezeichnete Akquisition, eine Verbesserung seiner Strategie, eine Führungsposition im Rahmen der „Secure Connections for a Smarter World“ (etwa: datensichere Verbindungen für eine intelligentere und smartere Welt) einzunehmen. Da Infineon und NXP die führenden Anbieter von Sicherheits-Chips für Security-Anwendungen (unter anderem auch in Reisepässen) sind und im Wettstreit mit STMicroelectronics die große Mehrheit der SIM-Karten-Chips für Mobilfunkanwendungen liefern, dürfen wir auch in diesem Bereich sehr gespannt in die Zukunft blicken.

Auch in Zukunft wird Richard Clemmer, der aktuelle CEO von NXP, die Geschäfte bei dem dann erheblich größeren Unternehmen führen. Die Aufsichtsräte von NXP und Freescale haben der Transaktion zugestimmt, aber das OK der Kartellbehörden etc. steht noch aus. NXP sieht übrigens in dem Deal einen „klaren Pfad hin zu jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von 500 Millionen US-$“, und bereits im ersten vollen Jahr sollen damit 200 Millionen US-$ an Einsparungen entstehen.