Stefan Hoppe, Vice President OPC Foundation: "Die Hannover Messe ist richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Internet of Things auf Basis von OPC UA."

Stefan Hoppe, Vice President OPC Foundation: „Die Hannover Messe ist richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Internet of Things auf Basis von OPC UA.“ Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Microsoft will künftig noch enger mit der OPC Foundation zusammenarbeiten und unterstützt die Anbindung von Steuerungen und anderen ‚Things‘ an ihre Azure IoT genannte Cloud-Infrastruktur. In der Tat: Die Demo-Wand auf dem Microsoft-Stand zeigt eine große Bandbreite an Geräten, die sich per OPC UA mit der Cloud verbinden können. Technisch ist das über mehrere Wege möglich: Moderne OPC UA Server unterstützen die demnächst verfügbare Pub/Sub-Spezifikation und können Telemetrie-Daten direkt in den Azure IoT-Hub via JSON/AMQP übertragen. Existierende OPC-Server lassen sich ebenfalls integrieren, über den OPC Publisher. Dieser sammelt Daten über OPC classic oder OPC UA und schickt die Informationen an den IoT-Hub. Neben dem reinen ‚Pushen‘ dieser Daten im bevorzugten AMQP-Format unterstützt Microsoft auch das bidirektionale Tunneln von OPC UA TCP in die Cloud. „Die Interaktion aus der Cloud heraus mit Steuerungen ist damit standardisiert gelöst“, so Hoppe.

Seit 1995 aktiv in mehreren Technologie-Arbeitsgruppen sieht Microsoft OPC-UA als essenziellen Bestandteil von IoT-Szenarien und Geschäftsmodellen. Dass es Microsoft ernst damit ist, belegt das Engagement im OPC Board: Anfang April wurde Matt Vasey, Microsoft Director IoT Business Development, in den Vorstand der OPC Foundation gewählt. Neben Microsoft sind Ascolab, Beckhoff Automation, Honeywell, Iconics, SAP, Siemens und Yokogawa im OPC Board vertreten.

Vasey ist ebenfalls Vorstandsmitglied des erst im November 2015 gegründeten OpenFog Consortiums. Hier haben sich ARM, Cisco, Dell, Intel, Microsoft und Princeton University zusammengeschlossen. Deren Cloud-Ansatz verfolgt eine Clusterung und Verarbeitung der verschiedenen Iot-Daten entsprechend ihrer Echtzeit-Anforderungen, zum Beispiel Steuerungsdaten oder Störungsmeldungen, die priorisiert vor Ort ausgewertet werden müssen, oder Daten zur Auftragssteuerung oder Diagnose. Letztere sind weniger zeitkritisch und werden nachrangig in die entsprechenden ‚Fogs‘ zur Verarbeitung gesendet. Entsprechend dieser Architektur setzt Open Fog auf Ethernet TSN (Time Sensitive Networking).
Auf der Hannover Messe erklärten Tom Burke, OPC President, und Matt Vasey in einem Memorandum of Unterstanding, dass beide Organisationen eng in der Entwicklung zusammenarbeiten wollen, um redundante Arbeiten zu vermeiden und die Interoperabilität mit OPC UA sicherzustellen.

Wird OPC UA ein W3C-Standard?

Nach dem Richterschlag durch das BSI, das OPC UA umfassend analysiert und umfassende Sicherheitsmaßnahmen attestiert, folgt eine weitere Auszeichnung: Das Memorandum of Unterstanding mit dem www-Consortium W3C. Denn dieses Gremium stellt global die Weichen für ein funktionierendes Internet, definiert und standardisiert die erforderlichen Technologien ‒ auch für das Web of Things. Gemeinsam wollen W3C und OPC Foundation die Standardisierung der Semantik von Kommunikationstechnologien vorantreiben. Ziel ist, ein allgemeines Framework für die semantische Interoperabilität zu etablieren ‒ die Voraussetzung für die flexible Vernetzung und Zusammenarbeit von unterschiedlichen IoT-Plattformen.