Osram treibt die Fokussierung auf das High-Tech-Segment derzeit massiv voran und investiert stark an verschiedenen deutschen und internationalen Standorten.

LED-Chipfabrik

Außenansicht der Osram-LED-Chipfabrik im Kulim Osram

Die neue modulare LED-Chipfabrik, die im malaysischen Kulim am 23. November pünktlich die Produktion aufnahm, ragt unter den getätigten Investitionen trotzdem heraus. „Angesichts unserer enormen Wachstumsraten von zuletzt 19 Prozent im LED-Geschäft freuen wir uns über die neuen Produktionskapazitäten“, sagte Olaf Berlien, CEO von Osram Licht während der Eröffnungsfeier in Kulim. Während zu Beginn dieses Jahrzehnts das Unternehmen noch 80 Prozent seines Geschäfts mit konventioneller Beleuchtung erzielte, basieren mittlerweile zwei Drittel des erzielten Umsatzes auf optischen Halbleitern.

LED-Chipfabrik

Eröffneten gemeinsam Osrams neue LED-Chipfabrik in Kulim: Aldo Kamper (CEO Osram Opto Semiconductors), Olaf Berlien (CEO Osram Licht) und der malaysische Wirtschaftsminister Mustapha Mohamed. (v. l. n. r.) Andrea Hackbarth

Die modular erweiterbare LED-Chipfabrik ist zwei Jahre nach der Ankündigung als Teil von Osrams Innovations- und Wachstumsinitative Diamond in Betrieb gegangen. Dabei belaufen sich die Investitionen in die erste Ausbaustufe auf 370 Millionen Euro. In zwei zusätzlichen Stufen kann der Konzern erweitern, womit dann inklusive des Ausbaus der LED-Montagekapazitäten im Werksverbund insgesamt bis zu einer Milliarde Euro investiert werden würden.

Von Straßenbeleuchtung bis Pflanzenlicht

„Mit einer Wochenproduktion könnte die Straßenbeleuchtung der Metropolen New York, Rio, Hongkong und Berlin komplett auf LED umgerüstet werden“, verdeutlicht Aldo Kamper, CEO der Business Unit Osram Opto Semiconductors, die Produktionskapuität der LED-Chipfabrik. Im Werk Kulim erfolgt die Fertigung blauer LED-Chips, die mittels einer Konverterschicht weißes Licht erzeugen können. Sie kommen für allgemeine Beleuchtungszwecke zum Einsatz, also etwa für die erwähnten öffentlichen Straßenleuchten, aber auch für Fassadenbeleuchtungen, private und gewerbliche Innen- und Außenleuchten oder für Reklametafeln sowie für Spezialwendungen wie Pflanzenlicht.

LED-Chipfabrik

Olaf Berlien (CEO Osram Licht) unterstrich die wachsende Bedeutung des Halbleitergeschäfts für Osram. Andrea Hackbarth

Der weltweite LED-Markt für Allgemeinbeleuchtung wird laut Osram für 2018 auf 6 Milliarden Euro geschätzt, wovon etwa sechs Prozent auf Straßenbeleuchtung entfallen. Die Wachstumsrate des Marktes wird bis 2020 im Schnitt bei sieben Prozent jährlich gesehen. Der gesamte Markt für opto-elektronische Komponenten – inklusive LED für Allgemeinbeleuchtung – wird 2018 etwa 17,5 Milliarden Euro groß sein.

LED-Chipfabrik ist auf Ausbau ausgelegt

Mittelfristig sollen in Kulim auch LED-Chips für komplexere Anwendungen wie Autolicht oder Videoprojektion gefertigt werden. Dies wurde bereits beim Neubau der Fabrik auf der grünen Wiese berücksichtigt, der zudem mit dem letzten Stand der Technik realisiert. Die Fertigungsanlagen mit 6-Zoll-Wafern produzieren im Vergleich zur 4-Zoll-Technik pro Wafer in einem Fertigungsgang 125 Prozent mehr LED-Chips.

LED-Chipfabrik

In Kulim werden aktuell blaue LED-Chips gefertigt, die für allgemeine Beleuchtungszwecke genutzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dort auch LED-Chips für Premium-Anwendungen wie Videoprojektionen oder Autolicht entstehen. Andrea Hackbarth

Osram investiert derzeit weltweit in den Ausbau seines aus sechs Standorten bestehenden LED-Fertigungsverbundes. So baut das Unternehmen auch sein Werk in Regensburg mit aktuell rund 2.500 Beschäftigten aus. Dort werden Premium-LED-Chips und Laser-Dioden hergestellt, die etwa in hochwertigen Autoscheinwerfern eingesetzt werden, sowie Infrarot-Dioden für Sensoren, die etwa im Handy zur Gesichtserkennung oder im Auto für intelligente Assistenzsysteme wie Abstandsregelung verwendet werden. Zudem baut Osram seinen Standort Schwabmünchen aus, wo künftig LED-Vormaterialien in Reinräumen hergestellt werden.