Fertigungsschritt des Dual-Source-Computertomographen: Tensor-Schrauber von Atlas Copco Tools montieren die hierzu nötigen Spannungsversorgungseinheiten.

Fertigungsschritt des Dual-Source-Computertomographen: Tensor-Schrauber von Atlas Copco Tools montieren die hierzu nötigen Spannungsversorgungseinheiten.

Zeitintensive 100-Prozent-Kontrollen beherrschten bislang die Montage des Bremer Transformatorenherstellers Mdexx Magnetronic Devices. Jetzt spart der Einsatz gesteuerter Tensor-Elektrokleinschrauber den Nacharbeitsaufwand ein und erhöht die Fertigungsqualität. Das Schraubwerkzeug ist Montage- und Prüfgerät in einem.
Um die Fertigung medizintechnischer Transformatoren des Typs BU 99 zu bewerkstelligen sind 45 Kreuzschlitzschrauben mit wechselnden Drehmomenten zu montieren. Dazu braucht es entweder den „topfitten Werker, der niemals Fehler macht, oder umfangreiche Qualitätskontrollen“, holt Gerold Gerken, Fertigungsplaner von Mdexx Magnetronic Devices in Bremen aus, um gleich zu erklären, dass das eine so gut wie unmöglich, das andere zu aufwändig ist. Abhilfe schaffen da die Tensor-SL-Schrauber von Atlas Copco Tools. „Mit diesen Werkzeugen haben wir die Null-Fehler-Montage erreicht“, freut sich Gerken. Vergessene Klemmen und falsche Drähte sind demnach passé. Denn ein einziger Pistolenschrauber aus der Tensor-SL-Serie beherrscht bis zu 250 Parametersätze, weshalb er verschiedene Drehmomente speichern und für die jeweilige Verbindung abrufen kann. Ergänzt durch ein optionales Minidisplay zeigt die Steuerung des Tensor SL Schraubergebnisse an und führt den Anwender in der richtigen Montageabfolge durch den Schraub-Job.
„Die Steuerung erkennt nicht nur, ob in die Klemme ein Draht eingelegt ist, sondern auch, ob er den richtigen Durchmesser hat“, freut sich der Experte, der knapp 40 verschiedene Drahttypen mit Durchmesserabstufungen in der Größenordnung von Zehntelmillimetern verbaut. Die Steuerung sei so feinfühlig, dass sie bei der nächstgrößeren oder nächstkleineren Drahtdicke umgehend eine Alarmmeldung gäbe. Zudem überwacht der Tensor SL das Lösemoment, zählt zurück, registriert das fehlerfreie Neuverschrauben und quittiert die erfolgreiche Korrektur mit einer deutlich sichtbaren „In Ordnung“-Meldung
Somatom-Schrauben sicher im Griff
Szenewechsel: P45 ist das werksinterne Kürzel für ein Stromversorgungssystem, das später einmal die Spannungsversorgung eines Somatom-Computertomographen sicherstellt. Pro Arbeitsgang warten hier rund 400 Schraubverbindungen aufs drehmomentgenaue Anziehen. Auch bei diesen recht filigranen Bauteilen kommt der Tensor SL zum Einsatz. Wichtig sei auch, dass der SL „jeden einzelnen Schraubfall dokumentieren kann“. Auch hier sind je nach Klemmentyp und Drahtdicke Sollmomente zwischen 4 und 10 Newtonmeter nötig.
In punkto Genauigkeit, belegen die Auswertung der vom Tensor SL dokumentierten Schraubwerte, dass „der Schrauber um ein Mehrfaches genauer zu schrauben vermag, als ein Druals zuvor mit Luft“. Im Vergleich zur Montage mit den Luftwerkzeugen sei eine Streuung bei den Drehmomenten praktisch nicht mehr nachweisbar. „Selbst verschärfte Toleranzvorgaben von ±7,5 Prozent über die gesamten Klemmverschraubungen sind kein Problem.“ Was lange nur Vision war, wird nun realistisch: Maximale Prozesssicherheit ohne manuelles Abstempeln oder Signieren von Prüfvorgängen und Checklisten. Mittels der Jobprogrammierung seien diese „quasi schon vor Montagebeginn in der Schraubersteuerung hinterlegt“. Der Aufwand zur Dokumentation sei nur noch minimal. (rob)