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Karl-Heinz Strohmaier (r.) übergibt seine Geschäftsanteile an seine Nachfolger Florian Schemm (l.) und Alex Weyerich (m.) mit einer symbolischen Geste in Form einer baugleichen Leiterplatte, wie sie im Lander Philae verbaut ist.
Wegweisend und erfolgreich zugleich: Nach über zehn Jahren finden sich Prof. Dr. Ralf Jaumann vom DLR, Auftraggeber zur Entwicklung und Fertigung der Leiterplatte für die Philae-Kamera „Rolis“ (l.) und sein damaliger Aufragnehmer Karl-Heinz-Strohmeier (2.

Wenngleich sich der Lander Philae auf dem Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko nicht wie geplant auf dem Kometen verankert hatte, war die Mission von Erfolg geprägt, denn die Bilder und Messdaten von dort sind einmalig und haben geschichtlichen Wert. Die Bilddatenübertragung gelang durch eine unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeitende Leiterplatte für das Kamerasystem der Philae. Gebaut wurde das so wichtige Teil vom Elektronikfertigungs-Dienstleister Tecnotron Elektronik. Den Auftrag hierfür hat das am Bodensee ansässige Unternehmen Karl-Heinz Strohmaier zu verdanken, dem nunmehr ehemaligen Geschäftsführer und Mitbegründer der Tecnotron. Prof. Dr. Ralf Jaumann, stellvertretender Direktor des Institutes für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), war Auftraggeber zur Entwicklung und Fertigung der Leiterplatte für die Philae-Kamera „Rolis“.

Erkennen was im All geschieht

Tecnotron war bereits an früheren Weltraummissionen wie den beiden Röntgensatelliten Rosat und XMM beteiligt und konnte auf den dort gesammelten Erfahrungen aufbauen. Man wusste damals um die größte Schwierigkeit, für die es eine Lösung zu finden galt: Unter extremen Temperaturbedingungen von eisiger Kälte und äußerster Hitze, bei härtester Strahleneinwirkung und im Hochvakuum, musste die großflächige Kontaktstelle zwischen Leiterplatte und CCD-Chip fehlerfrei funktionieren – und zwar nach zehnjährigem Flug im All und mehr als einer halben Milliarde Kilometer Entfernung von der Erde. Die Entwickler von Tecnotron fanden schließlich eine Lösung, die den extremen Weltraumbedingungen ähnelnden Härtetests bestand. Das Ergebnis auf dem Eiskometen: gestochen scharfes Bildmaterial. Sofern sich die Batterien in Sonnennähe wiederaufladen, wird „Philae“ noch bis in die zweite Jahreshälfte 2015 arbeiten und weitere Bilder senden.

Für Karl-Heinz Strohmaier stellt die erfolgreiche Mission den Höhepunkt seiner rund 35-jährigen Geschäftsführung und Vertriebstätigkeit dar. Nach Hubert Weyerich setzt sich nun mit Karl-Heinz Strohmaier der zweite der drei Mitbegründer und Inhaber von Tecnotron altersbedingt in den Ruhestand. Erich Schemm, der jüngste im Gründerbund wird dem inzwischen auf 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsenen E²MS-Betrieb noch bis Ende 2015 angehören. „Im Rückblick betrachtet war es reine Pionierzeit, mit Freiräumen zum Experimentieren, die wir über Jahre mit Begeisterung und Engagement zu füllen verstanden“, betont Karl-Heinz Strohmaier. Nun sehe er sich vor der Aufgabe, das Wissen an die nachfolgende, jüngere Riege weiterzugeben. Mit der Übergabe der Geschäftsanteile von Karl-Heinz Strohmaier an die Nachfolger Florian Schemm und Alex Weyerich bleibt bei Tecnotron die Kontinuität der weiteren Geschäftsentwicklung und Unternehmensführung gewahrt.