Neben internationaler Marktabdeckung und dem Ausbau von Kernkompetenzen steht bei Phoenix Contact die Innovation im Mittelpunkt. Beleg dafür sind insgesamt 30 Innovationen im laufenden Jahr und ein Neuheiten-Katalog mit rund 1600 Artikeln. „Auf dieser Basis konnten wir unsere Wachstumsstrategie auch 2004 mit neuen Produkten in neuen Märkten erfolgreich weiterführen und werden, nach einem Umsatz von 660 Mio. 1 in 2003, in diesem Jahr die 700 Mio. 1-Schwelle überschreiten“, so Roland Bent, Mitglied der Geschäftsleitung bei Phoenix Contact in Blomberg, auf der Pressekonferenz auf der SPS/IPC/Drives.


Sinnlose Normierung?
Nach der weltweiten Einführung der Feldbusse kommt die Forderung nach integrativen Strukturen auf. Prädestiniert für diese Aufgabe sind Ethernet-basierte Systeme. Und vor einem Jahr erklärte Bent auf der Messe, dass Phoenix Contact konsequent auf Profinet setzen und einen Migrationspfad schaffen werde. Inzwischen stehen die Spezifikationen und Beschreibungen und wurden auf der Messe als White Paper vorgestellt. „Die internationale Normung ist allerdings gerade dabei, elf verschiedene Realtime Ethernet-Anwendungen festzuschreiben. Das zeigt, wie wichtig und richtig unsere Entscheidung für Profinet ist“, so Bent, „die notwendige Vereinheitlichung kann faktisch nicht mehr die Normung, sondern nur noch der Markt leisten.“


Nach der vertikalen folgt die
horizontale Integration
So, wie Ethernet eine vertikale Integration unterstützt, bieten sich in der Steuerungstechnik Chancen der horizontalen Integration. „Hier sind es insbesondere Safety und Motion Control, die zukünftig Bestandteil jeder Steuerungslösung werden“, erläuterte Bent. Interbus Safety wird damit Anfang 2005 in ersten Pilotanwendungen in der Indust-rie eingesetzt. „Parallel dazu arbeiten wir bereits an der Safety-Lösung für Profinet mit“, so Bent. Hohe Bedeutung kommt auch dem Thema Motion Control zu, besonders der Erweiterung der Steuerungstechnik.
Wireless auf dreierlei Art
Als Spezialist für industrielle Kommunikation stellt sich auch hier die Frage nach den Innovationen der Zukunft. Die liegen für den Geschäftsführer eindeutig bei Wireless: „Die Funkübertragung wird drahtgebundene Netzwerke überall dort ergänzen, wo es um Flexibilität, Mobilität und kostengünstige Einbindung von schwer erreichbaren Teilnehmern geht.“ Schwerpunkt sind dabei dynamische Installationen, bei denen Daten zu bewegten rotierenden oder temporären Teilnehmern zu übertragen oder die Teilnehmer über Kabel nur unter hohen Kosten oder gar nicht erreichbar sind. Ein weiteres, heute schon großes Einsatzfeld wird die Kommunikation zu mobilen Bedienungs- und Beobachtungsgeräten sein. „Wir beschäftigen uns schon seit gut drei Jahren mit dem Thema.“ Strategisch gesichert hat Phoenix Contact diesen Bereich mit Kooperationen wie mit dem kanadischen Hersteller Omnex bei funktechnischen Anwendungen und Connect Blue bei Bluetooth. Daneben setzt Phoenix Contact auch auf Produktentwicklungen auf Basis von Wireless LAN 802.11. „Funktechnik wird die drahtgebundene Verbindungstechnik nicht ersetzen, aber sie wird sie mittelfristig genauso wie die Lichtwellenleiter-Technik überall dort ergänzen, wo sie hilft, technologische und wirtschaftliche Vorteile für den Anwender zu generieren“, fasste Bent die Bedeutung der Funk-Technologien zusammen.
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