Neben guten Zahlen und einer neuen Unternehmensstruktur mit fünf selbstständigen Business-Units gab Roland Bent, Mitglied der Geschäftsleitung bei Phoenix Contact, die Unterstützung von Profinet bekannt.
Nach der Differenzierung der Organisation im Jahr 2000 in das Geschäftsfeld Industrial Components und das systemorientierte Geschäftsfeld Automation Systems gliedert sich Phoenix Contact künftig in fünf Business Units:



  • Industrielle Verbindungstechnik (Reihenklemmen),

  • Geräteanschlusstechnik (Leiterplattenklemmen und Industriesteckverbinder),

  • Überspannungstechnologie,

  • Interfacetechnik (Trennung, Wandlung, Verstärkung und  Übertragung von Signalen rund um die Steuerung) sowie 

  • die bereits etablierte Einheit Automation Systems.

Alle Business Units sind als Profitcenter unter dem rechtlichen Dach von Phoenix Contact angesiedelt und verantworten die Entwicklung, Produktion und Vermarktung ihrer Produkte. „Durch diese Struktur ergibt sich ein klarer Anwendungsfokus und eine eindeutige Verantwortung für die Innovation sowie die Komplettierung des Produktangebots“, so Roland Bent auf der SPS/IPC/DRIVES. Die fünf Geschäftsbereiche stellen ihre Produkte künftig den internationalen Vertriebsgesellschaften zur Verfügung. Dort findet die Bündelung des Produktprogramms zu einem synergetischen Angebot statt. Bent: „Mit dieser Struktur, die in einer konjunkturell schwierigen Zeit aufgebaut wurde, sind wir für weiteres Wachstum und die Expansion des Unternehmens gut aufgestellt.“ Als Beleg nannte Bent die aktuellen Zahlen – über 10 % Umsatzwachstum auf rund 640 Mio. €. Dieses Wachstum sei auch ein nachhaltiger Schritt zur Realisierung der Unternehmensvision, in allen Geschäftsbereichen weltweit eine technologisch führende und bedeutende Rolle einzu‧nehmen. Die wenigen Kompetenz-Lücken kompensiert man mit Partnerschaften und Kooperationen. Als jüngere Beispiele nannte Bent die Entwicklungs- und Vertriebskooperation mit der kanadischen Omnex (80 Mitarbeiter, 15 Mio. Can. $) im Bereich industrieller Funk-Übertragungstechnik. Anwenderseitig kooperiert man z. B. mit dem Maschinenbauunternehmen Trumpf. Zusammen wurden neue verbindungstechnische Elemente und Strukturen für die Modularisierung im Schaltschrankbau entwickelt. Bent: „Vorgefertigte elektrische Funktionsmodule, die über standardisierte Verkabelungselemente verbunden werden, ersetzen hier künftig die individuelle Verdrahtung.“ Als Systempartner wird Phoenix Contact künftig hier nicht nur die Verbindungstechnik liefern, sondern auch die kompletten Funktionsmodule anbieten.
Getrieben von den wesentlichen Trends Dezentralisierung und Modularisierung, ist das Funktionale Engineering von strategischer Bedeutung. „Zusammen mit Lenze als Partnerunternehmen und unserer Tochter KW-Software haben wir mit dem Automation Framework eine Plattformtechnologie erarbeitet, die verschiedene Engineeringtools verbindet und ein funktionsorientiertes Engineering ermöglicht“, so Bent.
Wie das Automation Framework auf der Engineering-Ebene, soll Ethernet für die horizontale Vernetzung aller Produktionsmittel sowie die durchgängige, vertikale Integration sorgen. Voraussetzung dazu ist jedoch eine einzige Ethernet-Kommunikationsstruktur, auf die möglichst viele der bedeutenden Automatisierungshersteller setzen können. In der Realität haben sich allerdings unterschiedliche Ansätze für die echtzeitfähige Ethernet-Kommunikation parallel entwickelt, was das Thema an sich vorangebracht hat. „Jetzt ist es an der Zeit, im Sinne der Anwender eine Konsolidierung dieser Vielfalt herbeizuführen“, so Bent: „Wir haben uns daher entschieden, bei der Ethernet-Technologie künftig aktiv auf die Profinet-Technologie zu setzen und diese in enger Zusammenarbeit mit der PNO sowie ihren Mitgliedsunternehmen weiter zu entwickeln“, so Bent. Das betreffe nicht nur die Produkte von Phoenix Contact, sondern bedeute auch eine nahtlose Integration der Interbus-Technologie in Profinet. Die Umsetzung in Produkte sind Gateways und Proxy-Strukturen sowie Steuerungen und E/A-Module für die direkte Profinet-Kopplung. Bent: „Damit werden die zwei maßgeblichen Feldbus-Systeme über die gleiche Ethernet-Plattform zusammengeführt. Dies entspricht der Forderung großer Anwendergruppen wie der Automobilindustrie.“