Die Plattform Industrie 4.0 steht vor dem Aus. Die Vorwürfe: Sie hat zu wenig vorangetrieben. Die Angst: Die Amerikaner überholen uns bei der vierten industriellen Revolution.

Die Plattform Industrie 4.0 steht vor dem Aus. Die Vorwürfe: Sie hat zu wenig vorangetrieben. Die Angst: Die Amerikaner überholen uns bei der vierten industriellen Revolution.Red150770 – Fotolia.com

Auch der Bitkom erklärt: „Die Plattform Industrie 4.0 wird künftig in die neue Plattform Industrie 4.0 beim Bundeswirtschaftsministerium übergehen.“ Wolfgang Dorst, Bereichsleiter Industrie 4.0 beim Bitkom, kommentiert: „Jetzt geht es darum, die breitere Gesellschaft anzusprechen. Dafür kann eine neue Organisationsform sinnvoll sein. Um die Nutzung des Internets in der Industrie voranzutreiben, ist der enge Dialog mit der Politik wichtig.“ Dabei werde es vor allem darum gehen, Standards für die vernetzte digitalisierte Produktion zu definieren.

2013 ging die Plattform Industrie 4.0, getragen von Bitkom, VDMA und ZVEI, mit viel Tamtam an den Start. Mit dem Auftreten des amerikanischen Pedants, dem Industrial Internet Consortium (IIC), wurden Stimmen laut, die der Plattform vorwarfen, nichts Konkretes auf die Beine zu stellen. Reinhard Clemens, CEO von T-Systems, erklärte auf der VDI-Tagung Industrie 4.0 Ende Januar: „Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir verloren.“ Das ist durchaus als Selbstkritik zu verstehen, denn die Telekom – Mutterkonzern von T-Systems – gehört zum Vorstandskreis der Plattform. Außerdem gibt es Gerüchte, dass auch das BMWi mit der Arbeit der Plattform nicht zufrieden sei. Formal hat das Ministerium keinen Einfluss auf die Verbände. Aber um eine gute Zusammenarbeit sind beide Seiten sicherlich bemüht. Immerhin gab der ehemalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler auf der Hannover Messe 2013 auch den offiziellen Startschuss. Genauere Informationen zur Umstrukturierung und Neuausrichtung der Industrie-4.0-Initiative liegen zurzeit nicht vor.