In dem Handyspiel gehen die Nutzer in der realen Welt auf Pokémon-Jagd. Virtuelle Inhalte werden dabei über die Kamera und den Bildschirm des Smartphones mit der Realität vermischt.

In dem Handyspiel gehen die Nutzer in der realen Welt auf Pokémon-Jagd. Virtuelle Inhalte werden dabei über die Kamera und den Bildschirm des Smartphones mit der Realität vermischt. ADAC

„Nintendo und Niantic haben mit dem Spiel vieles richtig gemacht und werden mit Pokémon Go als Wegbereiter in die Geschichte eingehen,“ glaubt Harald A. Summa, Geschäftsführer von Eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Das Spiel ist ein Lehrstück, wie sich eine etablierte Marke innovative Technik zunutze macht und für einen massenhaften Spielspaß sorgt.“

Der Hype um „Pokémon Go“ begann in den USA und Australien am 6. Juli 2016 und eine Woche später folgten diverse europäische Länder – darunter auch Deutschland. Innerhalb weniger Tage spielen bereits mehr als 20 Millionen Menschen alleine in den USA Pokémon Go. Damit überholte das Mobile Game nicht nur in kurzer Zeit Blockbuster wie „Candy Crush“ oder „Clash Royale“, das Spiel schickt sich auch an, nach Twitter die beliebtesten mobilen Dienste wie Snapchat und Google Maps abzulösen.

Chancen für den Markt

„Nüchtern betrachtet ist Pokémon Go eine moderne Form der Schatzsuche,“ erläutert Summa. „Der Clou liegt darin, dass eine seit 1996 bestens etablierte Marke in dem Spiel mit Location-based Services und Augmented Reality verbunden und für Smartphones angeboten wird, die jeder von uns ohnehin ständig in der Tasche trägt.“ Entwickelt wurde das Mobile Game von Niantic Labs, einem internen Start-up von Google, das bereits 2013 das erfolgreiche Augmented-Reality-Spiel Ingress veröffentlicht hat.

„Viele haben in der Vergangenheit versucht, massentaugliche Anwendungen für Location-based Services und Augmented Reality zu entwickeln – mit Pokémon Go ist es erstmals mit großem Erfolg gelungen. Jetzt gilt es, die Chancen der hoffähig gewordenen Services zu nutzen und eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln“, meint Summa. Gleichzeitig ist das Mobile Game eine Herausforderung für die Telekommunikationsunternehmen, die sich auf neue Nutzungsintensitäten einstellen müssen.

Durch Pokémon Go entstehen gefährliche Situationen im Straßenverkehr.

Durch Pokémon Go entstehen gefährliche Situationen im Straßenverkehr. ADAC

Gefahren für den Nutzer

Die in den Medien verbreitete Kritik am Umgang mit den gesammelten Daten führte bisher zu keinen Einbrüchen bei der Nutzung. „Ein Phänomen, dass wir auch bei Diensten wie Google und Facebook beobachten,“ kommentiert Summa. „Der Hersteller hat bereits auf den medialen Druck reagiert. Trotzdem bleibt der Datenschutz ein wichtiges Thema, dessen Durchsetzung wir als Verband  bei Unternehmen vorantreiben und für den wir gleichzeitig die Nutzer sensibilisieren.“

Doch nicht nur der Datenschutz bleibt bei dem Spiel mit den Monstern auf der Strecke: Der ADAC warnt, dass durch Pokémon Go die Gefahren durch Ablenkung für Autofahrer und Fußgänger zunehmen, denn wer ein Pokémon erwischen will, muss somit dauerhaft auf sein Handy blicken – und verliert dabei nur allzu leicht den Blick für seine Umgebung.