Den Invest in Plug-in-Hybride sowie rein elektrische Fahrzeuge hat der Aufsichtsrat von Porsche in seiner jüngsten Sitzung bewilligt. „Damit verdoppeln wir die Aufwendungen für die Elektromobilität von rund drei Milliarden auf mehr als sechs Milliarden Euro“, sagt Porsche-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume. „Neben der Weiterentwicklung unserer Modelle mit Verbrennungsmotoren stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft.“ Das deutlich erweiterte Investitionspaket beinhaltet rund drei Milliarden Euro Sachinvestitionen und etwas mehr als drei Milliarden Euro Entwicklungskosten.

Von der zusätzlichen Summe von drei Milliarden Euro sollen etwa 500 Millionen Euro in die Entwicklung von Varianten und Derivaten des Mission E fließen. Gut eine Milliarde Euro soll in die Elektrifizierung und Hybridisierung der bestehenden Produktpalette gehen sowie mehrere Hundert Millionen in den Ausbau der Standorte. Rund 700 Millionen Euro sind für neue Technologien, Ladeinfrastruktur und Smart Mobility vorgesehen.

Porsche baut Fertigungskapazitäten aus

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Auch die Konzeptstudie Mission E ist Teil der Elektromobilitätsoffensive bei Porsche. Porsche

Vor diesem Hintergrund entstehen am Porsche-Standort Zuffenhausen derzeit eine neue Lackiererei und eine eigene Montage sowie eine Förderbrücke für den Transport der lackierten Karosserien und Antriebseinheiten in die Endmontage. Das bestehende Motorenwerk wird für die Herstellung der Elektroantriebe ausgebaut, der Karosseriebau wird erweitert. Dazu kommen Investitionen im Entwicklungszentrum Weissach. Durch das Projekt Mission E sollen rund 1200 neue Arbeitsplätze entstehen.

Das rein elektrisch betriebene, hochagile Fahrzeug Mission E soll mit einer Systemleistung von 600 PS von null auf 100 km/h deutlich weniger als 3,5 Sekunden benötigen; zudem soll es ohne Leistungsverlust wiederholt beschleunigen und bremsen können. Die Reichweite des Wagens beträgt 500 Kilometer im Neuen Europäischen Fahrzyklus NEFZ. Die Ladedauer soll mit 800 V Systemspannung gut 15 Minuten für etwa 400 km betragen.

Flächendeckende Schnellladeinfrastruktur

Porsche vertritt gemeinsam mit Audi den Volkswagen-Konzern bei Ionity, einem Joint-Venture mit den OEMs BMW, Daimler und Ford. Dessen Ziel ist die Errichtung und der Betrieb von rund 400 leistungsstarken Schnellladestationen entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen bis 2020. Der Aufbau begann bereits 2017. Auch das Porsche-Händlernetz soll – ergänzend zu Ionity – flächendeckend mit Schnellladestationen ausgerüstet werden.

Im neuen Modell Panamera ist die dritte Generation des Plug-in-Hybridantriebs von Porsche in zwei Varianten verbaut. Sie verfügt jeweils über eine rein elektrische Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Im Modell Panamera Turbo S E-Hybrid erzeugen ein Vierliter-V8-Motor und ein Elektromotor eine Systemleistung von 680 PS. Nach Unternehmensangaben wurden in Europa seit der Markteinführung rund 60 Prozent aller Fahrzeuge dieser Baureihe mit diesen Antrieben ausgeliefert.