Power-Schönling

Der neue Power Network Analyser PNA-600 von Dewetron besticht auf
den ersten Blick durch sein modernes, ausgeklügeltes Design. Selbstverständlich kann der Netzgüteanalysator aber auch mit beeindruckenden technischen Daten und Funktionen aufwarten.

Das Gehäuse des Dewetron PNA-600, das zusammen mit einem Industrial Design Büro entwickelt wurde, ist wasserdicht, staubgeschützt und äußerst robust. Durch sein flaches Design (6,4 cm) passt er sogar in die Türen von Schaltschränken. Somit kommt er der Forderung nach, dass Schaltschränke auch während laufenden Messungen verschlossen werden sollen. Die geringe Grundfläche von 31 x 38 cm lässt den PNA in jedem Flug- oder Aktenkoffer verschwinden und macht ihn somit bei Bedarf zum idealen Reisebegleiter.
Durch das neue Wärmetauschsystem ergibt sich ein weiterer Vorteil. Das Gehäuse ist staub- und spritzwasserdicht und entspricht dem Standard IP65. Eine Verwendung im Außenbereich ist somit ohne weiteren Schutz möglich. Die Messanschlüsse sind ebenfalls wasserdicht und die Kommunikationsschnittstellen werden mit einem Deckel verschlossen. Der erweiterte Temperaturbereich von -20 bis +50 °C erlaubt dem Benutzer, neue Anwendungsgebiete zu erschließen.
Technische Details
Das ergonomisch geformte Touchdisplay bietet dem Anwender einen völlig neuen Bedienkomfort. Bisher hatte man kaum eine Chance während der Stromzangen-Montage einen Blick auf den Monitor zu werfen. Das Display kann jetzt in einer Hand gehalten werden und mit der anderen werden die Stromzangen bzw. Spannungsanschlüsse montiert. Durch die übersichtlich gestaltete Menüführung der Software kann auf einen Blick kontrolliert werden, ob das Drehstromsystem richtig angeschlossen ist (Drehrichtung) und die Polung der Adapter stimmt.
Die Kommunikationsanschlüsse erlauben den Anschluss an Power Network Analyser Netzwerke über alle möglichen Peripheriegeräte. Analoge Modems, ISDN, GSM oder ein direkter Ethernetanschluss sind möglich. In den beiden seriellen Schnittstellen ist zusätzlich eine 12-V-Versorgung ausgeführt. Somit können die angeschlossenen Geräte direkt aus dem Messgerät versorgt werden. Ein USB-Stecker rundet das Schnittstellenprogramm ab.
Zur Überbrückung von kurzen Netzausfällen ist das Gerät intern mit einem Stützkondensator ausgerüstet worden. Für die Überbrückung längerer Ausfälle kann eine externe USV verwendet werden. Ebenso ist optional ein Gleichspannungsnetzteil erhältlich. Das standardmäßig eingebaute AC-Netzteil erkennt selbständig die Versorgungsspannung und kann von 90 bis 265 V in 50 und 60 Hz Netzen verwendet werden.
Bis zu vier Spannungen und vier Ströme können gleichzeitig gemessen werden. Der Anschluss kann dabei in Stern, Dreieck, Aaron oder V-Technik oder auch einphasig erfolgen. Die Messung der Spannung ist direkt bis 1.000 V möglich. Der Strom kann über Stromzangen oder Rogowskispulen gemessen werden. Somit ergibt sich ein Bereich von bis zu 10 kA. Eine kleine Stromzange erlaubt Messungen auch in Sekundärkreisen von Stromwandlern ohne diese auftrennen zu müssen (6-A-Stromzange). Durch die zusätzliche Angabe von Wandlerfaktoren für Strom und Spannung ist das Gerät auch zum Einsatz in Umspannwerken geeignet.
Funktionalität
Neue Funktionen gibt es auch bei der Software. War eine Bedienung der Geräte bisher nur lokal möglich, so können diese jetzt auch per Fernbedienung voll bedient werden. Neben allen Start/Stop Funktionen können auch sämtliche Parameter von fern konfiguriert werden. Die Messsoftware selbst besteht aus mehreren nebeneinander laufenden Modulen. Die Basis bildet ein Oszilloskop, welches eine Betrachtung des Kurvenverlaufs erlaubt. Ein Vektorscope zeigt das Drehfeld in Zeigerdarstellung für jede Harmonische. Das FFT-Modul zeigt alle Messgrößen zerlegt in die Harmonischen bis zur Fünfzigsten ? und auch die Zwischenharmonischen. Der Powermonitor zeigt neben den Wirk- und Blindleistungen auch die geleistete Arbeit. Neben Wirk- und Blindarbeit wird auch zwischen konsumierter und erzeugter Energie unterschieden. Maximalwerte und Minimalwerte werden ebenso betrachtet.
Das eingebaute Flickermeter zeigt den PST und auch den PLT Wert. Neu ist hier auch der zweite Flicker, der die kurzen Unterbrechungen nicht bewertet (IEC 61000-4-30 kompatibel).
Der EN50160 Monitor zeigt online, ob der gemessene Netzknoten der EN50160 entspricht und alle Grenzwerte können frei parametriert werden. Neben den variablen Spannungsgrenzen können auch alle anderen Grenzwerte wie Pst, THD, Unsymmetrie, Frequenzgrenzen und 95 % Percentil verändert werden.
Der eingebaute Störschreiber speichert im Fall von Grenzwertverletzungen alle Eingangsgrößen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 38.400 Samples/s. Für noch schnellere Analysen kann das Gerät zusammen mit der Software DEWESoft und einer speziellen Messkarte bis zu 1 MS/s eingesetzt werden.
Zum Nachweis und der Bewertung von Rundsteuersignalen wurde die Option Telegramm eingebaut. Für die Halbperioden-Effektivwerterfassung ist das Modul 10 msRMS zuständig. Neu ist auch das Modul Impedanz, welches während der Messung den Schleifenwiderstand mitprotokolliert. Über das Alarmmodul können im Zusammenhang mit einem PNA-Netzwerkserver Störmeldungen an z. B. SMS oder E-Mail weitergeleitet werden. Der Datenrekorder ermöglicht zusammen mit einer externen PAD-BOX eine Aufzeichnung von Daten wie Temperatur, Luftfeuchte etc. Die Datenauswertung (eine Speichertiefe von bis zu zehn Jahren) kann direkt am Messgerät, an einem beliebigen PC nach der Übertragung der Daten oder an einem über eine Datenleitung am Messgerät angeschlossenen PC, erfolgen.
Über das PNA-Netzwerk können die Daten auch an einem SQL-Server zentral gesammelt und vergleichend ausgewertet werden. n

Dewetron
Tel. (0316) 30 70-0
power.quality@dewetron.com
http://www.dewetron.com