Peter Farrenkopf weiß es noch genau: Als Aussteller der electronica wurde er hellhörig, als die Werbetrommel für eine Messe mit einer völlig anderen Konzeption gerührt wurde. Der Geschäftsführer von AAT Aston musste nicht lang überzeugt werden: „Als besonders interessant empfanden wir die productronica 1975 auf Grund ihres damaligen Konzepts. Denn Unternehmen konnten sich dort mit allseitig offenen Ständen präsentieren, das war für uns völlig neu.“ Dennoch blieb vorerst die electronica die wichtigste Plattform, um sich zu präsentieren, da „diese bereits gut etabliert war. Deshalb stellten wir zu Beginn auf beiden Messen aus, konzentrierten uns aber später ausschließlich auf die productronica.“

Der damals weltweit erste mikroprozessorgesteuerten Crimpvollautomaten Komax 40 war im Jahr 1981 bereits als Prototyp Komax 40 ein Verkaufsschlager.

Der damals weltweit erste mikroprozessorgesteuerten Crimpvollautomaten Komax 40 war im Jahr 1981 bereits als Prototyp Komax 40 ein Verkaufsschlager.Komax

Als die Messe productronica aus der Taufe gehoben wurde, existierte AAT Aston bereits sechs Jahre – gut etabliert, um etwa den Vertrieb des noch jungen Unternehmens Komax aufzunehmen. Im Premierejahr der Messe productronica gegründet – also 1975 – hat sich Komax von einem Dreimannbetrieb zu einer weltweit operierenden Gruppe mit rund 1350 Mitarbeitenden entwickelt. Der Hersteller von Maschinen, die Kabel vollautomatisch abmessen, abschneiden, abisolieren und mit Kontakten versehen, zeigte schon sehr früh seine Innovationskraft: Im 1982 stellte Komax den weltweit ersten mikroprozessorgesteuerten Crimpvollautomaten Komax 40 vor. Für Farrenkopf war indes das Jahr 1981 markant, als AAT Aston auf der 4. Internationalen Fachmesse productronica den Prototypen der Komax 40 erstmals vorstellte: „Ganz unerwartet, fand die Maschine dort seinen ersten Käufer, was einen regelrechten Kauf-Boom auslöste. Was danach geschah, ist Geschichte. Denn in den darauffolgenden zehn Jahren verkauften wir mehrere tausend dieser Anlagen. Das war für uns die Basis, um Aston auszubauen und zu einem leistungsfähigen Partner werden zu lassen.“

Peter Farrenkopf, Geschäftsführer von AAT Aston: „Die productronica ist in der Branche ein Muss“

Peter Farrenkopf, Geschäftsführer von AAT Aston: „Die productronica ist in der Branche ein Muss“Messe München

Interview mit Peter Farrenkopf, Geschäftsführer von AAT Aston

Wie hat sich die productronica in den letzten 40 Jahren aus Ihrer Sicht verändert?

Die Messe hat schon bald die wichtige Aufgabe der Präsentation der Anlagen und Materialien für die Herstellung von elektronischen Baugruppen und Konfektionsleitungen erfüllt. Damit konnte sie sich relativ schnell auch international etablieren und gehört heute für Hersteller und Kunden aus aller Welt zum Pflichtprogramm.

Gibt es auch etwas, was immer gleich geblieben ist – sprich, gibt es eine „DNA“ der productronica?

Die Münchner Messe ist sehr darum bemüht, auf Wünsche und Notwendigkeiten der Aussteller Rücksicht zu nehmen. Das haben wir als Aussteller von der ersten Veranstaltung an so empfunden.

Warum kommen Sie seit 40 Jahren zur productronica? Was macht die Messe für Sie aus?

Diese Messe ist in der Branche ein Muss. Sogar Kunden die sonst keine Messen besuchen, fahren deshalb nach München. Hier trifft man nicht nur alle wesentlichen Anbieter, sondern auch interessante Neuheiten sprechen sich sehr schnell herum. Zum anderen ist es natürlich auch ein guter Ort, um Wettbewerber zu beobachten.

Gibt es eine bahnbrechende Neuerung, die Sie auf der productronica zum ersten Mal gesehen haben und die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Ja, die ersten SMT-Bauteile und die dazugehörigen Bestücker beeindruckten mich besonders. Ein großer japanischer Hersteller hat seinen Stand im Jahr 1981 deshalb komplett eingebaut und nur ausgelesene Besucher reingelassen. Zudem empfand ich auch die Variierung des Lötprozesses von Lötanlagen, Öfen und Dampfphase in den 90er Jahren als höchst revolutionär.

Was glauben Sie, wie wird es in den nächsten Jahren weitergehen?

Ich denke, die productronica wird sich auch in Zukunft behaupten können – auch wenn diese sich dafür immer wieder verändern und anpassen muss. Wir als Aussteller werden jedenfalls in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Denn wir fanden die Idee, die productronica als Plattform für die Produktionsanliegen der Elektronikfertigung zu etablieren, von Anfang an sehr gut und die Teilnahme war für uns überaus wichtig.

Die Fragen stellte Marisa Robles Consée

Productronica 2015:
Halle A2, Stand 578 und Halle B2, Stand 318