Für Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder hat am 17. September 2008 mit dem feierlichen Beginn der Produktion von elektronischem Papier bei Plastic Logic ein neues Kapitel in der Elektronik begonnen. Er unterstrich, dass die Eröffnung der Produktionsstätte von Plastic Logic in Dresden einmal mehr zeigt, dass das Wirtschaftswachstum an Ostdeutschland nicht vorbei geht.

Die weltweit erste Produktion für e-Paper, das auf organische Hochtechnologien basiert, konnte im Herzen des sächsischen Silicon Valey in der Rekordzeit von nur 16 Monaten von der Entscheidung bis zur kompletten Fertigstellung der Produktionshalle und dem Bürogebäude sowie dem Startschuss der Produktionsanlage realisiert werden.

Sichtlich beeindruckt und stolz zeigten sich der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dresdens neu gewählte Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Wurde Dresden kürzlich erst als dynamischste Stadt Deutschlands gekürt, so bestätigt die Entscheidung der Fa. Plastic Logic für Dresden als Fertigungsstandort mit einer völlig neuen Technologie, dass es in der sächsischen Landeshauptstadt nicht zuletzt durch die ausgeprägte und gewachsene Verzahnung von Forschungseinrichtungen, Universitäten, Firmen und Investoren möglich ist, sich bei Standortfragen gegen mehr als 200 weitere, in der engeren Wahl stehende Standorte aus Europa, USA, China oder Singapur durchzusetzen.

Mit der e-Paper Technologie werden in Dresden flexible Displays gefertigt, die in Mountain View, Kalifornien zu einem Lesegerät komplettiert werden. Joe Eschbach, Vice President Marketing bei Plastic Logic zeigte auf der Eröffnungsveranstaltung einen der ersten Prototypen des neuen elektronischen Lesegeräts, das dünner als ein Papierblock ist und leichter als viele Elektronik-Magazine. Mit dem Touchscreen zeigt Joe Eschbach, umringt von vielen interessierten Besuchern die einfache Bedienungsmöglichkeit, wie das Durchblättern beliebiger Dokumente in unterschiedlichen Dateiformaten oder wie man bei Serviceunterlagen einfach in die Explosionszeichnungen hinein zoomen kann.

Das Display ist bruchfest und so robust, wie eine gewöhnliche Zeitung aus Papier. Die Details des fertigen Endgerätes konnten nicht alle in Erfahrung gebracht werden, nur so viel:

Speicherkapazität: Mehrere Tausend Seiten

Schnittstellen: USB, Wireless

Akkulaufzeit: mehrere Tage (!), nur zum „Umblättern“ wird Strom benötigt.

Das Display arbeitet mit Umgebungslicht und benötigt keine Hinterleuchtung. Datenkompatibilität: JPEG, TIF, Powerpoint, PDF, Word und viele andere.

Auflösung: Vergleichbar mit Druckqualität von Magazinen, 16 Graustufen.

Preis für Endverbraucher: etwa 300…600 US $

Wenn das fertige Lesegerät im Frühjahr 2009 auf den Markt kommt, darf man auf viele neue Anwendungen gespannt sein, welche die existierende Medienlandschaft sinnvoll und praktisch ergänzen werden, denn „nur“ zum Bücherlesen ist dieses Gerät viel zu schade (ri).