70 % der VDMA-Mitgliedsunternehmen sind von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen.

70 % der VDMA-Mitgliedsunternehmen sind von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen. Ferkelraggae/Fotolia.com

Der VDMA konnte einen Rückgang innerhalb der vergangenen zwei Jahre verzeichnen: Nach dem Höchststand von 7,9 Milliarden Euro im Umsatzjahr 2013 ging der Schaden für 2015 um geschätzte 600 Millionen Euro zurück. Zum Vergleich: Ein Umsatz in der Schadenshöhe von 7,3 Milliarden Euro würde der Branche knapp 34 000 Arbeitsplätze sichern. Betroffene Unternehmen leiden laut dem Verband außerdem unter dem Verlust von Arbeitsplätzen, Image und Marktvorsprung oder ungerechtfertigten Regressanforderungen.

In der Umfrage nennen 83 % der Unternehmen China als Herstellungsland von Plagiaten.  Auf Rang zwei und drei folgen Deutschland und Indien. Viele scheinen machtlos: Trotz rechtskräftiger Urteile verkaufen Händler Plagiate mit nur geringfügigen Änderungen weiter, berichten VDMA-Mitglieder.

Rund 48 % der Unternehmen sehen durch Plagiate den Anlagenbetrieb in Gefahr, 39 % berichten gar von Gefahren für den Menschen – zum Beispiel auf Kundenseite in der Nahrungsmittelindustrie oder bei Industriearmaturen.

Laut Umfrage am stärksten betroffen sind die Branchen ‚Motoren und Systeme‘ mit 92 %, ‚Kunststoff- und Gummimaschinen‘ mit ebenfalls 92 % sowie
Textilmaschinen mit 91 %. Die beliebtesten Plagiate sind dabei nach Aussagen der Umfrageteilnehmer Komponenten und Design. 41 % nennen jedoch auch den Nachbau ganzer Maschinen.

Als Plagiateur beziehungsweise Auftraggeber von Plagiaten geben rund drei Viertel der Unternehmen Wettbewerber an. Dahinter folgen Underground Factories sowie Kunden.

Zum Thema ‚Produkt- und Know-how-Schutz‘ bietet der VDMA einen Leitfaden, damit Unternehmen Schutzmaßnahmen vor Produktpiraterie und Know-how-Abfluss treffen können.