Parylene beschichtete LED-Gruppe in Salzwasser.

Parylene beschichtete LED-Gruppe in Salzwasser.Heicks

Die Heicks-Gruppe bietet als eine der Wenigen neben dem EMS-Portfolio auch die Parylene-Beschichtung als Dienstleistung an. Man kann sowohl die komplette Leiterplatte inklusive Parylene-Beschichtung bis zur Gerätemontage von der Heicks-Gruppe erhalten, aber auch nur die Parylene-Beschichtung als einzelnes Dienstleistungsangebot.

Gemeinsam mit dem Anwender können selbstverständlich kundenspezifische Lösungen erarbeitet werden, die dieses innovative Verfahren optimal nutzen, damit ein hervorragender Leiterplattenschutz die Betriebssicherheit nachhaltig aufrechterhalten und die Lebensdauer der Endgeräte verlängert werden kann.

Absolut ungiftig – chemisch hochbeständig

Die Parylene-Schichten sind physiologisch und toxikologisch völlig unbedenklich. Sie haben eine FDA-Zulassung, sind biokompatibel, absolut ungiftig und gasen kein Lösungsmittel aus. Die Schicht, üblicherweise mit einer Dicke von 1 µm bis 50 µm aufgebracht, ist porenfrei und strukturerhaltend, also tatsächlich „conformal“.

Es gibt 4 verschiedene Parylene-Typen (Parylene N, C, D, F), die unterschiedlich in ihren Eigenschaften sind sowie unterschiedliche Temperaturbeständigkeit aufweisen. Je nach Parylene-Typ kann die Dauertemperaturbeständigkeit zwischen –190 bis +300 °C betragen.

Parylene ist chemisch beständig gegen alle bisher untersuchten Chemikalien und besitzt einen hohen spezifischen Oberflächen- und Volumenwiderstand. Die guten elektrischen Eigenschaften sind weitgehend temperaturunabhängig.

Das Verfahren

Die Beschichtung erfolgt bei Raumtemperatur im Vakuum. Die zu beschichtenden Baugruppen werden somit keiner erhöhten Temperaturbelastung ausgesetzt.

Die Beschichtung mit Parylene ist die derzeit am besten geeignete Vakuumbeschichtung (CVD-Technik). Sie bietet bei gleichmäßiger Beschichtungsqualität gute elektrische Durchschlagfestigkeit. Sie schützt Bauelemente und elektronische Baugruppen gegen Feuchtigkeit und Korrosion, insbesondere für Anwendungen in der Kfz-Industrie und im Flugzeugbau.

Widersteht aggressiven Medien

Parylene-Beschichtungen erfüllen darüber hinaus weitere zentrale Anforderungen, insbesondere bei der chemischen Beständigkeit gegenüber aggressiven Medien und flüssigen Kohlenwasserstoffen (Benzin, Diesel, Glykol), und als Diffusionsbarriere gegenüber Gasen. Das gilt auch bei Metallstäuben, Kriechströmen, Kondenswasser und Insektenbefall. Auch der Schutz und das Bestehen beim Salznebel-Sprühtest kann bei geeigneten Platinen mit einer Parylene-Beschichtung gewährleistet werden.

Echter Rundumschutz

Eine Besonderheit der Parylene-Beschichtung ist der Rundumschutz. Da es sich bei der Parylene-Schicht während der Aufbringung um ein Kunststoff-Gas handelt, werden alle Teile auch unterhalb der Bauteile, wie z. B. BGAs und QFPs, hermetisch mit der Parylene-Schicht versiegelt. Darüber hinaus können aufgrund der einmaligen Technik Bereiche und Strukturen beschichtet werden, die mit anderen Verfahren nicht erreichbar sind, z. B. tiefe und enge Spalten sowie Spitzen. Insofern ist das Verfahren auch nach Militärspezifikation MIL 146058C zugelassen.

Auch für zukünftige Technologien, z. B. MID (spritzgegossene Schaltungsträger), ist die Parylene-Beschichtung hervorragend geeignet.

Beschichtung im Vakuum

Hochwertige elektronische Baugruppen sollten, sofern sie mit Lack, Verguss und Parylene geschützt werden sollen, vorab gereinigt werden. Nach der erforderlichen Trocknung werden die nicht zu beschichtenden Stellen durch ein geeignetes Maskierungsverfahren geschützt. Die eigentliche Beschichtung erfolgt in einem 4- bis 8-stündigen Verfahren in einer Vakuumkammer. Die Demaskierung der geschützten Stellen erfolgt durch geeignete Maßnahmen nach Entnahme aus der Vakuumkammer.