Am 15. Dezember war die bisherige Annahmefrist verstrichen, ohne dass die Mindestannahmequote von 80 Prozent zustande gekommen wäre. Bereits seit Oktober 2016 bietet Qualcomm Anteilseignern 110 Dollar pro NXP-Aktie, insgesamt weist die Offerte ein Volumen von rund 47 Milliarden US-Dollar auf. Vor dem Hintergrund der geringen Nachfrage hat der kalifornische Halbleiterhersteller die Frist für die Angebotsannahmen mehrfach verlängert.

Qualcomm

Der Stammsitz von Qualcomm im kalifornischen La Jolla. Qualcomm

Ob der Deal zustandekommt, hängt derzeit nicht nur von der Gunst der Aktionäre ab, sondern auch von den Wettbewerbsbehörden der EU. Schließlich prüfen die Kartellbehörden die Transaktion derzeit wegen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung bei Halbleitern für elektronische Geräte und im Automotive-Bereich. Eine Zustimmung der EU-Instanzen gilt laut internen Kreisen jedoch eher als wahrscheinlich.

Weiter kompliziert wird die Lage dadurch, dass Qualcomm selbst zum Gegenstand von Übernahmeinteressen geworden ist. Schließlich versucht Chiphersteller Broadcom seit Anfang November, die Kalifornier zu einem Preis von 130 Milliarden US-Dollar zu akquirieren – zuletzt mit dem offenen Versuch einer feindlichen Übernahme.