Verena Engelhardt ist als Chief Sales Officer bei Intertec zuständig für die Betreuung der europäischen Key Accounts.

Verena Engelhardt ist als Chief Sales Officer bei Intertec zuständig für die Betreuung der europäischen Key Accounts. Intertec

elektronik industrie: Seit 2012 haben sie mit der neuen Linie Red Frequency Quarze und Oszillatoren im Programm. Diese Produkte adressieren Märkte, die bereits durch Spezialanbieter besetzt sind. Was waren die Gründe für die neue Linie?

Verena Engelhardt: Da Intertec bereits Relais und Halbleiter vertreibt, war es naheliegend auch die supplementären Produkte Quarze und Oszillatoren in das Produktportfolio aufzunehmen. Die Kunden und Märkte kennt Intertec bereits und hatte auch schon in der Vergangenheit für Frequenzprodukte Anfragen erhalten. Nach genauer Untersuchung der Marktbegebenheiten haben wir festgestellt, dass auch in einem sehr umkämpften Markt es sehr wohl noch Potenzial für einen neuen Anbieter gibt, der preislich so interessant anbietet, dass Kunden quasi nicht umher kommen diesen unter die Lupe zu nehmen und dann von der Qualität, die sie geboten bekommen erstaunt werden. Wer im sich konzentrierenden europäischen Markt als Newcomer erfolgreich sein will, muss diesen Spagat beherrschen, ansonsten hätte man sich diese Investition von vorne herein sparen müssen.

Wie hat sich bislang das Geschäft mit Red Frequency entwickelt?

Seit 2011 positionieren wir uns im europäischen Markt und konnten schon einige Kunden für Red-Frequency-Produkte gewinnen. Im Jahr 2012 haben wir Schukat als unseren Masterdistributor ausgewählt. Mithilfe von Schukat können wir Kunden mit dringenden Bedarfen und Mengen unter der Verpackungseinheit kurzfristig beliefern. Bei Schukat haben wir unser Standardportfolio lagernd verfügbar.

Quarze und Oszillatoren sind Massenprodukte, benötigen aber oft Unterstützung beim Design-In. Wie sind sie da aufgestellt?

Durch den Umzug von Freising nach Hallbergmoos liegt Intertec jetzt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen München.

Durch den Umzug von Freising nach Hallbergmoos liegt Intertec jetzt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen München. Intertec

Zum Großteil bekommen wir Kundenanfragen, die eine Alternative zu einem bislang eingesetzten Quarz/Oszillator haben möchten. Hier wird kein Design-In benötigt. Dennoch haben wir einen Techniker im Haus, der für unsere Kunden beratend tätig ist.

Wie stellen Sie die hohe Qualität Ihrer Produkte sicher?

In den Werken von Red Frequency gibt es eine strenge Warenein- und -ausgangskontrolle sowie optische Inspektionen. Des Weiteren werden Gehäuseabmessungen und Verpackungen nach ESD-Vorschrift stetig überprüft. Regelmäßig kontrollieren wir die Verfahrensabläufe und Anlagen. Red Frequency verfügt über ein Prüflabor, in dem zum Beispiel die Gehäuse-Druckfestigkeit eines Uhrenquarzes getestet wird. Dort finden auch elektrische Tests unter erschwerten Umgebungsbedingungen statt, wie der Temperaturtest im Klimaschrank bei +70 °C. Für Anwendungen im Industrie- und Automotive-Sektor ist dies besonders wichtig.

Ihr Angebot an Quarzen konzentriert sich stark auf Standard-Quarze und Oszillatoren: Denken sie an eine Erweiterung – auch bei den Oszillatoren? Wir denken hier an MEMS-Oszillatoren?

Wir möchten uns in erster Linie auf unser Standardproduktportfolio konzentrieren. Hier können wir mit guter Qualität, gutem Preis und kurzer Lieferzeit punkten. In unserem Produktportfolio sind zu den Quarzen und Oszillatoren auch Keramikresonatoren und SAW-Filter zu finden. Wir sind uns des ständigen Wandels und Fortschritts der Technik bewusst und wollen daher auch unser Produktportfolio weiter ausbauen.

Die 1993 von Christian Peter gegründete Intertec Components hat ihr Produktspektrum im Laufe der Jahre ständig erweitert. Als Distributor, ursprünglich von Relais bekannter Hersteller, wurde ab 1997 mit der neuen Produktsparte Elektromagnete der Bekanntheitsgrad weiter gesteigert. Diese Produkte basieren auf einer eng verwandten Technologie zu den herkömmlichen elektromechanischen Relais und somit konnte man schon auf einen gewissen Erfahrungsschatz zugreifen. Der nächste bedeutetende Schritt in der Intertec-Historie war die Definition der Smart-Distributor-Philosophie. Als Smart-Distributor verbindet Intertec die Vorteile eines Non-Franchisers mit den Vorteilen eines Franchise-Distributors. Dieses Geschäftsmodel, wo sich Intertec als Trendsetter und europäischen Marktführer sieht, konnte sowohl im Relaisgeschäft wie auch in der internationalen Vermarktung von Halbleitern, schwerpunktmäßig der Marken TI, Maxim, Microchip oder Analog  Devices nunmehr seit annährend 20 Jahren erfolgreich umgesetzt werden.