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270 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich informierten sich im Zuge des User-Meetings 2010 über neueste Technologien

Erstmals werden beim User-Meeting von B&R nicht nur Inhalte für Kunden aus den Bereichen Maschinenbau und Prozessautomatisierung angeboten, sondern auch Vortragsreihen zur Powerlink Technologie sowie zum feldbusunabhängigen Sicherheitsprotokoll Opensafety. Speziell für Hersteller elektronischer Automatisierungskomponenten für Sensorik und Aktorik, von elektrischen Motoren und Antrieben, von Buskoppelmodulen für Ein- und Ausgabe-Baugruppen sowie von kompletten Steuerungssystemen wurden detaillierte Informationen vorgestellt. Neben einem Einblick in neueste Technologien und Produkttrends von B&R bot sich dieses Meeting auch als optimale Plattform für einen Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern an.

Usability im Blickpunkt

In ausgewählten Vorträgen präsentierten Experten des Unternehmens Produktneuheiten und aktuelle Entwicklungsprojekte im Bereich der Automatisierungstechnik. So gab Business-Manager Raimund Ruf einen Überblick über die Power-Panel- Entwicklung in den letzten zehn Jahren. Mit dem aktuellen Power Panel 500 sei man nun bei der Leistungsklasse eines Industrie-PCs angelangt. „Im Display Bereich werden die industriellen Anwendungen dem Consumer-Bereich folgen“, erklärte Ruf. So sei derzeit ein starker Trend bei industriellen Displays von 4:3 Formaten hin zu 16:9 Formaten zu beobachten. Des Weiteren beschäftige man sich bereits intensiv mit der Evaluierung unterschiedlicher Multi-Touch-Techno-logien. Man wolle dem Anwender künftig völlig neue Usability Möglichkeiten bieten. So nutzte man das Meeting um die Anwender zur Usability der Software Automation Studio zu befragen. Mitarbeiter des Fachinstituts für Usability Engineering PMO aus München waren dafür vor Ort.

Im Softwarebereich erläuterte Dr. Hans Egermeier, Business Manager Automation Software, den Nutzen Objektorientierter Programmierung (OOP). „Der Prozess der Maschinenentwicklung verändert sich durch den Einsatz von OOP erheblich“, so Egermeier. Im Vergleich zur prozeduralen Programmierung müsse der Anwender bei OOP zwar einen höheren Initialaufwand in Kauf nehmen, dieser amortisiere sich aber ab einem bestimmten Komplexitätsgrad der Maschine. Zusätzlich profitiere der Maschinenbauer durch die Wiederverwendbarkeit von Codes von höchster Investitionssicherheit.

Auch Vertreter aus der Industrie zeigten anhand praktischer Anwendungen die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit B&R. So verwies Günter Heinendirk vom Stäubli auf die Möglichkeit zur Integration von Robotern in Powerlink-Netzwerke. „Ermöglicht wird dies durch eine Powerlink-Schnittstelle in Stäublis Unival Drives, die den Zugriff auf den Roboter mit Generic Motion Control Programmen der B&R Steuerungen gestattet. Auf diese Weise können Betreiber für den Roboterbetrieb eine einheitliche Programmier- und Bedienumgebung der B&R Steuerung nutzen“, so Heinendirk. Über die erfolgreiche Umsetzung individueller Fertigungslinien berichtete Johannes Steinberger, Geschäftsführer der Firma Wieser Automation-Maschinenbau.

„Der große Erfolg der X20-Serie veranlasste B&R, die Montage noch wirtschaftlicher zu gestalten und nach neuen Methoden für die vollautomatisierte Serienfertigung zu suchen. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes wurden neue vollautomatische Assemblinganlagen entwickelt und innerhalb kürzester Zeit erfolgreich in Betrieb genommen. Neben dem Ultraschallschweißen und der Laserbeschriftung sorgen diese nun auch für einen 100-%-Inline-Funktionstest.“

Powerlink Day

Zusätzlich zu den ausgewählten Themenschwerpunkten für den Maschinenbau bot das Anwendertreffen speziell abgestimmte Vortragsreihen zur Prozessleittechnik sowie zur Powerlink-Technologie. Neben einer Darstellung der neuesten Entwicklungen von Aprol 3.6 im Hardware und Softwarebereich durch Martin Reichinger, Business Manager Process Automation, präsentierte die Firma PMS ein Erfolgsprojekt aus der Oil-&-Gas-Branche. Der Lieferumfang dieses Großprojektes für den rumänischen Erdöl- und Erdgaskonzern Petrom umfasste die Automatisierung sämtlicher dezentralen Gasmessstationen sowie der neuen Gas-Meteringzentrale im Headquarter.

Erstmals fand am ersten Tag parallel der B&R-Powerlink-Day statt, der mit über 60 Teilnehmern gut besucht war. In einer Reihe von Vorträgen erörterten Mitarbeiter von B&R sowie Vortragende der Partnerfirmen Ixxat, Port und Hilscher technische Fragen und Implementierungsstrategien für Powerlink sowie das busunabhängige Sicherheitsprotokoll Opensafety.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Stefan Schönegger, Manager der Business Unit Open Automation Technologies bei B&R, das neue Slave-Development-Kit vor. Im Anschluss referierte Hans-Jürgen Hilscher, Inhaber der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH, über Multiprotokolllösungen auf Basis der High-End-Prozessoren aus der netX-Baureihe. Marcus Tangermann, Geschäftsführer von Port, widmete seinen folgenden Vortrag der einheitlichen Parametrierung von Feldgeräten und stellte dabei die jeweiligen Vor- und Nachteile von FDT/DTM im Vergleich zu XML-basierten Gerätebeschreibungsdateien heraus. Anschließend präsentierte Wolfgang Seiss aus der Abteilung Open-Automation- Technologies bei B&R die Powerlink-Master-Lösung seines Unternehmens. Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete Christian Schlegel, Geschäftsführer von Ixxat, von der Umsetzung von Opensafety-Lösungen in konkreten Projekten.