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Die beiden Geschäftsführer von High Q Electronic Service Anton Hacklinger (l.) und Markus Granzer sehen die starke regionale Ausrichtung als ihr Markenzeichen.
Jüngste Investition des EMS: Das Reinigungssystem CL900 kommt ab Juli 2015 zum Einsatz.

Was sich zu Beginn als gewagte Strategie darstellte, sollte sich als erfolgreiches Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Der Elektronikfertigungs-Dienstleister, der neben der klassischen Baugruppenfertigung auch Rework, Kabelfertigung und Temperatursimulation, Systemprüfung und Gerätebau im Portfolio hat, erkannte früh das Potential, das die vielen in und um München angesiedelten Unternehmen bieten könnten, weshalb Markus Granzer anmerkt: „Wir konzentrierten uns auf kleine und mittelständische Unternehmen, bei denen eine persönliche und vertrauensvolle Kunden-Lieferanten-Beziehung extrem wichtig ist, um Projekte erfolgreich umzusetzen. Kurze Wege erleichtern die Kommunikation und die termingerechte Realisierung der Projekte.“ Wenngleich über die Jahre auch Kunden außerhalb des großen Münchener Speckgürtels gewonnen werden konnten, mit großen Expansionsbestrebungen tragen sich die Firmenchefs von High Q Electronic Service nicht. Dennoch will man sich neuen Märkten nicht verschließen, betont Anton Hacklinger: „Wir werden uns einzelne Märkte genau anschauen und uns dann überlegen, was wir machen werden.“

Regionale Ausrichtung als Aushängeschild

Doch wie hebt man sich als kleiner mittelständischer EMS von den Großen ab? Ein Faktor sei die starke regionale Ausrichtung, begründen die Chefs ihren Erfolg. Ein weiterer Punkt sei das breite Angebotsspektrum, wobei der enge Schulterschluss zum Kunden ein weiterer wesentlicher Aspekt sei, erläutert Hacklinger: „Wir begleiten unsere Kunden von der Ideenentwicklung über Prototypenbau bis zur Serienfertigung des Produktes. Wir können unsere Kunden schon in der Planungsphase auf Details aufmerksam machen, die später in der Serienproduktion zu Problemen, Ausfällen oder zu Mehraufwand und Zusatzkosten bei der Produktion führen könnten.“

Design und Herstellbarkeit sind dabei grundlegende Faktoren und beeinflussen die Produktlebenszykluskosten entscheidend. Das ausformulierte Ziel ist es, ein serienoptimiertes und risikominimiertes Endprodukt offerieren zu können. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und Kompetenz bei der Planung und Umsetzung von Projekten für die Elektronikindustrie, können wir unsere Kunden effizient und präzise unterstützen“, bekräftigt Granzer. Daher prüfen wir alle bereitgestellten Informationen und Entwürfe, bis hin zum Layout der Leiterplatten. Bei der Stromlaufplan-, Layout- und Dokumentationserstellung kann der Kunde bei Bedarf auch auf unsere CAD-Dienstleistung zurückgreifen.

Komplettservice aus einer Hand

High Q Electronic Service will seinen Kunden einen Komplettservice aus einer Hand bieten und so für eine enge Kundenbindung sorgen. Das Spektrum reicht dabei von der Planung, dem Materialeinkauf, über die Produktion und die Prüfung des fertigen Produktes. Der EMS kann dabei auf das vielfältige Know-how seiner Mitarbeiter bauen. Parallel dazu investiert der Mittelständler kontinuierlich in weiteres Equipment, um komplexe Systeme und Geräte zuverlässig und termingerecht zu fertigen. „Wir kümmern uns um das erforderliche Montagematerial, die Fertigung der mechanischen Komponenten und verarbeiten die vom Kunden bereitgestellten Materialien. Zusätzlich übernehmen wir auch die komplette Kabelfertigung“, wirbt Granzer, mit Blick auf verschiedene Materialmanagement-Tools: „Wir verfügen über ein eigenes, umfangreiches, MSL-konformes Lager mit aktiven, passiven und elektromechanischen Bauteilen. Unser Materialbestand wird über eine ERP-Software aktiv verwaltet und sichert somit die termingerechte Verfügbarkeit zum Produktionsstart ab.“

Jüngste Investition ist eine Reinigungsanlage, um den stetig steigenden Qualitätsanforderungen auch weiterhin gerecht zu werden. Die vollautomatische Ein-Kammer-Reinigungsanlage CL900 von Systronic eignet sich durch die Spray-in-Air Reinigung zur Feinreinigung von bestückten Leiterplatten. Vier rotierende Sprüharme, spezielle Leiterplattenaufnahmen, hochvolumige Kreislaufreinigung und individuelle Ausführungen der Spülstufen sorgen für eine schattenfreie Reinigung der Baugruppen. Die verschiedenen Reinigungs-und Spülmedien werden in unterschiedlichen Tanks innerhalb der Maschine gelagert. Durch individuelle Trocknungsabläufe lassen sich kurze Prozesszeiten sicherstellen. „Gerade die kurzen Prozesszeiten sind für uns wichtig, da wir zum Teil Eilbestellungen für unsere Kunden ausführen“, erklärt Hacklinger. Die permanente Überwachung der Spülwasser-Restkontamination sowie die Bereitstellung aller relevanten Prozesse als Datei, sind über das Touch-Panel der Maschine parametrier- und abrufbar. Somit wird eine leichte Bedienung der Maschine ermöglicht. „Die Verkürzung der Durchlaufzeiten bei gleichbleibender Qualität, das individuelle Anpassen von Reinigungsprogrammen und damit eine auf die Leiterplatte effizient abgestimmte Reinigung und ein schonender Umgang mit Ressourcen waren für uns die ausschlaggebenden Punkte“, begründet Hacklinger die Wahl des Reinigungssystems.