Reverse Engineering wird normalerweise als Prozess definiert, um die technologischen Prinzipien eines Bauteils, Objekts oder Systems über die Analyse seiner Struktur, Funktion und seines Betriebs zu erforschen. Um elektronische Baugruppen mit einem ATE prüfen zu können, werden für die Generierung des Testprogramms normalerweise CADDaten, Schaltplan und Stückliste benötigt. Fehlt diese Dokumentation, dann können mithilfe eines Reverse Engineering Prozesses ausreichend Informationen (Netzliste) aus einer funktionsfähigen Musterbaugruppe (Golden Board) gewonnen werden, um ein umfassendes Testprogramm mit einer akzeptablen Testabdeckung zu erstellen. Das Programm kann dann innerhalb sehr kurzer Zeit und ohne umfassende Kenntnisse über die Funktion des Prüfobjekts (UUT) erstellt werden und eignet sich für die Reparatur von fehlerhaften Baugruppen aus dem Feld oder um gute und fehlerhafte Karten zu sortieren. Der doppeltseitige Flying Probe-Tester aus der Pilot- Produktfamilie von Seica verfügt über eine entsprechende Software, mit der sich sowohl ein derartiges Reverse Engineering als auch der nachfolgende Test durchführen lässt. Möglich macht dies eine Kombination von optischen Inspektionsmöglichkeiten und „Netzorientierten vektorlosen Testverfahren“.

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