Beispielsweise könnten höhere Quotenvorgaben, eine stärkere Berücksichtigung von ökologischen Faktoren für Beteiligungsentgelte von Verpackungen und mehr Produktverantwortung auf sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen die Potenziale des Kunststoffrecyclings in Deutschland ausschöpfen .„Wir sollten nicht über Plastikmüll reden, sondern über die Ressource Kunststoff“, stellte Dr. Bärbel Naderer, Geschäftsführerin des Vereins Kunststoffland NRW, auf einer Podiumsdiskussion des Dualen Systems aus Anlass der Studie fest. Denn die Nachfrage nach Premium-Rezyklaten und deren Anwendungsbereiche wachsen laut der Studie stetig. Allerdings bleiben solche Investitionen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen häufig aus. Sie  wären aber notwendig, um die Potenziale des dualen Systems bei Sammlung, Sortierung und Verwertung besser zu nutzen und den Markt für Premium-Rezyklate zu erschließen. „Mit den richtigen Weichenstellungen kann das große Potenzial des Kunststoffrecyclings in Deutschland voll ausgeschöpft werden“, erläutert Dr. Michael Rothgang, Studienleiter des RWI.

Hoher wirtschaftlicher Nutzen

Der bereits heute hohe ökonomische Nutzen des dualen Systems von jährlich knapp einer Milliarde Euro könnte laut der Studie noch weiter gesteigert werden. Dazu wären keine Technologiesprünge notwendig. Die erforderliche Sortier- und Recyclingtechnik bestehe bereits. Für ihren flächendeckenden Einsatz sind jedoch ebenfalls Investitionen notwendig. Diese könnte der Gesetzgeber mit ambitionierteren Vorgaben für das Recycling von Wertstoffen anstoßen. In Kombination mit den vorher genannten gesetzlichen Weichenstellungen könnte sich der ökonomische Nutzen des dualen Systems im betrachteten Zeitraum um bis zu 40 Prozent erhöhen.
Auch das ökologische Image von Unternehmen wird der Studie zufolge immer wichtiger. In unternehmerischen Entscheidungen gewinnen Corporate Social Responsibility und Instrumente wie Produktökobilanzen an Gewicht. Neue Marktfelder für Rezyklate öffnen sich, insbesondere wenn die Qualität und Verfügbarkeit der Sekundärrohstoffe weiter steigen.