„Honeypots sind spezielle Systeme oder Programme, die so aufgesetzt werden, dass sie sich von Angreifern besonders leicht hacken lassen“, erklärt Christian Funk, Head of Global Research & Analysis Team von Kaspersky Lab, gegenüber dem Portal pressetext. In der Security-Branche kämen derartige Techniken bereits seit zehn bis 15 Jahren als Software in verschiedensten Variationen zum Einsatz. „Zweck des Ganzen ist ein erfolgreicher Angriff. Auf diese Weise kann man besser nachvollziehen, wie die Angreifer vorgehen, welche Schadsoftware sie nutzen und auf welche Informationen sie es genau abgesehen haben“, erläutert der Experte.

Dass traditionelle Honeypots nun auch als physikalische Variante in Form eines Roboters zum Einsatz kommen sollen, hält der Analsyst für einen „sehr interessanten Ansatz“. Damit werde dieses Konzept auf eine völlig neue Ebene gehievt. „Das bringt frischen Wind in die Sache“, meint Funk. Allerdings hat der Fachmann auch Bedenken, ob der Roboter in der Praxis auch das halten kann, was er verspricht: „Früher hatten Honeypots wesentlich mehr Relevanz als heute. Mittlerweile gibt es durchaus auch andere Wege, um Hackern auf die Schliche zu kommen“, weiß Funk.

Lediglich harmlose Aufgaben

„Roboter erledigen heute vielseitigere Aufgaben als jemals zuvor. Manche Firmen setzen sie nicht nur bereits zur Fließbandarbeit ein, sondern auch als frei bewegliche Maschinen, die sich selbständig auf dem Fabrikgelände orientieren können“, zitiert „Phys.org“ Raheem Beyah von der School of Electrical and Computer Engineering der Georgia Tech. Man müsse sich nur vorstellen, was ein Hacker in so einem Fall alles anrichten könnte. „Der Minimalschaden wäre, dass sie die Produktion sabotieren. Mit größeren Robotern könnte man aber auch ganze Teile der Fabrik zerstören oder dort arbeitende Menschen verletzen oder sogar töten.“

Der HoneyBot sei hingegen vollkommen ungefährlich. „Der Roboter könnte in einer Fabrik einfach regungslos in der Ecke hocken und erst in Bewegung geraten, wenn ein Hacker darauf zugreift. Damit hätte man dann ein klares visuelles Zeichen, dass jemand die Einrichtung angreift“, stellt Beyah klar. Dass dieser tatsächlich einen physikalischen Schaden verursacht, sei ausgeschlossen. Der Hacker könne zwar glauben, dass er Amok läuft. „In Wirklichkeit führt er aber nur ganz harmlose Aufgaben aus“, versichert der Wissenschaftler.