AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Herr Rahn, wie laufen die Geschäfte in der Automotive Business Unit?

Uwe Rahn: Wir sind äußerst zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. Rutronik macht im Automotive-Bereich gut 48 % seines Gesamtumsatzes.

Andreas Mangler: Wir sind bereits seit vielen Jahren mit einem vertikalen Segment im Automotive-Geschäft erfolgreich. Marktforscher gehen davon aus, dass die Automobilbranche mit der weiteren Elektrifizierung im Fahrzeug pro Jahr so um die 15 % zulegt. Davon wollen wir mit der ABU profitieren; allerdings wollen wir stärker als der Markt wachsen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Warum haben Sie eine separate Automotive Business Unit gegründet?

Andreas Mangler: "Wir unterstützen den Tier-2-Kunden so, dass er einen Support-Level wie ein Tier-1 bekommt."

Andreas Mangler: „Wir unterstützen den Tier-2-Kunden so, dass er einen Support-Level wie ein Tier-1 bekommt.“ Alfred Vollmer

Andreas Mangler: Grundsätzlich sind wir vom Geschäftsmodell her der Vermittler und Dienstleister zwischen einem Tier-1- oder Tier-2-Automotive-Zulieferer und den Bauelementeherstellern. Gleichzeitig hat unser Kunde in den meisten Fällen einen Bestückungs- beziehungsweise Fertigungsdienstleister auf der einen Seite und einen Technologiedienstleister auf der anderen Seite.

Durch den hohen Kostendruck in der Automobilindustrie sind auch die Tier-1/Tier-2 gezwungen, die Systemleistung zu vergleichen. Wir können sie mit den automotive-erfahrenen Applikationsingenieuren und Produktmanagern der ABU und unserer breiten Produktpalette dabei unterstützen, diese Kosten zu reduzieren.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wo kommt im Automotive-Business der Distributor ins Spiel, und welchen Mehrwert bietet er?

Andreas Mangler: Als Distributor können wir den Kunden herstellerneutral und technologieneutral unterstützen, denn wir vertreten nicht nur einen Hersteller und nicht nur eine Lösung. So können wir letztendlich für die Balance aus Technologie und Preis gemäß den Forderungen des Pflichten-/Lastenhefts sorgen. Mit unserem großen Blickwinkel suchen wir aus unserer breiten Linecard die beste Technologie für den Kunden aus. Speziell für das Automotive-Segment haben wir viele Produkte im Programm, die gemäß AEC-Q100/200 qualifiziert sind.

Andreas Mangler: "Wir können Prozesse skalieren und sie in beliebige Länder portieren. Damit sind wir praktisch einzigartig auf dem Markt."

Andreas Mangler: „Wir können Prozesse skalieren und sie in beliebige Länder portieren. Damit sind wir praktisch einzigartig auf dem Markt.“ Alfred Vollmer

Außerdem kommen von Anfang an auch logistische Aspekte dazu, denn eine automatisierte, bedarfsgerechte Belieferung hilft, die Kosten zu reduzieren, etwa durch geringere Lagerhaltungskosten. Gleichzeitig muss sie aber auch absolut zuverlässig und sicher sein – gerade in der Automobilbranche. Das schaffen wir mit hochautomatisierten Systemen: Wir können die Warenwirtschaftssysteme unserer Kunden über beliebige Datenformate direkt an unsere Logistik anbinden. Hier setzen wir letztlich bereits Industrie 4.0 um. Dadurch hat der Kunde einen deutlich geringeren Zeit- und Kostenaufwand für die Beschaffungsprozesse, kann aber sicher sein, dass er alle benötigten Bauteile zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geliefert bekommt. Prozesskonforme Traceability spielt ebenfalls eine Rolle; auch hier unterstützen wir unsere Kunden auf Wunsch mit kundenspezifischen Labels.

Und als global tätiger Distributor können wir noch einen Mehrwert bieten: Wir können unsere Kunden weltweit durchgängig unterstützen – selbst dann, wenn der Kunde seine Produktion auf einen anderen Kontinent verlagert oder nach Asien oder in die USA expandiert. Wir können Prozesse skalieren und sie in beliebige Länder portieren. Damit sind wir praktisch einzigartig auf dem Markt, denn Rutronik ist ja fast komplett aus sich selbst heraus gewachsen, also ohne Zukäufe. Deshalb sind wir weltweit ein Unternehmen aus einem Guss, mit einer zentralen IT, zentralen Systemen und einer zentralen Organisationsform.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was genau meinen Sie dabei mit Skalierbarkeit?

Andreas Mangler: Damit meine ich die Flexibilität unserer Tools im Rahmen der Logistikprozesse. Unser System ist so aufgebaut, dass wir auch länderspezifische Anforderungen abdecken können, indem wir gewisse Parameter setzen oder verändern. Das ist die Voraussetzung, um relativ schnell zu expandieren. So gibt es zum Beispiel bei den Steuergeräten immer Anpassungen an den Ausliefermarkt, denn in Deutschland, in Nordeuropa, in Asien, im nordamerikanischen Markt – meist mit Produktion in Mexiko – gelten andere Randbedingungen, die der OEM erfüllen muss. Diese müssen wir mitmachen und auch auf eine reduzierte oder veränderte Stückliste eingehen. Daran passen wir uns flexibel an.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wo unterscheidet sich Rutronik noch von anderen Distributoren im Automobilbereich?

Uwe Rahn: "Neue Zweikreis-Bordnetze benötigen ein software-basiertes Power-Management."

Uwe Rahn: „Neue Zweikreis-Bordnetze benötigen ein software-basiertes Power-Management.“ Alfred Vollmer

Uwe Rahn: In der Automotive Business Unit verfolgen wir ein anderes Konzept als unsere Mitbewerber. So führen wir unter der Flagge der ABU ganz bewusst einige selektierte Hersteller. Hierfür haben wir aus unserer gesamten Portfolio-Bandbreite die Hersteller ausgewählt, die ganz spezifischen Kriterien entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel automotive-qualifizierte Produkte, die langfristige Technologie-Roadmap des Herstellers, weltweite Unterstützung der Beschaffungsprozesse und globale Ausrichtung des technischen Supports für unsere Kunden mit dem Ziel der weltweiten Belieferung.

Wir arbeiten mit den speziellen Herstellern sehr eng zusammen, auch schon im Vorfeld, wenn zum Beispiel neue Produkte definiert werden, die er vielleicht in den nächsten Jahren promoten möchte. Diese Informationen sind im Gespräch mit unseren Kunden sehr hilfreich, weil auch sie langfristig planen müssen.

Außerdem legen wir viel Wert darauf, unseren Kunden nur Bauelemente zu empfehlen, die auch der Zertifizierung der Automotive-Welt entsprechen. Während Google, Apple und Co. ins Fahrzeug drängen, kommen zunehmend nicht-automotive-zertifizierte Bausteine ins Fahrzeug. Hier müssen wir Aspekte der Gewährleistung, Garantie und Langzeit-Lieferbarkeit gezielt abklären.

Andreas Mangler und Uwe Rahn im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer. (v. r. n. l.)

Andreas Mangler und Uwe Rahn im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer. (v. r. n. l.) Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche nicht gemäß AEC-Q100 qualifizierten Produkte gehören bei Rutronik zum Automotive-Bereich?

Uwe Rahn: Im Antriebsstrang und im Power-Management haben wir ausschließlich AEC-Q100 beziehungsweise AEC-Q200-qualifizierte Produkte – und das wird auch so bleiben. In den Bereichen Infotainment und Fahrerassistenzsysteme ist das nicht immer erforderlich, vor allem bei der Videosignalverarbeitung und Überwachung. Ein Kamerasystem enthält zum Beispiel einen großen Bilddatenspeicher, der garantiert kein typisches AEC-Q100-Produkt ist. Auch die PCs haben ihren Ursprung in der Consumerwelt, halten aber über die Industrie-PCs im Embedded-Bereich Einzug in den Automotive-Bereich. Das ist eine typische Migration, die dort im Moment stattfindet. Das vielleicht beste Beispiel sind Displays. Kein aktuell verbautes Display der Welt arbeitet bei -40 °C einwandfrei. Weil die in der Automobilwelt benötigten Stückzahlen im Vergleich zur Consumer- und Industriewelt ziemlich gering sind, rechnet sich eine AEC-Q100-Qualifikation für die Displayhersteller kaum. An dieser Stelle kommen wir wieder ins Spiel, denn wir unterstützen die OEMs, dass sie trotzdem geeignete Displays einbauen können.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wann greift Rutronik auf externe Dienstleister zurück?

Uwe Rahn: Bei der Softwareentwicklung arbeiten wir mit spezialisierten Partnern zusammen. Erst vor kurzem hatten wir ein Referenzprojekt zur Entwicklung eines Prototypen, durch das unser Kunde gut ein Drittel der Entwicklungskosten sparen konnte – immerhin eine Einsparung im fünfstelligen Euro-Bereich. Gleichzeitig hatte dies den Gewinn wertvoller Zeit zur Folge, die er wiederum für weitere Aufgaben verwenden konnte.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Hersteller repräsentiert Rutronik in seiner Automotive Business Unit?

Uwe Rahn: "Sicherheit erfordert definitiv Investitionen, doch langfristig kommt keiner um eine vernünftige Hardware- und Softwareverschlüsselung herum."

Uwe Rahn: „Sicherheit erfordert definitiv Investitionen, doch langfristig kommt keiner um eine vernünftige Hardware- und Softwareverschlüsselung herum.“ Alfred Vollmer

Uwe Rahn: Bei Renesas, ST Microelectronics und Infineon stehen die Mikrocontroller sowie die Power-Bausteine im Mittelpunkt – unter anderem auch Dual- oder Quad Core-MCUs für sicherheitsrelevante Applikationen. Infineon hat zudem automotive-relevante Sensoren im Programm. Bei Rohm geht es mehr um die analogen Bausteine wie Operationsverstärker und LED-Ansteuerungen. Gerade im LED-und OLED-Bereich gibt es derzeit sehr viele Aktivitäten: von der Ambiente-Beleuchtung bis zum Fahrlicht und den Blinker-Einheiten. Licht wird zunehmend zum Unterscheidungsmerkmal, auch im Interieur der Marken. Dafür benötigen wir diagnosefähige intelligente LED-Ansteuerungen.

Diodes verfügt über zertifizierte Transistoren und MOSFETs. So wird der Hersteller ab 2016 mit neuen MOSFET-Typen in einem Power-Di-SMD-Package mit 5 mm x 6 mm Chips mit einer größeren Stromtragfähigkeit und einer Spannungsklasse bis 100 V integrieren. Das sind die idealen Bauelemente, wie sie für den kommenden 48-V-Bereich zum Beispiel in Nebenaggregaten benötigt werden. Außerdem hat Diodes diverse Schutzbausteine gegen Überspannungen und Überströme für LIN- und CAN-Bussysteme im Programm.

Von AVX kommen speziell für Automotive-Applikationen entwickelte MLCC-Kondensatoren wie Flexitherm und Flexisave sowie Quarze hinzu, von JAE spezielle Steckverbinder, unter anderem für den neuen Standard USB 3.1 Typ C.

Darüber hinaus überprüfen wir gezielt, welche Komponenten anderer Hersteller für die ABU geeignet sind. Da Rutronik 130 Hauptlinien im Programm hat, wird sicherlich noch der eine oder andere Hersteller zur ABU hinzukommen. Bei Bedarf stehen dem Kunden natürlich auch alle anderen Produkte aus der Rutronik-Linecard zur Verfügung. Hier prüfen wir dann aber ganz genau, ob sie auch wirklich den Anforderungen entsprechen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie sieht es bei den Displays aus?

Uwe Rahn: Bei Displays in den Dashboards fällt meistens der OEM die Entscheidung. Wenn es allerdings darum geht, das Dashboard-Cluster zu hinterleuchten, ist Rutronik beispielsweise mit LEDs von Osram oder Everlight und der passenden Ansteuerungselektronik involviert. Kleinere Displays wie Temperaturanzeigen im Fond laufen ebenso über die Distribution. Auch bei solch relativ einfachen Anzeigen stellen sich Fragen nach der richtigen Technologie, um die spezifischen Anforderungen an Temperatur, Blickwinkel, Lebenszeit sowie Kontrast und so weiter erfüllen zu können. Hier steht die Distribution mit technischer Expertise zur Verfügung, um passende Lösungen vorzustellen. Derzeit sind für E-Fahrzeuge auch Ladekabel mit integriertem Display in der Entwicklung, das den aktuellen Ladezustand und den Situationsstatus darstellen kann. Hierfür bieten sich vor allem unsere OLED-Displays an.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was beschäftigt derzeit die Branche im Design-Bereich?

Uwe Rahn: "An 48 V führt kein Weg vorbei, denn so erzielen wir mehr Leistung bei kleineren Kabelquerschnitten."

Uwe Rahn: „An 48 V führt kein Weg vorbei, denn so erzielen wir mehr Leistung bei kleineren Kabelquerschnitten.“ Alfred Vollmer

Uwe Rahn: Das sind vor allem der beschränkte Bauraum und die Gewichtseinsparung im Fahrzeug. Weil zum Beispiel künftig viel mehr elektrisch angetriebene Verdichter – Turbolader – verbaut werden, rückt unter anderem das Thema 48 V in den Fokus, denn unter 2,5 kW Leistung des Elektromotors kann ein Verdichter meist nicht den geforderten Ladedruck aufbauen.

Außerdem setzen vermehrt Kunden auf Elektronik, die ursprünglich aus der reinen Kabelkonfektionierung kommen. Deren Ziel ist es, die Elektronik mit ihren Kabelbäumen zu verheiraten und den Tier-1 und OEMs als Komplettlösung anzubieten. Diese Kunden denken beispielsweise darüber nach, eine Lösung zum Trennen der Spannungsversorgung im Fehlerfall oder bei einem Unfall zu realisieren. Auch der Ersatz von klassischen Sicherungen und Relais steht auf der Agenda. Hier wird es jedoch im ersten Schritt keinen kompletten Ersatz einer Relais-Box geben, da man sich zunächst nur auf die elektronische Absicherung eines Teilbereiches konzentriert. Speziell hierzu wird es zum Beispiel von Infineon eine neue E-Power-Familie geben, die unter anderem als Ersatz für ein klassisches Relais entwickelt wurde.  Gerade bei Bordnetzen mit mehreren Spannungsebenen, etwa 12 V und 48 V, stehen diese Unternehmen hiermit vor ganz neuen Aufgaben.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Aspekte sind denn in punkto 48 V besonders wichtig?

Uwe Rahn: An 48 V führt kein Weg vorbei, denn so erzielen wir mehr Leistung bei kleineren Kabelquerschnitten. Dies bedeutet die Erhöhung des Wirkungsgrads und durch eine Gewichtersparnis auch die Senkung des CO2-Ausstoßes. So ist dieser Spannungslevel zum Beispiel für neue PTC-Applikationen künftig zwingend notwendig, da man hiermit die Leistungsperformance der Aktuatoren komplett ausnutzen kann. Der Wechsel von einem 40-V oder 60-V-MOSFET im 12-V-Bordnetz zu einem 100-V-MOSFET für die 48-V-Welt ist noch der einfachere Teil; mehr Aufmerksamkeit erfordern Transienten und Kaltstart-Szenarien.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Bedeutung hat die Elektromobilität für Ihre ABU?

Uwe Rahn: Selbstverständlich spielt das für die ABU eine sehr große Rolle, zumal sich hierzu folgende Trends abzeichnen: Kommende Hybridkonzepte werden die Zunahme des Leistungselektronik-Anteils beschleunigen. Der Einsatz innovativer Hybridtechnologien kombiniert mit mehr software-basierten Funktionen wird verstärkt zur Mechatronisierung von Systemkomponenten führen. Komplexe Zweikreis-Bordnetze können zukünftig nur über intelligentes software-basiertes Power-Management gesteuert werden. Und schließlich die zunehmende Dezentralisierung durch den Einsatz von intelligenten Sensoren und Aktuatoren inklusive Signalbearbeitung vor Ort.

Andreas Mangler: Eine Kernproblematik der Elektromobilität liegt momentan auch in der Abschätzung der Batterie-Lebensdauer, um so eine zuverlässige Reichweitenkalkulation zu ermöglichen. Außerdem ist ein passendes Geschäftsmodell rund um das Second-Life der Hochvoltbatterien erforderlich. Hier arbeiten wir – auch zusammen mit Hochschulen – an sehr innovativen marktfähigen Lösungen.

Eckdaten: Rutronik

  • Firmenbezeichnung: Franchise-Distributor
  • Gründungsjahr: 1973
  • Firmensitz: Ispringen bei Pforzheim, Baden-Württemberg
  • Globale Präsenz: über 70 Niederlassen in Europa, Asien und Amerika
  • Mitarbeiter: über 1400 weltweit
  • Umsatz 2014: 740 Millionen Euro
  • Portfolio: Halbleiter, passive und elektromechanische Bauelemente sowie Embedded Boards, Storage & Displays und Wireless- Produkte

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was macht Rutronik im Bereich Security?

Uwe Rahn: Hierfür haben wir spezifische Produkte im Programm, zum Beispiel von Infineon. Derzeit gibt es im Security-Bereich allerdings noch nicht die Nachfrage, die man sich erhofft hatte, obwohl es in letzter Zeit durchaus publikumswirksame Hacks von Autos gegeben hat. Ein Grund könnten die Kosten sein. Sicherheit erfordert definitiv Investitionen, doch langfristig kommt keiner um eine vernünftige Hardware- und Softwareverschlüsselung herum. Auch eine adäquate Trennung von Systemen ist erforderlich: Zum einen weil der Kunde LTE, Bluetooth, WLAN und Ethernet möchte, und zum anderen aber auch im Zusammenhang mit E-Call müssen die Halbleiterhersteller mehr mit IT-Spezialisten zusammenarbeiten. Dabei kommt es darauf an, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen – vom OEM über die Zulieferer bis zum Dienstleister.

Gleichzeitig sollen Updates in Zukunft über die Luftschnittstelle, also Over-the-Air, erfolgen. Die komplexe Aufgabe besteht darin, Security und OTA in Einklang zu bringen. Mithilfe von Security-Mikrocontrollern lässt sich die Luftschnittstelle sauber abbilden, doch die Absicherung des Fahrzeugs von morgen muss mehrschichtig erfolgen. Unsere Aufgabe als Distributor und speziell der ABU liegt in der Beratung, wie unsere Kunden solche Systeme umsetzen können.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Rolle spielt die Sensorik?

Andreas Mangler zum Thema Sensoren: "Alles, was an Sensorik im Fahrzeug benötigt wird, findet sich bei uns im Portfolio."

Andreas Mangler zum Thema Sensoren: „Alles, was an Sensorik im Fahrzeug benötigt wird, findet sich bei uns im Portfolio.“ Alfred Vollmer

Andreas Mangler: Im Sensorbereich hat Rutronik das umfassendste und durchgängigste Portfolio auf dem Markt. Alles, was an Sensorik im Fahrzeug benötigt wird, findet sich bei uns im Portfolio. Damit können unsere Kunden mit unseren Bausteinen praktisch jede physikalische Größe erfassen und weiter verarbeiten.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche strategischen Ziele verfolgen Sie mit der Automotive Business Unit?

Andreas Mangler: Wir wollen in erster Linie neue Kunden ansprechen, denn bislang hat man Rutronik im Bereich Automotive nicht umfassend wahrgenommen. Als wir bekanntgegeben haben, dass wir eine eigene Automotive Business Unit gründen, war das Interesse in der klassischen Automotive-Branche sehr groß, und wir konnten vom Start weg zahlreiche interessante Kontakte knüpfen.

Viele unserer Kunden sind keine Tier-1, wollen aber in Zukunft komplexere Systeme an den OEM liefern, denn die Automobilhersteller konzentrieren sich mehr und mehr auf ihre spezifischen Kernkompetenzen und geben periphere Projekte zunehmend an Dienstleister ab. Wir unterstützen den Tier-2-Kunden so, dass er einen Support-Level wie ein Tier-1 bekommt.