Der Rückzug, den der Leiter von Samsungs Halbleitersparte in einem Brief an seine Mitarbeiter bekanntgab, kam aus wirtschaftlicher Perspektive überraschend: Von einer ökonomischen Schieflage kann im Fall des Elektronikkonzerns dank des boomenden Speichergeschäfts schließlich keine Rede sein. Vielmehr machte Samsung zuletzt damit von sich reden, dass es Intel vom Thron des weltweit größten Halbleiterherstellers stieß. Die Zahlen, die Samsung für das dritte Quartal ankündigte, bringen mit prognostizierten 10,8 Milliarden Euro Ertrag aus den Kerngeschäften eine Verdreifachung des Vorjahresgewinns. Hier konnte Samsung von den steigenden Chip-Preisen sowie der ungebrochenen Nachfrage profitieren.

Kwon Oh Hyun

Kwon Oh Hyun, einer von drei Samsung-CEOs, will sich im März 2018 von den Geschäften des Konzerns zurückziehen. Samsung

Die „beispiellose Krise“, die Kwon Oh Hyun als Grund für seinen für März 2018 angekündigten Rücktritt nannte, bezieht sich auf die Verstrickung des Mutterkonzerns in die Korruptionsaffäre um die südkoreanische Staatspräsidentin Park Geun Hye. Dieser erschüttert derzeit die südkoreanische Gesellschaft wie den Elektronikriesen gleichermaßen. Kwons Vizevorsitzender, Samsung-Erbe Lee Jae Yong, war im August unter anderem wegen versuchter Präsidentenbestechung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zu seinem Rücktritt gab Kwon, der bei Samsung einer von drei Vize-Chefs ist, bekannt, dass er die Zeit für einen Neustart mit einer jungen Führung gekommen sehe. Die sei besser geeignet, auf die Herausforderungen des volatilen IT-Umfelds zu reagieren. Auch als CEO von Samsung Displays tritt Kwon zurück.